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Freier Zugang zum Gleis: Früher wuchs hier einmal eine Hecke. Dass die Stelle wieder abgesichert wird, ist unwahrscheinlich.

Gefahr am Mühlpointweg

Kinder im S7-Gleis: Strecke bleibt dennoch ohne Zaun

Wolfratshausen – Immer wieder sind im Stadtbereich Wolfratshausen spielende Kinder oder Personen im Gleis der S7. Die Rufe nach einem Zaun werden lauter.

In Icking bleibt die S-Bahn stehen. Die Fahrgäste blicken sich verwundert an. Warum der Zug nicht weiterfährt, weiß niemand. Eine Durchsage beendet die Spekulationen: Im Stadtbereich Wolfratshausen spielen Kinder auf dem Gleis. Bereits wenige Tage zuvor hatte der Zug warten müssen, da eine Person auf den Schienen zwischen Wolfratshausen und Icking spazierte.

Sowohl die spielenden Kinder als auch die spazierende Frau gelangten an derselben Stelle auf die Gleise: am Wolfratshauser Mühlpointweg. An dem hoch frequentierten Fußweg gibt es eine Unterführung unter den Schienen. Der Zugang zur Bahnstrecke ist aber völlig ungesichert. Kein Zaun, keine Sträucher hindern Fußgänger am Betreten der Gleise. Bis 2010 stand dort noch eine dichte Hecke, die den Zugang zu den Schienen verhinderte. Als die Bahn jedoch Arbeiten an den Gleisen vornahm, musste das Gewächs weichen, um die Zufahrt zu der Stelle zu ermöglichen. Ersetzt wurde das Hindernis bis heute nicht.

Ein Pendler wandte sich an unsere Zeitung. „Mir ist völlig unverständlich, dass die S-Bahn laufend Betriebsunterbrechungen melden muss, die Fahrgäste lange Wartezeiten erleiden müssen und die leicht abzusichernde Stelle völlig offen ist“, machte er seinem Ärger Luft. „Was sind die Kosten für 40 Meter Zaun im Vergleich zu einem Menschenleben?“, fragt er sich. Von der Deutschen Bahn fordere der Wolfratshauser, die Stelle am Mühlpointweg wieder so abzusichern, wie es 2010 der Fall war. In seinen Augen sei eine Barriere vor dem Zugang „ein Restpunkt der damaligen Baumaßnahme“.

Der Großkonzern sieht dafür keine Notwendigkeit. „In Deutschland herrscht außerhalb von Bahnübergängen ein generelles Betretungsverbot von Gleisanlagen“, sagt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Finanzielle Mittel habe die Bahn deshalb nicht eingeplant, um die Gleise einzuzäunen. „Gelegentlich stellen Wohnungsbaugesellschaften, Bürger oder Kommunen jedoch Zäune auf“, berichtet der Sprecher der Bahn weiter. Die Erbauer müssten dann aber auch den Unterhalt und etwaige Reparaturen der Schutzanlage übernehmen.

Im Wolfratshauser Rathaus ist die Gefahrenstelle bekannt. „Wir haben die Deutsche Bahn mehrfach darauf hingewiesen, dass es an dieser Stelle ein Risiko gibt“, betont Bürgermeister Klaus Heilinglechner auf Nachfrage. Eine Notwendigkeit, etwas zu unternehmen, habe das Verkehrsunternehmen jedoch noch nicht erkannt. Heilinglechner sorgt sich, „dass erst etwas passieren muss, bevor jemand die Notwendigkeit erkennt“.

Der Rathauschef signalisiert jedoch auch, dass er die Errichtung eines Zaunes durch die Stadt kritisch sieht. „Wir müssten dann viel Geld in die Hand nehmen, um der Bahn die Arbeit abzunehmen“, gibt Heilinglechner zu bedenken. Ein Zaun müsste an dieser Stelle besonders geerdet werden – „das wird für uns richtig teuer“. Er befürchtet zudem, dass das einen „Rattenschwanz“ nach sich ziehen könnte. Würde die Kommune die Sicherung übernehmen, könnten – so die Sorge des Bürgermeisters – auch weitere Zuständigkeiten des Unternehmens auf die Stadt abgewälzt werden.

von Dominik Stallein

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