S-Bahn: Technische Störung auf der S7, Verzögerungen auf der Stammstrecke

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„Es führt kein Weg daran vorbei“: Dr. Stephan Hartwig vor den Tropfbehältern. An ihrer Stelle entstehen ein Klärgas- und ein Entschwefelungsbehälter.

Kläranlage Wolfratshausen

Notfackel nur noch im Notfall

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Wolfratshausen – Die Kläranlage wird fit für die Zukunft gemacht. Im August sollen die beiden alten Tropfbehälter auf dem Gelände am Isarspitz abgebrochen werden. Läuft alles nach Plan, beginnen am 1. Oktober die Bauarbeiten für je einen Klärgas- und einen Entschwefelungsbehälter.

Laut Dr. Stephan Hartwig, Geschäftsleiter des Abwasserverbands Isar-Loisach-Gruppe, wird das Projekt rund 800 000 Euro kosten. Eine gewaltige Investition, die sich aber lohnt, sagt Hartwig, und an der sowieso kein Weg vorbei führt. Der Grund: Der alte Gasbehälter ist zu klein.

Das beim Faulungsprozess entstehende Gas wird derzeit in einem 450 Kubikmeter großen Niederdruck-Gasbehälter gespeichert. Damit können Schwankungen im Gasanfall und -verbrauch ausgeglichen werden. Mit dem Gas werden zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) auf der Kläranlage betrieben. Der entstehende Strom wird in das Betriebsnetz eingespeist und deckt etwa zu 50 Prozent den Stromverbrauch der Anlage. Überschüssiges Gas aus dem Gasbehälter wird per Notfackel verbrannt.

Genau damit soll künftig Schluss sein. „Wir produzieren jeden Tag 2000 bis 3000 Kubikmeter Gas“, sagt Hartwig. Was die Blockheizkraftwerke verarbeiten können – rund 1500 Kubikmeter –, wird ihnen zugeführt, was übrig bleibt, wird verbrannt. Der neue Gasbehälter wird einen Durchmesser von 14,50 Metern haben, rund vier Meter hoch sein und 2000 Kubikmeter fassen. „Dieses Volumen sollte reichen, dass die Fackeln nur noch im äußersten Notfall eingesetzt werden.“ Oben drauf kommt ein fünf Meter hoher Zylinder, eine Sicherheitsvorkehrung, durch die das Gas im Störfall entweichen kann. Der alte Gasbehälter wird erst abgerissen, wenn der neue steht. So wird gewährleistet, dass der Betrieb nahtlos weiterlaufen kann.

Die neuen Behälter entstehen dort, wo jetzt zwei alte Tropfbehälter stehen. Diese wurden 1964 gebaut, fassen jeweils 2000 Kubikmeter und verrichteten bis Anfang der 1990er Jahre ihren Dienst. Dann wurden sie stillgelegt, weil technische Neuerungen ihnen den Rang abliefen. Der Abriss wird in mehreren Stufen in Handarbeit erledigt. Außenhülle, Mineralwolle, die Lavasteine im Innern – alles muss genau untersucht und speziell entsorgt werden. „Hier werden bald jede Menge Menschen in weißen Schutzanzügen arbeiten“, sagt Hartwig.

Wenn die neuen Behälter stehen, geht es weiter. Auch die Blockheizkraftwerke müssen dem Stand der Technik sowie der Gasmenge, die sie künftig verarbeiten sollen, angepasst werden. „Nach 15 Jahren setzt langsam auch der Verschleiß ein, das ist ganz normal“, sagt Hartwig.

Damit die neuen Kraftwerke möglichst effizient arbeiten, wird übrigens der Entschwefelungsbehälter gebaut, den der Bauausschuss zusammen mit dem Gasbehälter in seiner jüngsten Sitzung einstimmig abgesegnet hat. „Die neuen Kraftwerke reagieren schlecht auf Schwefel“, erläutert Hartwig. Zweieinhalb Jahre im Berufsleben hat der Geschäftsleiter noch. Gehen will er erst, wenn auch dieses Projekt abgeschlossen ist.

Dem Abwasserverband Isar-Loisachgruppe gehörensumma summarum sechs Mitgliedsgemeinden an: die Städte Wolfratshausen und Geretsried sowie Königsdorf, Egling, Icking und Dietramszell mit rund 120 000 so genannten Einwohnergleichwerten.

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