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Platz für 264 Pkw: Die von Alfred Fraas entworfene Parkbrücke über der Loisach in Wolfratshausen dürfte mehrere Millionen Euro kosten.

Neuer Vorschlag in der Parkplatzdebatte

Eine Parkbrücke über der Loisach

CSU-Stadtrat Alfred Fraas schaltet sich in die Parkplatzdebatte ein. Er liefert einen eigenwillig anmutenden Vorschlag: Ein Brückenbauwerk über der Loisach in Wolfratshausen, das Platz für 264 Pkw bieten würde. Dazu könnten in dem Komplex Büros und ein Veranstaltungsraum geschaffen werden.

Wolfratshausen – Die aktuelle Parkplatzdebatte in der Flößerstadt beschäftigt natürlich auch CSU-Stadtrat Alfred Fraas. „Wir haben aber ein räumliches Problem“, sagt der Kulturreferent des Stadtrates. In der Wolfratshauser Altstadt ist der Raum für neue Parkplätze nämlich begrenzt. „Und wenn wir bestehende Parkplätze überdachen, fallen sie uns zum Beispiel als Veranstaltungsflächen weg.“ Ein recht großes Areal im Herzen der internationalen Flößerstadt ist jedoch noch nicht bebaut: die Loisach.

Fraas: „Es ist technisch auf jeden Fall umsetzbar“

Alfred Fraas: Der CSU-Stadtrat bereichert die aktuelle Diskussion mit einem weiteren Vorschlag.

Mit einem Parteifreund stellte Fraas nach eigenen Worten im Herbst vergangenen Jahres Gedankenspiele an, wie man die Parkplatznot lindern könnte. Dabei kam beiden die Idee: „Man kann über den Fluss eine Parkbrücke spannen.“ Software-Entwickler Fraas arbeitete seitdem an einem Entwurf. Er skizzierte ein Bauwerk direkt neben der Andreasbrücke, zwischen dem östlichen und westlichen Loisachufer. Seine Planung sieht acht Halbgeschosse vor. Summa summarum wäre Platz für 264 Pkw. „Und das nur rund 100 Meter vom ehemaligen Isar-Kaufhaus entfernt.“ Das Brückenbauwerk würde laut Fraas rund zehn bis maximal 15 Meter in die Höhe ragen. „Und es ist technisch auf jeden Fall umsetzbar“, beteuert Fraas. Er verweist auf ähnliche Konstruktionen in Stuttgart und Leipzig – nur mit dem Unterschied, dass diese jeweils Autobahnen überspannen. „Das macht aber statisch keinen Unterschied.“ Laut Fraas ist bei solchen Bauwerken mit Kosten von 7000 bis 10 000 Euro pro geschaffenem Parkplatz zu rechnen. Das wären also – grob geschätzt – 1,8 bis 2,6 Millionen Euro Baukosten. „Das ist billiger als andere Parkplätze“, sagt der CSU-Stadtrat.

Konstruktion „wie ein Grünhaus“

Dass nicht jeder von seiner Vision begeistert wäre, war Fraas schnell klar. „Wir wollen ja weiterhin ein schönes Loisachufer.“ Deshalb habe er sich auch Gedanken gemacht, wie man das Projekt entsprechend gestalten könnte. In seinem Entwurf sieht die Konstruktion „wie ein Grünhaus aus“. Nur auf der Seite, die der Andreasbrücke zugewandt ist, verfolgt Fraas andere Pläne: „Man könnte die Fläche zwischen der Andreas- und der Parkbrücke aufschütten und eine Verbindung schaffen.“ Somit würde das imposante Bauwerk nicht nur das Parkproblem lösen. „Es wäre durchaus möglich, Büro- und Geschäftsräume zu integrieren.“ In dem Gesamtkomplex, so Fraas Idee, wäre dann beispielsweise auch Platz für das Büro des Citymanagers (den es noch nicht gibt) sowie für Mitarbeiter des städtischen Kulturamts. Die Fassade soll sich in den baulichen Stil der Altstadt einfügen.

Veranstaltungsraum im Obergeschoss mit Blick bis in die Berge

Zwischen Andreasbrücke und Rathaus könnte sich Alfred Fraas einen Komplex aus Park- und Geschäftshaus vorstellen (li.). Rechts oben: das städtische Gebäude am Untermarkt 10.

Auf dem Dach der Parkbrücke würde sich eine Aussicht auf das Rathaus, die Loisach und bis weit in die Berge bieten. „Das könnte man natürlich nutzen“, sagt Fraas. Ihm schwebt vor, auf einem Teil des Obergeschosses einen Veranstaltungsraum für bis zu 250 Gäste zu installieren. „Da könnte man zum Beispiel ein Café oder ein Restaurant mit einer wunderschönen Dachterrasse ansiedeln.“ Mit diesen Ergänzungen (Aufschüttung, Büroräume, Veranstaltungsraum), das räumt Fraas ein, würden „die Baukosten natürlich steigen“.

Von Dominik Stallein

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