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Schienen, Schwellen und Schotterbett neu: Die Arbeiten der Deutschen Bahn an der S 7-Linie laufen derzeit auf Hochtouren.

Gleisbauarbeiten auf der S-Bahn-Linie 7

Pendler brauchen weiterhin  Geduld

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    Sebastian Schuch
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Eine Woche lang laufen nun die umfangreichen Arbeiten an der S7-Strecke zwischen Baiernrain und Schäftlarn sowie am Wolfratshauser Bahnhof. Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp spricht von bisher wenig Problemen. Das könnte sich mit dem Ferienende ändern.

Wolfratshausen/Baierbrunn – Seit 19. Mai erneuert die Bahn zwischen Baierbrunn und Schäftlarn die Gleise der Linie S7. Die Arbeiten dauern bis zum 9. Juni (siehe Kasten). Für die Pendler zwischen Wolfratshausen und Höllriegelskreuth bedeutet das noch zwei Wochen lang Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen – und damit längere Fahrzeiten.

35 Minuten dauert laut Honerkamp die Fahrt mit den Bussen zwischen den beiden SEV-Endstationen 20 Minuten länger als mit der S-Bahn. „Die Pendler fahren dann einen Takt später als normalerweise“, erklärt der für Bayern zuständige Sprecher der Deutschen Bahn (DB). Sollte die Reise in Richtung München sich um ein paar Minuten in die Länge ziehen, sei immer noch genügend Puffer vorhanden, um die geplante S-Bahn in Höllriegelskreuth zu erreichen. Tagsüber stünden immer drei bis vier Busse bereit, um die Pendler auf der Strecke zwischen den beiden Endstationen an ihren jeweiligen Zielort zu bringen. Völlig problemfrei läuft der SEV nicht. In der Facebook-Gruppe „Meine S7 kommt nicht“ beklagte sich eine Pendlerin darüber, dass der Bus nicht auf den Zug gewartet habe und leer nach Wolfratshausen gefahren sei. „Das sollte nicht passieren“, räumt DB-Sprecher Honerkamp ein, „der Busfahrer sollte den Zug schon abwarten.“ In einem anderen Fall haderte eine Frau damit, dass der Bus gleich fünf Minuten zu früh losgefahren sei. Was ein anderes Mitglied der Gruppe mit dem Satz quittierte: „Der fährt generell stadteinwärts gefühlt so, wie er will.“

Die Bahnsteig-Oberfläche in Wolfratshausen wird derzeit ebenfalls erneuert.

Der laut Honerkamp strikte Takt der Busse hat seinen Preis: Sie halten nur in Höllriegelskreuth und Wolfratshausen direkt am Bahnhof. In Buchenhain, Hohenschäftlarn, Ebenhausen und Icking müssen die Fahrgäste von der Bundesstraße 11 zum Bahnhof laufen, in Baierbrunn hält der SEV-Bus in der Oberdiller Straße. Neben längeren Fahrzeiten müssen die Pendler zusätzlich zu Fuß gehen, um mit den Öffentlichen zur Arbeit zu kommen. „Das sind maximal 200 Meter“, wiegelt Honerkamp ab. Bislang habe es auch keinerlei Probleme gegeben.

Das könne sich in der letzten Woche der Arbeiten nach den Ferien ändern, räumt der Sprecher ein. „Durch den erhöhten Verkehr sind dann Verzögerungen möglich.“ So ist nicht ausgeschlossen, dass die Pendler in Richtung München den Anschluss in Höllriegelskreuth verpassen und am Bahnhof auf die nächste S-Bahn warten müssen. In Richtung Wolfratshausen könnte sich die Busfahrt ebenfalls länger als 35 Minuten ziehen, sollte der Autoverkehr auf der B11 stocken. Auf das vermutlich höhere Pendleraufkommen will die Bahn reagieren, verspricht Honerkamp: „Nach den Ferien werden die Busse aufgestockt.“ Vor einer vierten oder gar fünften Woche SEV müssten sich die Pendler dagegen nicht fürchten. Die Arbeiten liefen zügig, sagt der Sprecher. „Wir liegen voll im Zeitplan und werden rechtzeitig fertig.“

Die Arbeiten speziell am Bahnhof in Wolfratshausen haben für die Anlieger auch ihr Gutes. Dank einer Schienenkonditionieranlage soll das nervige Quietschen der Räder in den engen Kurven bald ein Ende haben. Das Prinzip dieser recht neuen Technik ist simpel: Eine Schmiereinrichtung trägt jedes Mal, wenn ein Zug darüber fährt, etwas Öl auf die Gleise auf. Der Fettfilm minimiert die Reibung und damit den Lärm. Zudem erhält der Bahnsteig eine neue Oberfläche. Warum, das ist im Hinblick auf die Verlängerung der S7 nach Geretsried und dem dann kompletten Neubau des Bahnhofs nicht jedem klar. „Wir haben uns die Frage in der Tat auch gestellt“, gibt Honerkamp zu. Da sich das Projekt verzögert, die Bagger wohl frühestens im Jahr 2023 anrollen, hat sich die Bahn „aber dazu entschlossen, den Bahnsteig für die nächsten fünf Jahre auf aktuelle Standards mit Blindenleitstreifen umzurüsten. Und ganz ehrlich: So teuer ist dieser Umbau auch nicht.“

Schuch/peb


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