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Soll ausgebaut werden: Der Parkplatz am Paradiesweg.

Erneute Debatte im Bauausschuss

Parkplatzbau in Wolfratshausen wird zur Hängepartie

Vor einem Jahr fiel der Beschluss: Am AWO-Zentrum in Wolfratshausen sollen zusätzliche Parkplätze entstehen. Doch nun steht der Baubeginn wieder in den Sternen.

Wolfratshausen – In Zentrumsnähe einen Parkplatz zu finden, ist schwierig in der Flößerstadt. Mindestens genauso schwierig gestaltet es sich, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Der Stadtrat möchte den Parkplatz am Paradiesweg ausbauen – das steht lange fest. Vor einem Jahr, am 10. Mai, wurde der Beschluss gefasst, mindestens 24 ebenerdige Stellflächen zu bauen.

Wie viele es nun endgültig werden und ob nun vielleicht doch besser ein Parkdeck gebaut wird – das waren Fragen, die der Bauausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch abschließend hätte beantworten können. Nach einer einstündigen Diskussion entschied sich das Gremium, nochmals alle geprüften Varianten zu vergleichen. Vom Fleck kommt die Stadt damit nicht.

Bereits im November lagen dem Ausschuss drei ebenerdige Optionen vor, Parkplätze zu schaffen. Die „Maximalvariante“ mit 68 Stellflachen, also 17 mehr als bisher, war dem Gremium mit Kosten in Höhe von 250 000 Euro schlicht zu unwirtschaftlich. Die CSU stellte den Antrag, die Errichtung eines Parkdecks zu prüfen. Einen Entwurf dafür stellte Stefan Richtsfeld von der Firma Goldbeck am Mittwoch vor: Ein Halbgeschoss läge unter dem Boden, das zweite Geschoss wäre nach oben offen. Insgesamt würden zirka 89 Parkplätze entstehen. Kosten: rund eine Million Euro. Hinzu kämen Kosten für die Parkhausfassade, Gutachten, ein Dach, Lärmschutzmaßnahmen und für die Umlegung von Leitungen, die unter dem derzeitigen Parkplatz verlaufen.

Dr. Hans Schmidt (Grüne) monierte die hohen Ausgaben für das Bauwerk. „Jeder zusätzliche Stellplatz würde 41 000 Euro kosten“, rechnete er vor. Das sei „über der Schmerzgrenze“. Auch der Fraktionschef der Bürgervereinigung, Josef Praller, äußerte sich kritisch: „Die Kosten pro dazu gewonnenem Parkplatz begeistern uns nicht wirklich.“ Praller regte an, sich wieder auf eine ebenerdige Lösung zu fokussieren. „Die zweite Ebene beäugen wir eher kritisch.“ Ins selbe Horn stieß Gerlinde Berchtold (SPD): „Wir reden von einer Million Euro, in der noch nicht alle Kosten enthalten sind“ Die Firma Goldbeck rechne mit einer möglichen Steigerung von 15 Prozent. „Wem sollen wir erzählen, dass wir so viel Geld für 37 zusätzliche Parkplätze ausgeben?“, so Berchtold.

Die CSU-Fraktion rechnete anders. „Wir erlauben Unternehmen, Parkplätze für 15 000 Euro abzulösen. Wir können das Geld nicht ständig einnehmen und dann nichts dafür bauen“, mahnte Richard Kugler (parteifrei für CSU). Es sei „gut, da mal ein Stück weiterzukommen“.

Für die Amortisierung der Kosten hatte Fraktionschef Günther Eibl eine Idee: „Wenn wir eine kleine Gebühr für das Parken verlangen, rentiert sich das auf Dauer.“ Er forderte die Ratskollegen auf, in die Zukunft zu denken – und das zeitnah: „Wir müssen jetzt mal zu Potte kommen. Ständig überlegen wir uns, was wir alles wollen und sobald die Kosten auf den Tisch kommen, geht das Gejaule los.“ Er erinnerte an den Plan, Parkplätze am westlichen Loisachufer aufzulösen, um diesen Bereich schöner schöner zu gestalten. „Wenn ich das machen will, muss ich Alternativen anbieten.“ Die Diskussion bezeichnete er als „fadenscheinig“.

Schmidt stellte den Antrag, den Bürgermeister mit einer weiteren Aufgabe zu betrauen: Er solle einen Kostenvergleich zwischen einem Parkdeck und einer „optimierten, ebenerdigen Lösung“ aufstellen und dem Gremium präsentieren. „So ist das keine Entscheidungsgrundlage“, sagte Schmidt.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner war überrascht: „Wir sollen untersuchen, untersuchen und untersuchen, aber letztlich kommt es zu keiner Entscheidung.“ Der Rat habe sich auf eine ebenerdige Lösung verständigt, im November diese Pläne verworfen – und nun wieder keine Entscheidung getroffen. dst

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