Amtsgericht Wolfratshausen
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Wegen unerlaubten Waffenbesitzes musste sich ein Österreicher vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten.

Amtsgericht verhängt Geldstrafe

Österreicher sitzt wegen Holzschwert in Wolfratshausen auf der Anklagebank

Eine saftige Geldstrafe muss ein Österreicher zahlen. Bei einer Verkehrskontrolle fand die Polizei in seinem Pkw ein gut ein Meter langes Übungsschwert.

Wolfratshausen – Ein hölzernes Übungsschwert bescherte einem selbstständigen Kaufmann Ärger mit der Justiz. Wegen Zuwiderhandlung gegen ein Waffenverbot wurde der Ismaninger (55) vom Amtsgericht Wolfratshausen zu 2700 Euro Geldstrafe verurteilt.

Am 13. März dieses Jahres gegen 17 Uhr war der Mann bei einer Verkehrskontrolle an der Äußeren Sauerlacher Straße überprüft worden. Dabei fanden die Beamten das 1,10 Meter lange Übungsschwert, welches im Innern des Pick-ups „in greifbarer Nähe vom Fahrersitz“ lag. „Damit kann man sauber zuschlagen“, sagte ein Polizist als Zeuge vor Gericht. Das Schwert fällt unter das allgemeine Waffenbesitzverbot, dass vor einiger Zeit gegen den Mann erlassen worden war.

Polizei wird bei Hausdurchsuchung fündig

Das Schwert habe er einst von seinem Meister erhalten, erklärte der Angeklagte entschuldigend. Als er angehalten worden war, sei er damit auf der Fahrt zum Aikido-Training gewesen. „Es gibt bei mir viele, viele Waffen“, räumte der Mann ein. „Viele sind antik.“ Darauf war die Polizei bei zwei Hausdurchsuchungen gestoßen. Die erste war wegen Verdachts der Unterschlagung durchgeführt worden. Die zweite, „weil sie ein Bild suchten, dass mir ein Immobilienhändler gegeben hat, der inzwischen im Gefängnis sitzt“, erzählte der Angeklagte. Dabei war die Waffensammlung entdeckt worden. „Das war wieder ein Zufallsfund, ich bin zweimal reingerasselt“, jammerte der Mann.

Wir erwischen nicht die Gescheiten.“ 

Helmut Berger, Richter am Amtsgericht Wolfratshausen

„Wir erwischen nicht die Gescheiten“, entgegnete der Richter achselzuckend. Zwei Mal war der Österreicher in den vergangenen Jahren wegen des Besitzes verbotener Waffen verurteilt worden. Die letzte kurze Bewährungsstrafe aus dem Jahr 2018 war ihm erst zwei Monate vor der Verkehrskontrolle erlassen worden.

Wegen der einschlägigen Vorstrafen des Mannes verurteilte Richter Helmut Berger den Waffenfan zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro. (rst)

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