Zwei Männer auf einer Wiese.
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Sind optimistisch: Jakob Rottmüller (li.) und Christoph Marklstorfer wollen an der Geltinger Straße in Wolfratshausen ein Seniorenheim errichten. Doch noch scheitert das Projekt am Baurecht.

„Ist eine politische Entscheidung“

Neues Seniorenheim in Wolfratshausen geplant: Das ist der Knackpunkt

  • VonDominik Stallein
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Ein ortsansässiges Unternehmen will in der Stadt Wolfratshausen ein neues Seniorenheim bauen. Im ersten Durchlauf fiel das Projekt allerdings durch.

Wolfratshausen – Pflegeplätze für Senioren sind ein rares Gut. Eine Wolfratshauser Firma möchte daran etwas ändern: Ein Wohnheim mit bis zu 70 Zimmern soll an der Geltinger Straße entstehen. Der Bauausschuss lehnte die erste Voranfrage der Projektleiter ab – wegen rechtlicher Hürden. Die Bauwerber wollen jedoch nicht aufgeben, das Projekt liegt ihnen am Herzen. Im September soll sich der Ausschuss erneut mit dem Thema befassen.

Hinter dem Plan stehen der Wolfratshauser Architekt Christoph Marklstorfer (34) und Jakob Rottmann (36) aus Planegg. Gemeinsam haben Sie die Firma „Seniorenchalet Loisachblick“ gegründet und das Angebot an Pflegeplätzen in der Region analysiert. „Der Bedarf ist riesig“, sagt Rottmann. Und gerade in Wolfratshausen werde er in Zukunft noch steigen. Die vorhandenen Plätze würden nicht ausreichen. Mit einem großen Bauvorhaben an der Geltinger Straße möchten die beiden jungen Unternehmer diesem Trend etwas entgegensetzen. In vier Voll- und einem Sattelgeschoss – ähnlich wie im Tunap-Gebäude gegenüber – sollen Zimmer für alleinstehende Senioren und Paare entstehen. Alle mit Blick ins Grüne in einem gefällig gestalteten Gebäude, das zwischen Straße und Hecke platziert werden soll.

Das Projekt würde den Menschen und der Stadt viel bringen.

Architekt Christoph Marklstorfer

„Das Projekt würde den Menschen und der Stadt viel bringen“, zeigt sich Marklstorfer während des Rundgangs auf der Grünfläche überzeugt. „Unser Ziel ist, dass das Seniorenheim für die Bewohner ein neues, gemütliches Zuhause wird, einladend für Familie und Freunde ist und gleichzeitig Rückzugsorte bietet“, betont Rottmann. Für die Senioren gäbe es fußläufig viele Angebote im Schützenverein, Tennisclub, Fitnessstudio oder der Tanzschule zum Beispiel, die alle in Rufweite sind. Die Spazierwege auf der anderen Loisachseite sind in allen Altersklassen beliebt.

Bauausschuss des Stadtrats senkte den Daumen

Der Bauausschuss senkte aber zuletzt den Daumen, als er über einen Antrag auf Vorbescheid beriet. Das Votum sei nicht wegen des Bauvolumens, das laut Marklstorfer im Rahmen des Bebauungsplans liegt, negativ ausgefallen. Eben jener Plan deklariert das Areal aber als Sonderfläche für „Erholung und Freizeit“ – dauerhaftes Wohnen wäre demnach untersagt. Ganz verständlich ist das für die Projektleiter nicht. Rundherum gibt es zwar Erholungsangebote, aber nur wenige Meter davon entfernt beginnt ein reines Wohngebiet.

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Von dem Veto des Fachausschusses möchten sich Marklstorfer und Rottmann nicht aus der Bahn werfen lassen. Sie beantragten eine Änderung des Bebauungsplanes. Das betreffende Grundstück soll – wenn der Ausschuss ihrem Antrag folgt – in ein „sonstiges Sondergebiet“ umgewandelt werden, speziell für eine Nutzung als Seniorenheim. „Die Resonanz aus der Politik war positiv“, äußert sich Marklstorfer optimistisch. Die Notwendigkeit, weitere Wohn- und Pflegeplätze für ältere Menschen zu schaffen, habe die Stadt längst erkannt. „Wir wollen älteren Menschen, die hier leben oder mit der Stadt verbunden sind, eine Möglichkeit geben, in diesem Umfeld zu bleiben“, schreiben die Unternehmer in einer Pressemitteilung.

Jungunternehmer haben einen Plan B in der Tasche

Für das Gelände haben die beiden Jungunternehmer auch einen Plan B in der Tasche. „Wenn es nicht klappt, können wir auch etwas anderes errichten“, sagt Rottmann. Eine Herberge für Arbeiter, die in der Region eingesetzt werden, sei eine Option. Ein solcher Bau sei ebenfalls wirtschaftlich und würde vom Bebauungsplan problemlos ermöglicht. „Aber wir wollen mit dem Seniorenheim eine schöne, sinnvolle Lösung schaffen – eine, die allen etwas bringt“, betont Marklstorfer. „Sonst würden wir nicht so viel Energie in das Thema stecken.“

Wirtschaftlich und baulich sei der Plan umsetzbar, wie der 34-Jährige betont: „Es ist jetzt eine rein politische Entscheidung.“ Am 15. September befasst sich der Bauausschuss mit dem Antrag der Seniorenchalet Loisachblick GmbH. (dst)

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