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In Wolfratshausen sind aktuell 30 Personen in Notunterkünften der Kommune untergebracht.

Obdachlosigkeit

Wohnungsnot in Wolfratshausen spitzt sich zu

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Ines Lobenstein stellt kürzlich den Obdachlosenbereicht 2016 vor. Um ihren Job wird die Caritas-Mitarbeiterin in Wolfratshausen von kaum jemandem beneidet.

Wolfratshausen – In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Jugend, Sport und Soziales stellte Lobenstein kürzlich den Obdachlosenbericht 2016 vor. Der Rathauschef sowie Vertreter aller Fraktionen dankten Lobenstein im Anschluss für ihr Engagement, das weit über das Normalmaß hinausgehe.

„Uns fehlen Wohnungen, das muss ich ihnen nicht sagen“, stellte Lobenstein fest. 30 Personen sind aktuell in Notunterkünften der Kommune untergebracht. Die Zahl der Frauen und Männer hält sich in ungefähr die Waage. Die seit Jahren herrschende Wohnungsknappheit in der Flößerstadt führt laut Lobenstein dazu, „dass immer mehr Menschen von Obdachlosigkeit bedroht sind“.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen“

Die Situation wird nach ihren Worten durch anerkannte Asylbewerber – „derzeit gibt’s 68 sogenannte Fehlbeleger, für die wir noch Wohnungen suchen“ – und den Familienzuzug verschärft. „Wir stehen vor großen Herausforderungen“, sagte Lobenstein. Sie wolle aber nicht Schwarzmalen.

„Es gibt einfach Menschen, die mit unserem System überfordert sind“, erklärte Lobenstein den Ausschussmitgliedern. Frauen und Männer, die sich nicht eingestehen würden, dass sie Hilfe brauchen, Antragsformulare nicht verstehen, nicht ausfüllen und Fristen versäumen würden. Das Resultat: Der Staat kürzt ihnen nach und nach Leistungen, „bis die Miete nicht mehr bezahlt werden kann“.

Manche Vermieter nehmen lieber Asylbewerber als Obdachlose

Bürgermeister Klaus Heilinglechner wies auf das „schwierige Klientel“ hin, das Lobenstein betreut. Darunter befinden sich laut Rathauschef „einzelne Persönlichkeiten, die gewisse Anforderungen und ein Auftreten haben, das nur selten gerechtfertigt ist“. Die Caritas-Mitarbeiterin räumte ein, „dass mancher Vermieter lieber einen Asylbewerber nimmt“, weil „der Umgang mit ihm leichter ist“, als mit dem einen oder anderen Bewohner einer Notunterkunft.

Für ihre „Arbeit in einem aufreibenden Spannungsfeld“ sagte Peter Plößl der Caritas-Mitarbeiterin im Namen der CSU Dankeschön. Respekt zollten ihr auch die Vertreter der Bürgervereinigung, der SPD und der Grünen. Lobenstein wiederum betonte, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Stadtrat beileibe nicht in jeder Kommune so gut funktioniere wie in Wolfratshausen. Das wisse sie aus Gesprächen mit Berufskollegen.

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