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Alles auf Gelb: Fritz Haugg will die FDP im Landkreis nach vorn bringen.

FDP-Bundestagskandidat stellt sein Programm vor

Noch fehlt der Biss

Wolfratshausen - Fritz Haugg ist Direktkandidat des neuen FDP-Wahlkreises 223 Bad Tölz–Wolfratshausen/Miesbach für die Bundestagswahl. Der 26-jährige Diplom-Volkswirt und Planegger Gemeinderat stellte sich und sein Programm beim Stammtisch des Kreisverbands Bad Tölz-Wolfratshausen im Wirtshaus Flößerei vor.

Fritz HauggDirektkandidat des neuen FDP-Wahlkreises 223.

Die FDP im Landkreis wittert Morgenluft. Nachdem die Freien Demokraten bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Wochenende mit einem Plus von knapp fünf Prozent kräftig zugelegt haben, hegen sie die Hoffnung auf einen erfolgreichen Bundestagswahlkampf. „Der Weg weist in die richtige Richtung. Wenn wir engagiert kämpfen, wird es 2017 wieder eine FDP-Bundestagsfraktion geben“, glaubt jedenfalls Fritz Haugg (46), Direktkandidat des neuen FDP-Wahlkreises 223 Bad Tölz–Wolfratshausen/Miesbach für die Bundestagswahl. Der Diplom-Volkswirt und Planegger Gemeinderat stellte sich und sein Programm beim Stammtisch des Kreisverbands Bad Tölz-Wolfratshausen im Wirtshaus Flößerei vor.

Ganz oben auf seiner Liste führt er das Thema Mietpreisbremse. „Die klingt gut, hat aber total versagt, weil sie zu leicht ausgehebelt werden kann“, so Haugg, der sich außerdem für eine Modernisierung des Bildungswesens und den Breitbandausbau stark machen will. Auch das Thema Infrastruktur brennt ihm auf den Nägeln. „Trotz Rekordsteuer gibt es wieder keine Mittel für die BOB, die weiter nicht im 30-Minuten-Takt fahren kann. Das kann doch nicht sein, dass ländliche Regionen so abgehängt werden“, ärgert sich der Bundestagskandidat. Regelrecht „erschüttert“ zeigte sich der kinderlose Inhaber einer Marketingagentur, dass „es so arme Kinder auch in Deutschland gibt, besonders in den Städten“, weshalb das Thema Kinderarmut auch auf seine Liste gerutscht war.

„Kinderarmut, Chancengleichheit bei der Bildung: Das sind SPD-Themen. Wo platziert sich die FDP?“, fragte Friedrich Böbel, Schriftführer im Kreisvorstand. Er machte deutlich, dass ihm bei der Themenfindung noch der rechte Biss fehlt und empfahl: „Wir müssen die Themen zuspitzen, damit klar wird, wie wir die Hoheit darüber zurückbekommen.“

Jens Müller kam mit der von Haugg propagierten „neuen Richtung“ nicht zurecht. „Das sind Schlagworte wie vor zehn Jahren. Politisch neue Ziele haben Sie mir nicht genannt“, monierte der ehemalige FDP-Kreisvorsitzende. Fritz Haugg lächelte und nahm weitere Anregungen entgegen, die vor allem Böbel mit kräftigem Organ in die kleine Stammtischrunde schmetterte. „Wir brauchen eine Position zum Thema Flüchtlinge. Dazu müssen wir was sagen. Wenn Du bei dem Thema eine offene Flanke lässt und keine Antwort hast, hört Dir bei anderen Themen keiner mehr zu“, wies der promovierte Elektroingenieur auf eine gravierende Lücke im Wahlprogramm hin. „Lasst uns unbequemen Fragen direkt ins Auge schauen und nicht ausweichen“, sagte Böbel. Er forderte „extreme Klarheit, was Sachthemen angeht“ und „gezielte, inhaltliche Tabubrüche“.

Haugg lächelte immer noch. Doch inzwischen schwante ihm wohl, dass da noch viel Arbeit wartet auf dem Weg nach Berlin.

rs

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