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Zwischen Schwankl- und Reiser-Eck: Die Wolfratshauser Marktstraße ist seit Jahren ein Provisorium.

Neue Chancen für alte Pläne

Dauerlösung für die Marktstraße?

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Wolfratshausen - „Es gibt positive Signale“, sagt Fritz Schnaller. Der Vize-Bürgermeister das Einbahnstraßen-Provisorium an der Marktstraße beenden - und strebt eine Dauerlösung an.

Zu wenig Parkplätze, zu viele Staus: Die Wolfratshauser Stadträte haben in der Sondersitzung am Dienstag die eine oder andere Weiche für die Zukunft der Kommune gestellt. Noch nicht spruchreif und deswegen nicht auf der Tagesordnung war das, was Fritz Schnaller in den vergangenen Wochen und Monaten angeschoben hat: das Ende des Provisoriums in der Marktstraße. Eigentlich hätte das erst in einem oder zwei Monaten publik werden sollen, „weil mir von ein paar Ansprechpartnern noch die Rückmeldungen fehlen“, bestätigte Schnaller, Vize-Bürgermeister und SPD-Stadtrat, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Aber es stimmt. Ich habe es mir in Absprache mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner zur Aufgabe gemacht, diese zehn Jahre alte Planung wiederzubeleben.“

Die Marktstraße ist eine Bundesstraße, an der eigentlich keine Hindernisse wie Terrassen oder ähnliches erlaubt sind. Allerdings dulden die Behörden seit Jahren Provisorien, wie sie der Humplbräu, das Eiscafé Cristallo und die Bäckerei Burger im Freien für ihre Gäste aufgebaut haben. Voraussetzung: Diese Provisorien müssen innerhalb von 24 Stunden abbaubar sein. „Das führt natürlich dazu, dass diese Bauten nicht sonderlich schön ausschauen“, sagt Schnaller. Eine dauerhafte Belebung der Markstraße ist seiner Ansicht nach aber nur möglich, wenn dieser Zustand beendet wird.

Fritz Schnaller Vize-Bürgermeister der Stadt Wolfratshausen

Pläne dafür gab es bereits vor rund zehn Jahren. Die sehen vor, dass Fahrbahn und Fußgängerwege auf einer Ebene sind. „Erfahrungsgemäß führt das dazu, dass Autofahrer langsamer fahren und es mehr gegenseitige Rücksichtnahme gibt“, erläutert Schnaller. In Kombination mit einem neuen Beleuchtungskonzept würde die Marktstraße auch optisch aufgewertet (Schnaller: „Dann stehen einem keine 70 Laternenpfosten mehr im Weg“). Auch Raum zum Parken würde es weiterhin geben, die Provisorien könnten zu einladenden Dauereinrichtungen werden. Gescheitert sind die Pläne bislang am Veto der Behörden – weil die Marktstraße eben eine Bundesstraße ist.

Schnaller wollte sich damit nicht mehr abfinden – und ist parteiübergreifend aktiv geworden. Er hat die Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber (CSU), Florian von Brunn (SPD) und Florian Streibl (Freie Wähler) eingeschaltet, dazu die Verkehrsbehörde im Landratsamt, auch auf das Staatliche Bauamt in Weilheim will er noch zugehen. Ja sogar Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat er, als dieser vor Weihnachten in der Loisachstadt war, das fertige Konzept übergeben und eine schriftliche Antwort erhalten. „Er sieht durchaus Möglichkeiten“, sagt Schnaller mit aller gebotenen Vorsicht. Ähnlich sind die Reaktionen einiger anderer Ansprechpartner, die aus Weilheim sowie vom Bayerischen Verkehrsministerium stehen jedoch noch aus.

Der allgemeine Tenor ist laut Schnaller, dass sich die Situation in der Marktstraße nun schon ebenso lange bewährt hat wie die alternative Lenkung des Verkehrs. „Selbst in den Navis verläuft die B11 über den Floßkanal und die Bahnhofstraße“, so Schnaller. „Es gab keine Katastrophe, keine Umleitungen wegen Unfällen, das funktioniert einfach.“ Im Idealfall könnte man diese Planung sogar mit der des Ex-Isar-Kaufhauses und seiner problematischen Ein- und Ausfahrtssituation verknüpfen.

Schnaller weiß, dass noch Monate vergehen können, bis sein Vorstoß von Erfolg gekrönt sein könnte. Und eine Garantie, dass es so kommt, gebe es auch nicht. Aber: „Es gibt positive Signale. Und das lässt mich hoffen.“

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