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Die Mitarbeiterinnen beantworteten bei der Eröffnung jede Menge Fragen rund um die sozialpädagogische Wohngruppe.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Neue Bewohner in der alten Polizeistation

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Wolfratshausen -  Am Donnerstag wurde eine sozialpädagogische Wohngruppe in der alten Polizeistation eröffnet. Gedacht ist sie für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge.

Seit Freitag betreuen die Mitarbeiter der Jonas-Better-Place-Stiftung in dem denkmalgeschützten Gebäude am Untermarkt 67 vier unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Weitere werden folgen, insgesamt ist in den frisch renovierten Räumen in acht Einzel- und zwei Doppelzimmern Platz für zwölf junge Asylbewerber. Alle waren sich einig: „Schön ist es geworden.“ Bei der Eröffnung begrüßte Stefan Näther, Geschäftsführer von Jonas Better Place, neben Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Verwaltungsdirektor Franz Gehring, den Vormünden der Asylbewerber sowie Vertretern aus dem Landratsamt und den direkten Nachbarn auch fünf der sieben Damen, die sich künftig Tag und Nacht um die Bewohner kümmern werden. Sie sorgten nicht nur für die Verköstigung der Gäste mit Kaffee und Kuchen, sondern beantworteten auch Fragen rund um die Einrichtung und ihre Arbeit.

Die Gruppe muss harmonieren, sonst geht es nicht

Karolina Stoppel etwa schilderte, worauf in den Vorgesprächen mit den Jugendlichen geachtet wird. „Schließlich muss die Gruppe einigermaßen harmonisch sein.“ Zwar könne man nicht alle Eventualitäten ausloten, wohl aber, ob jemand wegen seiner Erlebnisse therapeutische Hilfe braucht. Die gibt es in der Wohngruppe nämlich nicht. „Wer hier einzieht, dem traut man eine gewisse Eigenständigkeit zu.“ Die Wohngruppe biete Raum für gemeinschaftliches Leben und Lernen, Freizeitgestaltung und individuellen Rückzug. Für die kulinarische Versorgung sind zwar zwei Köchinnen da. Zumindest die Abendmahlzeiten sollen aber gemeinsam mit den Jugendlichen zubereitet werden. Ziel ist es, dass die jungen Flüchtlinge von hier aus den Weg in die Selbstständigkeit finden – inklusive Berufstätigkeit und eigener Wohnung.

Die Jugendlichen sollen am öffentlichen Leben teilhaben

Die Jugendlichen werden nicht nur in der alten Polizei – die sogar einmal ein Gefängnis war – wohnen, sie sollen auch Teil des gesellschaftlichen Lebens werden. Zwei Neuankömmlinge besuchen die Mittelschule am Ort, einer die Berufsschule in Bad Tölz. Mittelfristig sollen sie auch am Vereinsleben teilnehmen. Musikschulleiter Manfred Helller, dessen Einrichtung direkt gegenüber liegt, kündigte an, „für alles offen“ zu sein. Bei einem Sommerfest soll auch die Bevölkerung die Möglichkeit bekommen, sich ein Bild über die neuen Bewohner zu machen.

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