Zwei erschöpfte Feuerwehrmänner helfen sich nach ihren ersten Löschangriffen auf das Feuer im Obermarkt gegenseitig. Foto: sabine hermsdorf-Hiss
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Geht es dir gut, Kamerad? Zwei erschöpfte Feuerwehrmänner helfen sich nach ihren ersten Löschangriffen auf das Feuer im Obermarkt gegenseitig.

Feuerwehrkommandant Andreas Spohn: Neue Einsatzkleidung ein „Riesenglück“

Tag 1 nach dem Dachgeschoss-Brand: Dem verletzten Feuerwehrmann geht es besser

  • vonPeter Borchers
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Am Tag nach dem Brand im Obermarkt gibt die Feuerwehr Entwarnung: Dem verletzten Kameraden geht es besser. derweil laufen die Ermittlungen zur Ursache des Feuers.

Wolfratshausen – Mit der besten Nachricht am Tag nach dem Großbrand im Obermarkt wartete Andreas Spohn auf. Dem beim ersten Löschangriff verletzten Kameraden, so Wolfratshausens Feuerwehrkommandant auf Nachfrage unserer Zeitung, gehe es den Umständen entsprechend gut. „Er hat im Unfallkrankenhaus Murnau eine sogenannte Brandwaschung erhalten.“ Dies sei nötig gewesen, um die Verbrennungen und Verbrühungen, die der Kollege an Händen und Knien erlitten hatte, vom Schmutz zu säubern und damit eine Infektion zu vermeiden. Die Nacht verbrachte der Feuerwehrmann zur Beobachtung auf der Intensivstation, mittlerweile kuriert er seine Blessuren auf der Normalstation aus. In diesem Zusammenhang spricht Spohn von einem „Riesenglück“, dass seinen Leuten die – im Wortsinn – brandneue Einsatzkleidung zu Verfügung stand. Die ist „wesentlich robuster und hat dem Kameraden einiges gerettet“.

Auch der jüngste der drei leicht verletzten Bewohner des Dachgeschosses – übrigen eine Wohngemeinschaft – durfte das Krankenhaus inzwischen verlassen. Ines Lobenstein von der Wohnungslosen-Hilfe der Caritas versuchte als erstes, dem 26-Jährigen ein Handy zu besorgen, „damit er für seine Angehörigen erreichbar ist“. Bei der Feuerwehr, verrät Kommandant Spohn, habe sich der junge Mann für die Rettung „auch gleich noch persönlich bedankt“.

Der Einsatz dauerte übrigens bis weit in die Nacht hinein. Geräumt habe man den Obermarkt erst gegen 21 Uhr, sagt Spohn. „Um 22 Uhr haben wir eine erste Nachschau gemacht.“ In der Wohnung in der zweiten Etage unter dem zerstörten Dachgeschoss habe man Löschwasser aufgefangen, damit der 74-Jährige, der dort zu Hause und aktuell im Humplbräu untergebracht ist, „einen möglichst geringen Schaden hat“. Auch die Heizung habe man gerichtet, damit die Leute nicht frieren und durch die Kälte keine weiteren Schäden entstehen. In dem Gebäude befindet sich neben Wohnungen eine Arztpraxis, die zum Zeitpunkt des Feuers geschlossen war. Gegen 3 Uhr früh machten sich Spohn und Kollegen nochmals zum Brandort auf, „um sicherzugehen, dass auch wirklich alles in Ordnung ist“.

Zur Ursache des Feuers gibt es noch keine Erkenntnisse. „Die Kollegen der Kripo sind zur Spurensicherung vor Ort, die Ermittlungen laufen“, sagte Polizeisprecherin Carolin Englert auf unsere Anfrage.

peb

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