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Einkaufen auch am Sonntag? Einen Vorstoß in diese Richtung unternimmt der Handel immer wieder - allerdings eher der Großhandel. 

Erneuter Vorstoß des Handels

Neue Debatte um verkaufsoffenen Sonntag

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Einkaufen an sieben Tagen in der Woche: Das fordert der Handel – wieder einmal. Die Händler vor Ort schließen sich dieser Forderung nicht unbedingt an. Ja, manche lehnen sie sogar ab.

Bad Tölz-WolfratshausenAm Sonntag die Läden öffnen: Ja oder Nein? Ingrid Schnaller vom Werbekreis Wolfratshausen ist in dieser Frage gespalten. Einerseits findet sie eine Liberalisierung grundsätzlich gut – schließlich ist bekannt, dass der Sonntag der wichtigste Einkaufstag im Internet ist. Auf der anderen Seite profitieren davon in erster Linie die großen Kaufhäuser wie Hertie in München. „Der Einzelhändler in Wolfratshausen wird sich das zwei Mal überlegen, ob er auch am Sonntag öffnen will.“ Denn: „Der Kuchen wird ja nicht größer.“ Will heißen: Geld, das der Kunde am Sonntag ausgibt, wird er an einem anderen Tag einsparen. Der Aufwand wird also relativ groß sein, der Ertrag wohl kaum. Nicht gelten lässt Schnaller hingegen das immer wieder vorgebrachte Argument, dass Sonntagsdienst Mitarbeitern nicht zumutbar sei. „In anderen Branchen ist das schon gang und gäbe.“ Das sollte in ihren Augen kein Hinderungsgrund sein.

So mancher Händler würde sich dagegen entscheiden

Geradezu ablehnend äußert sich Kaspar März, der den Edeka-Markt in Lenggries und in Bad Tölz betreibt. „Ich hoffe, dass das nicht kommt“, sagt er. „Ich hoffe es für alle Betroffenen.“ Seine Bedenken gehen in eine ähnliche Richtung wie bei der Wolfratshauser Werbekreis-Vorsitzenden. „Es wäre mehr Arbeit für alle – und die Leute könnten ja trotzdem nicht mehr essen. Schon jetzt hätten seine Läden 13 Stunden am Tag geöffnet, und das sechs Tage die Woche. „Das sind umfangreiche Zeiten“, findet er. Derzeit hätten die Mitarbeiter wenigstens einen Tag frei. Sollte es die Möglichkeit geben, an Sonntagen zu öffnen, würde er sich dagegen entscheiden.

Die Katholische Arbeitnehmerbewegung ist skeptisch

Die Interessen der Mitarbeiter hält nach wie vor Manfred Freiseisen hoch, Geretsrieder Stadtrat und in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) aktiv. Er hat schon einige Male, wenn der Handel ähnliche Vorstöße unternommen hat, sich dagegen ausgesprochen. Sein Motto: „Der Sonntag muss der Sonntag bleiben.“ Und zwar um der Arbeitnehmer willen. Irgendwann, findet er, muss mal Schluss sein. „Sechs Tage arbeiten die Woche muss doch genügen.“

Von Öffnungszeiten am Sonntag hält auch Hubert Schöffmann von der Buchhandlung Urban in Bad Tölz nichts. „Ich finde, dass dieser Tag geschützt werden muss, gerade auch vor einem christlichen Hintergrund ist das wichtig.“ Es gebe in Bad Tölz drei verkaufsoffene Sonntage, die müssten reichen. „Ich fände es nur schön, wenn sich die Geschäftsleute auf vier offene Sonntage einigen würden.“

Der Dekan fordert einen Tag der Besinnung - den Sonntag

Dekan Gerhard Beham, Pfarrer in Wolfratshausen, ist ganz klar für den Schutz des siebten Tags der Woche. „Wenn der Sonntag ein Tag wie jeder andere wird, geht den Menschen etwas Wesentliches verloren“, sagt er. Nämlich die Chance zum ungestörten Reflektieren, zum Innehalten. Der Geistliche fürchtet, dass dem Menschen sozusagen mit Salamitaktik immer mehr Zeit genommen wird. „Das ist der falsche Weg.“ Es sei wichtig, Zeit zur „geistigen und geistlichen Erhebung“ zu haben. Das könne, müsse aber nicht die Religion sein. Auch Kunst und Kultur eröffnen die Chance, einen anderen Blick auf das Leben zu werfen.

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