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Jede Menge Erinnerungen: Wenn Roswitha Beyer, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, nicht zu Besuch in Manzano ist, schwärmt sie im heimischen Wohnzimmer von den Freunden im Friaul.

40 Jahre Freundschaft mit Manzano

Partnerschaft: "In Manzano vergesse ich meine Sorgen“

Wolfratshausen – 40 Jahre Freunde, fünf Jahre Partner: Roswitha Beyer spricht über die innige Beziehung der Städte Manzano und Wolfratshausen.

Sie hat rund 7000 Einwohner, liegt in Italien – genauer gesag: in der Provinz Udine in Friaul-Julisch Venetien – etwa 14 Kilometer südlich von Udine, ihr Schutzpatron ist Valentin von Terni: die Gemeinde Manzano. Seit vier Jahrzehnten unterhält die Stadt Wolfratshausen eine Freundschaft mit den Manzanesi, nicht ganz so lange – fünf Jahre – gibt es den Freundschaftsverein. Dessen Vorsitzende ist Roswitha Beyer. Die gebürtige Österreicherin erinnert sich im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Dominik Stallein an erste Begegnungen, Dinge, die man von den italienischen Freunden lernen kann sowie die Geburtstagsfeier am Wochenende.

Frau Beyer, seit 40 Jahren sind Wolfratshausen und Manzano miteinander befreundet. Wie kam es zu der Freundschaft?

1976 gab es in Manzano zwei schwere Erdbeben. Während des Bebens im September war die Musikkapelle Corpo Bandistico Nereo Pastorutti zu Gast in München. Auf der Heimreise nach Italien machten die Musiker in Wolfratshausen Station und haben hier in ihrem Bus übernachtet. Am nächsten Morgen hat eine Wolfratshauserin, Anna Grimmeiß, die Musiker entdeckt. Als sie dann gehört hat, dass die Menschen aus Manzano kommen, hat sie kurzerhand mit vielen Helfern, die beim Roten Kreuz engagiert waren, ein ordentliches Frühstück für die Gäste vorbereitet. Anschließend hat sie eine große Sammlung von Lebensmitteln und Kleidung initiiert, um der Stadt zu helfen.

Das ist jetzt 40 Jahre her. Was ist Manzano heute für eine Stadt?

Früher war Manzano die Stadt, die weltweit am meisten Stühle hergestellt hat. Durch billige Konkurrenz aus dem Ausland ging die Produktion aber zurück. Dadurch sind viele Manzanesen arbeitslos geworden. Heute ist viel Landwirtschaft und Weinanbau in der Umgebung von Manzano. Was mich aber immer wieder beeindruckt: Die Menschen sind so herzlich und gehen offen auf andere Menschen zu. Das ist einfach schön, wenn man dort ist. Obwohl es den Italienern wirklich nicht gut ging, also finanziell, sind sie so locker und so nett. Sie nehmen das Leben einfach leichter als wir. Ich vergesse meine Sorgen, wenn ich in Manzano bin.

Haben Sie ein Beispiel für diese Lebensfreude parat?

Viele, aber eines ganz besonders: Die Musikkappelle aus Manzano war einmal zu Besuch in Wolfratshausen. Bei einem Umzug durch die Stadt saß ein Obdachloser vor dem Sebastianisteg. Wir sind alle an ihm vorbeigelaufen, aber einer der Manzanesen, Diego Beltramini, blieb stehen und begrüßte ihn ganz herzlich. Das war so nett – ich habe mich ein bisschen geschämt, dass wir einfach achtlos vorbeigegangen sind. Diese Herzlichkeit kann man von den Manzanesen lernen. Dazu fällt mir noch ein Beispiel ein. Wir waren mit Freunden in Italien. Es war vielleicht 22 Uhr, und wir wollten eigentlich ins Bett gehen, als es an der Tür klopfte. Vor der Tür stand ein Manzanese, der uns kurzerhand mit auf ein Fest in den Straßen genommen hat. Da gab es ein großes Hallo. Man ist einfach gern gesehen dort unten.

Seit wann engagieren Sie sich in der Städtefreundschaft?

Ich weiß es nicht mehr genau, wann ich dazugestoßen bin. Vielleicht 2001 oder 2002, damals war ich aber meistens als Dolmetscherin dabei, da ich Italienisch spreche. Seit es den Verein gibt (der Freundschaftsverein wurde 2011 gegründet; d. Red.), engagiere ich mich als Vorsitzende. Aufgedrängt habe ich mich für den Posten nicht. Weil ich aber wie gesagt die Sprache beherrsche, wurde ich gefragt.

Wie wird das Jubiläum heuer gefeiert?

Am Wochenende betreiben die Manzanesen einen Stand auf der Iloga. Am Samstag gibt es außerdem einen Empfang beim Bürgermeister. Am Abend veranstalten wir dann ein gemeinsames Abendessen im „Athos“ im ehemaligen Haderbräu. Dazu können übrigens auch Nichtmitglieder kommen.

Info

Das gemeinsame Abendessen des Freundschaftsvereins Manzano-Wolfratshausen findet am Samstag, 23. April, im „Athos“ am Untermarkt statt. Beginn ist um 19.30 Uhr.

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