Von Hand gefärbt werden im Geretsrieder Bauernladen vor der Karwoche etwa 2000 Eier vom Bertenbauernhof in Dietramszell. 
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Von Hand gefärbt werden im Geretsrieder Bauernladen vor der Karwoche etwa 2000 Eier vom Bertenbauernhof in Dietramszell. 

Gehört in jedes Osternest

Ostereier natürlich färben: Experten verraten ihre Tipps

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Wer im Alltag auf Nachhaltigkeit achtet, sollte zum Osterfest keine Ausnahme machen. Auf bunte Eier braucht trotzdem niemand verzichten. Sie lassen sich mit Naturmaterialien färben.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Zu einem richtigen Osterfest gehören viele bunte Eier. Neben den Exemplaren aus Schokolade müssen natürlich auch hart gekochte Eier im Nest liegen. Wir haben uns umgehört, wie man diese Eier am besten färbt – und das auf ganz natürlichem Weg.

Einer, der es wissen muss, ist Bertenbauer Michael Häsch aus Dietramszell. Jede Woche verkauft der Landwirt im Direktvertrieb 70.000 bis 80.000 Eier. Er empfiehlt, zum Färben am besten Eier der Größe M zu kaufen. Die seien in der Regel von jungen Hennen und würden über eine bessere Schale verfügen. „Sie platzt beim Färben nicht so schnell auf“, spricht der Experte aus Erfahrung.

Eier nach dem Kochen abschrecken

Vor dem Kochen sollten die Eier einige Zeit dunkel und kühl gelagert werden. Im besten Fall zehn bis 14 Tage. „Dann lassen sie sich besser schälen.“ Außerdem rät der 60-Jährige, die Eier nach dem Kochen mit kaltem Wasser abzuschrecken. Denn die Hitze wirke sich auf die Konsistenz des Innenlebens aus. Anschließend können sie ins Farbbad wandern.

Nicht wundern sollten sich Verbraucher, wenn der Dotter nach dem Kochen einen grünen Rand hat. Das sei ein ganz natürlicher Vorgang. Dabei reagiere das Eisen aus dem Eigelb mit dem Schwefelwasserstoff aus dem Eiweiß. In seinem Hofladen und an seine Lieferkunden verkauft Häsch übrigens auch bunte Eier. Sie erhalten ihren Überzug in einer Färberei bei Günzburg.

Eier und viele weitere Produkte aus der Region gibt es im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen häufig rund um die Uhr. Eine Übersicht aller Automaten und Selbstbedienungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Ostereier mit Matetee, Kurkuma oder Blaukraut färben

Selbst zur Farbe greifen die Frauen im Geretsrieder Bauernladen. Knapp 2000 Eier – vom Bertenbauernhof – färben sie jedes Jahr vor der Karwoche. „Unsere Eier sind nicht lackiert“, sagt Betreiberin Agnes Holzer. „Wir machen das selber mit Naturfarbe.“ Aber weil die Eierschale durchs Färben nicht verschlossen wird, seien sie nicht so lange haltbar wie die aus dem Supermarkt. „Deshalb gibt es sie bei uns auch nur in der Woche vor Ostern“, erklärt Holzer. Gefärbt wird beispielsweise mit Matetee. „Das macht die Eier schön grün.“ Auch Gelbwurz (Kurkuma) wandert in den großen Topf. Damit am Ende des Prozesses ein gleichmäßiges Ergebnis herauskommt, „muss man das schon raus haben“, sagt die Landwirtin. Damit die Eier zum guten Schluss schön glänzen, werden sie noch mit Schweinefett eingerieben.

Den Kurkuma-Tipp für gelbe Ostereier kann Sabine Riesch vom Unverpackt-Laden in Bad Tölz bestätigen. „Das funktioniert sehr gut“, sagt die 38-Jährige. Auf einen Liter Wasser nimmt sie drei bis vier Teelöffel Pulver des exotischen Gewürzes. Anschließend lässt Riesch den Sud 30 Minuten köcheln und ein bisschen abkühlen, bevor die gekochten Eier hineinwandern. Wer es lieber rot, pink oder lila mag, kann mit Blaukraut oder roter Beete färben. Auf einen Liter Wasser nimmt man 500 Gramm von dem Gemüse, so Riesch. „Klein schneiden und 40 Minuten kochen lassen.“ Anschließend den Sud durch ein Tuch abgießen und die Eier hineinlegen. „Mindestens drei Stunden, besser noch über Nacht“, so ihre Empfehlung. Auf Essig als Zugabe ins Wasser verzichtet die 38-Jährige. Warum? „Der Essig das Ganze eher auf und eignet sich nur zum Aufhellen.“

Und wie lange lässt man die Eier im kochenden Wasser? „Sechs bis sieben Minuten“, antwortet Kreisbäuerin Ursula Fiechtner aus Wackersberg. „Sonst muss man sie ziemlich schnell aufbrauchen.“ Außerdem seien sie dann auch besser zum „Oarscheibn“.

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