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Neubau im Jahr 2024? Das AWO-Seniorenzentrum am Paradiesweg.

AWO-Seniorenzentrum

Neues Haus, aber nicht mehr Pflegeplätze

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Das AWO-Seniorenzentrum in Wolfratshausen ist beliebt und gut ausgelastet. Immer wieder werden Gerüchte laut, dass es erweitert werden soll – zuletzt in der Sitzung des städtischen Bauausschusses. Doch an den Gerüchten ist laut Recherchen unserer Zeitung wenig Wahres dran.

Wolfratshausen Fast 40 Jahre alt ist das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Paradiesweg in Wolfratshausen. Nach einer Komplettrenovierung 2004 ist es noch gut in Schuss. Dennoch erfüllt es nicht die Kriterien der 2011 verabschiedeten sogenannten Ausführungsbestimmungen des bayerischen Wohn- und Pflegequalitätsgesetzes. Die schreiben eine Raumgröße von mindestens 14 Quadratmetern und einen hohen Anteil von Einzelzimmern vor, erklärt Einrichtungsleiter Dieter Käufer. In Wolfratshausen gibt es aber fast nur Doppelzimmer.

„Deshalb müssten wir die Platzzahl nach den gesetzlichen Vorgaben quasi auf die Hälfte reduzieren“, sagt Käufer. „Das ist wirtschaftlich nicht tragbar.“ Auch die geforderte behindertengerechte Ausführung der Wasch- und Toilettenräume sei selbst durch größere Umbaumaßnahmen nicht zu bewerkstelligen. Die Alternative: ein Neubau. Den hat die AWO, die insgesamt 22 Häuser in Oberbayern betreibt, für 2024 anvisiert.

Mehr als die aktuell zur Verfügung stehenden 68 Pflegeplätze für Demenzkranke soll die Einrichtung aber auch in Zukunft nicht bekommen. „Diese Größe sehen wir vom Konzept her als ideal an“, erklärt Käufer. „In größeren Einheiten könnten wir die Menschen nicht mehr angemessen versorgen.“ Mehr Pflegeplätze seien aber auch nicht nötig, da die Nachfrage im Nordlandkreis befriedigt werden könne. „In akuten Fällen, wenn der Demenzkranke nicht mehr zu Hause gepflegt werden kann, können wir in der Regel einen Kurzzeitpflegeplatz anbieten. Wird ein Platz frei, wechselt er in den stationären Bereich.“ Nur zu den Hauptferienzeiten werde es manchmal eng, weil die Kurzzeitpflege da ausgelastet sei.

Bis 2024 soll der Betrieb wie bisher weiterlaufen. „Wir haben schon 2016 beim Landratsamt Bestandsschutz beantragt“, berichtet Käufer. Eine schriftliche Stellungnahme habe er von der Kreisbehörde noch nicht erhalten. Aber da viele Einrichtungen vor demselben Problem – Stichwort Ausführungsbestimmungen – stehen und durch die neuen Verordnungen im Landkreis bereits 170 Pflegeplätze weggefallen seien, ist Käufer optimistisch. Kleinere Maßnahmen – wie ein Verbrühschutz an den Waschbecken und zusätzliche Sicherungen für Rollstuhlfahrer – habe die AWO nach der Gesetzesänderung sofort umgesetzt.

Auch wenn der Neubau 2024 beginnt, muss das Seniorenzentrum nicht zusperren. Möglich wäre zum Beispiel, im Garten zu bauen und das alte Haus erst nach der Fertigstellung abzureißen, so Käufer. Die frei werdende Fläche könne dann wieder als Garten genutzt werden. Eine Alternative wäre der Kauf eines neuen Grundstücks. Doch konkrete Pläne dazu gibt es bisher noch nicht, betont Käufer: „Wir haben noch nicht einmal eine Bauvoranfrage gestellt.“

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