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Fachgespräch: Dritter Bürgermeister Helmuth Holzheu (re.) und Michael Kordon, Chef des Staatlichen Bauamts.

Es vibriert und brummt

Nächtliche Bauarbeiten: Report vom Autobahnzubringer

Wolfratshausen – Der Lärm ist in den Mehrfamilienhäusern an der Margeritenstraße deutlich zu hören – und zu spüren. Wo um diese Zeit normalerweise nicht mehr ganz so viele Autos unterwegs sind wie tagsüber, vibrieren und brummen vier große Lkw und eine Straßenfräse.

Der etwa 300 Meter lange Abschnitt der B 11 zwischen der Einmündung an der Pfaffenrieder Straße und dem Autobahnzubringer ist an diesem Tag das erste Mal zwischen 19 Uhr und 6 Uhr gesperrt.

„Ich bin nur bedingt glücklich, dass wir hier nachts arbeiten müssen. Für die Anwohner ist das schon eine Belastung“, räumt Michael Kordon ein. „Dennoch gibt es keine rechtliche Grundlage für einen besonderen Lärmschutz.“ Der Leiter des Staatlichen Bauamts in Weilheim hatte für Dienstagabend Pressevertreter zu einem Baustellenbesuch eingeladen. Auch Wolfratshausens Dritter Bürgermeister Helmuth Holzheu machte sich in Vertretung des urlaubenden Rathauschefs Klaus Heilinglechner vor Ort ein Bild von den Maßnahmen. „Es wäre schön, wenn sich in Zukunft im Feierabendverkehr zwischen den Ampeln kein Rückstau mehr bilden würde“, hofft er.

Etwa 25 Arbeiter sanieren derzeit Schadstellen und tragen eine neue Deckschicht auf. „Damit reduzieren wir den Lärmpegel deutlich“, verspricht Julia Schneider vom Staatlichen Bauamt. „Dünne Asphaltdeckschichten in Heißbauweise auf Versiegelung“ heißt das Verfahren. Das wesentliche Merkmal dieser Bauweise ist der Einsatz von so genannten Sprühfertigern, die in einem Arbeitsgang eine Bitumenemulsion als Haftbrücke und zur Versiegelung aufsprühen sowie das Asphaltmischgut aufbringen. „Dies bewirkt eine innige Verbindung des frisch eingebauten Asphaltmischgutes mit dem Untergrund“, erklärt Schneider. Michael Kordon hofft nun, dass in den kommenden Tagen kein Regen fällt: „Sonst funktioniert das Verfahren nicht.“

Zudem wird die Ampelanlage vor dem Autobahnzubringer B 11a mit einer Induktionsschleife versehen, so dass sie nur dann reagiert, wenn tatsächlich Fahrzeuge vor ihr stehen. Dafür sind unter anderem auch Straßenabfräsungen nötig. Während der Nachtbauarbeiten, die noch bis kommenden Mittwoch, 7. September, andauern, wird der Verkehr über die Pfaffenrieder Straße durch das Gewerbegebiet umgeleitet. Dabei dürfen die Fahrzeuge die Geschwindigkeitsgrenze von 40 Stundenkilometern nicht überschreiten.

Die Maßnahmen werden laut Kordon rund 800 000 Euro kosten. Dass die Verbreiterung beziehungsweise Erweiterung des B 11-Teilstücks bei einem geschätzten Verkehrsaufkommen von etwa 27 000 Fahrzeugen pro Tag notwendig ist, steht für ihn außer Frage. „Für Anwohner und Autofahrer wird das ein Gewinn, wenn der Verkehr hier flüssig durchläuft“, verspricht der Bauamts-Chef. Kurz nach Ende der Ferien, in zwei bis drei Wochen, sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

von Peter Herrmann

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