+
Slammt seit rund zwei Jahren: die 19 Jahre alter Eva Niedermaier aus Bad Aibling tritt in Wolfratshausen auf.

Poetry Slam im Amtsgericht

Redezeit: sechs Minuten

  • schließen

Wolfratshausen - Nach der geglückten Premiere gibt‘s jetzt die Neuauflage: Am Samstag, 11. Februar, ist wieder Poetry Slam in Wolfratshausen. Neben Ruhm und Ehre winken den Teilnehmern immerhin 50 Euro Preisgeld. Ein Startplatz ist noch frei – für einen Teilnehmer aus der Region.

Das Amtsgericht hat sich gerade erst als Veranstaltungsort jenseits von Gerichtsverhandlungen bewährt. Die Lesung zum 150. Geburtstag des Dichters Ludwig Thoma am vergangenen Wochenende war gut besucht, die Resonanz war hervorragend. In knapp drei Wochen werden sich hier ein knappes Dutzend Poetry Slammer einen Dichterwettstreit liefern. Unter dem Motto „herGERICHTet“ tragen sie ab 20.15 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) ihre Texte vor. Die Besucher sollten genau zuhören. Schließlich küren sie den Sieger.

„Vergangenes Jahr war die Nachfrage an der Abendkasse so groß, dass wir einige Leute nach Hause schicken mussten“, sagt Mathias Heinzinger vom Kulturamt der Stadt. Als Slam-Location war der Rathaus-Innenhof vorgesehen, wegen des schlechten Wetters bat man die Dichter kurzerhand in den Sitzungssaal des Rathauses. Damit dieses Jahr mehr Besucher Platz finden, fiel die Wahl auf das Amtsgericht. „Hier bringen wir rund 100 Leute unter, das wird hoffentlich reichen“, ergänzt Heinzinger.

Wie sich das für einen echten Poetry Slam gehört, müssen die Dichter die eine oder andere Regel beachten. Die Texte müssen selbst geschrieben sein, der Dichter darf keine Requisiten, Kostüme, Musikinstrumente oder andere Hilfsmittel verwenden – und sollte sich ans Zeitlimit halten. Spricht er länger als sechs Minuten, droht Mikrofonentzug. Erlaubt sind alle literarischen Formen und Genres, etwa Lyrik, Kurzprosa, Rap oder Comedy. Performt wird in Vorrunde und Finale, die besten drei Poeten slammen um den Sieg. Die Noten vergibt eine sechsköpfige Jury aus dem Publikum.

Moderiert wird der Abend vom Veranstalter, dem Duo „Reimrausch“, das seit einigen Jahren Poetry Slams rund um München organisiert und aus Mic Mehler sowie dem Wolfratshauser Christoph Hebenstreit besteht. „Poetry Slam ist ideal, um auch junge Leute anzusprechen, die mit Sprache arbeiten und sich ausprobieren wollen“, sagen die beiden. Trotz des Wettbewerbscharakters stehe der Spaß immer im Vordergrund. „Keiner muss Angst haben, dass ihm der Kopf abgerissen wird.“

Am Start sein werden in Wolfratshausen unter anderem Eva Niedermaier, Bayerische U 20-Meisterin von 2015, sowie Flo Langbein, Fränkischer Meister von 2015 und im selben Jahr Bayernslam-Finalist. Auch zwei Lokalmatadore gehen ins Rennen: Sepp Müller aus Bad Tölz und Otto Berchtenbreiter aus Wolfratshausen. Letzterer hatte vor einem Jahr bei der Premiere seinen ersten Auftritt als Slammer. Für einen weiteren Teilnehmer aus der Region gibt es noch einen Startplatz. Wer aus Wolfratshausen oder der Umgebung ist und gerne mal slammen möchte, kann sich per E-Mail an loisachjam@wolfratshausen.de oder reimrausch@gmx.de bewerben.

Dass noch nicht die ganz großen Slammer-Namen in die Loisachstadt kommen, ist für „Reimrausch“-Mitglied Mic Mehler ganz normal. „Außerhalb von München wird diese Veranstaltungsform ja gerade erst aufgebaut.“ Ziel für Wolfratshausen sei es, zunächst einmal zwei Slams pro Jahr im Veranstaltungskalender zu platzieren. Für 2017 schaut es gut aus. Ein weiterer Poetry Slam ist im Rahmen des Fluss-Festivals im Juli geplant.

Info

Karten für fünf Euro gibt es im Vorverkauf in der Stadtbücherei am Hammerschmiedweg 3.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wolfratshauser (76) radelt den Jakobsweg
6639 Kilometer in 61 Tagen: Diese Strecke hat Heinz Kuhn aus Wolfratshausen kürzlich zurückgelegt. Der 76-Jährige ist auf dem Jakobsweg von Wolfratshausen bis ans Kap …
Wolfratshauser (76) radelt den Jakobsweg
Lkw übersieht Radfahrer - mit einem fleißigen Schutzengel
Beim Abbiegen hat ein Lkw-Fahrer einen Radfahrer übersehen. Der Radfahrer erlitt schwere, aber zum Glück keine lebensgefährlichen Verletzungen.
Lkw übersieht Radfahrer - mit einem fleißigen Schutzengel
Wolfratshauser Schießstättstraße nachts gesperrt
Die Schießstättstraße ist seit Jahren eine der am meisten frequentierten Strecken in der Flößerstadt. Nun muss sie bis Mittwoch, 30. August, nachts gesperrt werden.
Wolfratshauser Schießstättstraße nachts gesperrt
Pfarrer Bierprigl bekommt einen Gedenkstein
Am Namenstag des Heiligen Sebald wurde der Gedenkstein für Eglings verstorbenen Pfarrer Franz Bierprigl auf dem Dorfplatz eingeweiht. Pfarrer Manfred Wurzer möchte das …
Pfarrer Bierprigl bekommt einen Gedenkstein

Kommentare