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Gut amüsiert haben sich die Besucher des ausverkauften Benefizabends im und für das Badehaus.

„Hier soll Leben rein“

Oskar-Maria-Graf-Abend im Badehaus begeistert rund 100 Besucher

Es bewegt sich was am Kolpingplatz. Das ehemalige Badehaus entwickelt sich schon jetzt zu einem Ort der Begegnung. Das zeigte auch der Benefizabend „Kindheit in Berg – Oskar Maria Graf und seine Tochter“ am Sonntag. 

Waldram – „Hier soll Leben rein“, sagte Dr. Sybille Krafft in ihrer Begrüßung. Die Vorsitzende des Vereins Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald freute sich sichtlich über das große Interesse an der Gedenkveranstaltung für den 1967 verstorbenen Schriftsteller Oskar Maria Graf und dessene Tochter Annamirl. „Er hätte sich mit dem Badehaus identifizieren können“, glaubt Krafft. Denn wie die jüdischen Bewohner in Föhrenwald war auch Oskar Maria Graf auf der Flucht. Er verließ seine Heimat Berg zunächst in Richtung München und siedelte später nach Brünn, Prag und New York über. Den Bogen von Bayern in die USA spannte zunächst der Zither-Manä, indem er auf seinem Musikinstrument Elemente des Blues mit Landlern und Polkastücken verschmolz. Zwischendurch las Claus Steigenberger Auszüge aus berühmten Werken Grafs. Szenen aus der damaligen Schwabinger Bohème, die in Künstlerateliers rauschende Feste feierten, erheiterten die Besucher ebenso wie die authentischen Schilderungen des Romans „Das Leben meiner Mutter“. „Das ist wahrscheinlich das beste Buch, das je ein Mann über eine Frau geschrieben hat“, befand Krafft. Anders als bei vergleichbaren Lesungen wurde am Sonntagabend zudem richtig gerockt. Als der Zither-Manä den Chuck-Berry-Klassiker „Johnny B. Goode“ anstimmte, klatschten die Besucher begeistert mit und stärkten sich anschließend am bayerischen Buffet.

Gutes Duett: Claus Steigenberger und der Zither-Manä.

Die Vorführung eines Dokumentarfilms über das Leben der 2008 verstorbenen Annamirl Graf beendete die zweieinhalbstündige Veranstaltung, die aufgrund der enormen Nachfrage wiederholt wird. Und das ist nicht alles: „Sie können sich schon auf weitere Benefizveranstaltungen einstellen“, kündigte Krafft an. Zudem dankte sie dem Kulturverein Isar-Loisach, der am Sonntag nach einer kräftezehrenden ausverkauften Matinée im Hinterhalt Stühle und Barhocker in den Badehaus-Keller transportiert hatte und zwischendurch jede Menge Geschirr spülte.

Info

Die Veranstaltung „Kindheit in Berg – Oskar Maria Graf und seine Tochter“ wird am Freitag, 1. Dezember, um 20 Uhr im Badehaus am Kolpingplatz 1 wiederholt. Karten für 14 Euro (zuzüglich Gebühr) sind im Hinterhalt, bei Bücher Ulbrich und Sport Utzinger in Geretsried sowie im Gummibärchenladen in Wolfratshausen erhältlich.

Peter Herrmann

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