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Freuten sich über große Besucherresonanz: (hi., v. li.) Drehbuchautor Christian Lex, Produzent Nils Dünker, Regisseur Hans Steinbichler und Schauspieler Florian Karlheim mit (vo. v. li.) den Kinobetreibern Cornelia John und Gudrun Heigl sowie Angelika Nachtmann.

Unglaubliche Geschichte im Kino

Niemand glaubte Angelika Nachtmanns kranker Tochter

Wolfratshausen – Seit Donnerstag zeigt das Kino in der Bahnhofstraße „Die unerhörte Frau“. Es ist ein Streifen, der nicht nur aufgrund des verfilmten Schicksals von Angelika Nachtmann aus Höhenrain und ihrer Tochter Katharina bisher nahezu keinen Besucher kalt ließ.

„Das sind die extremsten Reaktionen, die ich je als Regisseur erlebt habe“, sagte Hans Steinbichler beim Kinobesuch in Wolfratshausen. Der 47-jährige, mehrfach ausgezeichnete Regisseur („Hierankl“, „Landauer – Der Präsident“) wollte genau wissen, wie das Publikum sein Werk aufnimmt. Deshalb unternahm er zusammen mit dem Produzenten Nils Dünker, Drehbuchautor Christian Lex sowie Schauspieler Florian Karlheim eine Tour durch Lichtspielhäuser.

Die Handlung des Films entfaltet in 90 Minuten eine enorme Tiefe: Verzweifelt sucht Hanni (gespielt von Rosalie Thomass) einen Arzt, der die ständigen Kopfschmerzen und die Wachstumsstörung ihrer Tochter Magdalena (Romy Butz) erkären kann. Sie wird immer wieder abgewiesen – die meisten Ärzte halten das Mädchen für eine Simulantin. Die hohen Kosten für die Untersuchungen sowie die Auseinandersetzungen mit ihren vernachlässigten beiden Söhnen und ihrem Mann (Florian Karlheim) bringen Hanni an den Rand der Verzweiflung. Doch aufgeben kam für sie nie in Frage. Sie landet bei einem Spezialisten in New York. Die Diagnose: Ein bösartiger Tumor, der sich auf den Seenerv gelegt hatte. Dank einer Operation wird Magdalena geheilt, doch für Mutter Hanni ist der Kampf noch nicht zu Ende. Sie zieht vor das Münchner Landgericht, um die Ärzte zur Verantwortung zu ziehen, die den Klagen ihrer Tochter keinen Glauben geschenkt hatten.

„Ich sehe den Film als Botschaft für Eltern, Pädagogen und Mediziner“, freute sich das reale Vorbild Angelika Nachtmann über die gelungene Umsetzung ihrer Erlebnisse. Rechtsanwalt Dr. Josef Hingerl aus Wolfratshausen, der damals für seine Mandantin den realen Schadensersatzprozess gewann, sagte: „Das hat sich lange hingezogen, aber gelohnt. Die Geli ist im Film wirklich gut getroffen.“

Regisseur Steinbichler zollte dem Wolfratshauser Kino Respekt: Dafür, dass die Betreiber Gudrun Heigl und Cornelia John in Zeiten, in denen die großen Filmpaläste in München fast nur noch auf Hollywood-Blockbuster setzen, einen Film mit vergleichsweise niedrigem Budget in ihr Programm aufgenommen haben. Zusammen mit Angelika Nachtmann und dem Filmteam nahm Steinbichler bei dem Ortstermin noch einen schwarzen Textmarker zur Hand, um sich auf einem Filmplakat zu verewigen. Mit einem Kleinbus brach das Team dann zum nächsten Kino-Besuch in Gröbenzell auf.

Zurück blieben beeindruckte Kinobesucher, von denen viele aus Rührung mit Tränen aus dem Vorführsaal gegangen sind.

Aufführungen

Das Drama „Die unerhörte Frau“ über das Schicksal der Höhenrainer Familie um Angelika Nachtmann läuft die kommenden Tage im Kinocenter Wolfratshausen an der Bahnhofstraße 10: jeweils werktag um 20 Uhr sowie samstags und sonntags um 17 und um 20 Uhr.

ph

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