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Braucht Wolfratshausen mehr Parkplätze? Zu dieser Frage gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.

Zu viele Fehler

Parkkonzept für die Innenstadt fällt im Stadtrat durch

Wolfratshausen – Das Parkkonzept für die Innenstadt ist im Stadtrat durchgefallen. Die Planer wurden kritisiert.

Bereits im November 2014 beauftragte der Bauausschuss das Büro „plankreis“ und das Büro Ingevost damit, die Parkraumgestaltung in der Innenstadt in Form einer Machbarkeitsstudie zu untersuchen. Dabei flossen auch Vorschläge des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen und des ehemaligen SPD-Ortsvorsitzenden Hans Gärtner ein. Die Ergebnisse wurden bereits im August 2015 vorgelegt, mussten jedoch aufgrund der Arbeiten zur Flüchtlings-Unterbringung um fast ein Jahr verschoben werden. Nachdem Susanne Rentsch und Christian Fahnberg ihre Erkenntnisse nun den Stadträten erläutert hatten, konnten diese ihren Unmut über die Ergebnisse nicht verhehlen.

Geprüft wurden die Parkplätze hinter der Sparkasse, an der Loisachhalle, an der Hammerschmiedschule sowie die Situation am Hatzplatz. Kriterien waren unter anderem die Erreichbarkeit der Marktstraße, Parkgebühren und das Verkehrsaufkommen. Fahnberg empfahl eine Parkdauer- beziehungsweise Auslastungserhebung. „Es ist wichtig, die Parksituation in der Innenstadt an bestimmten Werktagen und am Samstag zu typischen Tageszeiten zu untersuchen. Da gibt es von Stadt zu Stadt gravierende Unterschiede“, erklärte Fahnberg. Bevor ein integriertes Parkraumkonzept angegangen werde, sei es notwendig, sich auf Ziele zu einigen und dabei die Wechselwirkungen von Kfz-Verkehrsmengen, Aufenthaltsqualität und Einkaufsverhalten herauszufinden.

CSU-Stadtrat Dr. Manfred Fleischer übte scharfe Kritik an diesen vermeintlichen Handlungsanweisungen: „Wir wollten eigentlich nur wissen, ob wir zusätzliche Parkplätze brauchen und wo wir sie brauchen. Sie aber haben deutlich mehr Fragen aufgeworfen, als wir lösen können“. Zudem warnte er davor, auf die finanzielle Hilfe der Städtebauförderung zu hoffen. Die Einreichung der dafür nötigen Anträge könne wichtige Projekte um viele Jahre verzögern.

Annette Heinloth (Grüne) und Fritz Meixner (SPD) bedauerten, dass seit dem Bauausschuss-Beschluss zum Parkkonzept so viel Zeit vergangen ist und kaum Fortschritte erzielt wurden. „Da hätten Sie in der Zwischenzeit wesentlich mehr Informationen einholen können“, warf Meixner den Planern vor. Auch Helmut Forster (Bürgervereinigung) machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Das ist ein Bestandsverzeichnis mit vielen Fehlern, Wir sollten nun endlich Nägel mit Köpfen machen“, forderte der Ex-Bürgermeister.

Richard Kugler (parteifreier Stadtrat für die CSU) ging noch ein wenig schärfer mit den Planern ins Gericht: „Wenn wir mit Ihnen in der Planung fortfahren, werden wir in den nächsten 20 Jahren nichts zerreißen.“ Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) regte schließlich an, dieses wichtige Thema in Fraktionssitzungen zu diskutieren, um danach mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner einen zeitlich eng gesteckten Fahrplan für das Parkkonzept aufzustellen. Diesem Vorschlag folgten nach knapp zweistündiger Debatte alle Stadträte.

von Peter Herrmann

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