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Stellt sich in Wolfratshausen den Herausforderern: Yannik Sellmann, amtierender Bayerischer Meister im Poetry-Slam.

Tolle Veranstaltung am Samstagabend

Dichterschlacht in der Flößerstadt

Wolfratshausen - Wenn Dichter gegeneinander antreten, nannte man das früher einen Wettstreit. Heute sagt man Poetry-Slam dazu. Am Samstag findet eine solche kurzweilige Dichterschlacht im Rathaus-Innenhof statt. 

Beim so genannten LoisachJam bietet die Flößerstadt neuen und jungen Künstlern die Möglichkeit zur Präsentation. Dieses Mal haben sich mit Mic Mehler und Christoph Hebenstreit („Reimrausch“) zwei etablierte Größen der Poetry-Slam-Szene angesagt. Die zwei gestalten am kommenden Samstag, 20. August, um 20.15 Uhr den Wolfratshauser Poetry-Slam im Innenhof des Rathauses. Gesucht werden noch zwei lokaler Teilnehmer, die ihre Texte präsentieren möchten. Interessenten können sich per E-Mail (loisachjam@wolfratshausen.de oder reimrausch@ gmx.de) melden. Zu gewinnen gibt es neben Ruhm und Ehre noch 50 Euro Preisgeld“, berichtet Mathias Heinzinger, Mitarbeiter der städtischen Kulturmanagerin Marion Klement. Bei schlechtem Wetter findet der Poetry-Slam im Sitzungssaal des Rathauses statt. Kooperationspartner der Veranstaltung ist der Isar-Loisachbote/Geretsrieder Merkur.

Der Bayerische Meister ist mit von der Partie

„Reimrausch“ präsentieren seit knapp sechs Jahren Poetry-Slams im Münchner Umland. In Wolfratshausen mit von der Partie ist Yannik Sellmann, der amtierende Bayerische Meister im Poetry-Slam. Der Bonner begann seine Karriere 2015 mit einem Auftritt im Münchner Westend. Dort Blut geleckt, nahm die Anzahl seiner Auftritte rapide zu. Sellmann wurde schnell zu einem Durchstarter auf lokaler Ebene, mit Siegen beim Isar-Slam im Muffatwerk sowie beim renommierten Substanz-Slam. In Wolfratshausen vorstellen wird sich am Samstag darüber hinaus Martin Geier. Der gebürtige Weißenburger, der 2005 in seiner Heimatstadt mit Poetry-Slam begonnen hat, wohnt mittlerweile in Nürnberg. Er hat stand inzwischen in 120 Städten – von Kiel bis Zürich, von Aachen bis Dresden – auf der Bühne. „Er spielte mit den Klischees, war bitterböse und liebevoll augenzwinkernd, entlarvte die Absurditäten der öffentlichen Meinung und der verborgenen Ängste“, urteilte die Augsburger Allgemeine.

Die Texte sind quersinnig und gereimt

Außerdem beim Wolfratshauser Poetry-Slam mit dabei ist der Franke Ingo Winter. Er nahm bereits drei Mal in Folge an den Bayerischen Meisterschaften teil – und erzählt dort von seinem Arbeitsalltag als „Fäkal-Taucher“. Die einzige Frau auf der Bühne im Rathaus-Innenhof ist Antonia Lunemann. Sie stammt aus Höhenkirchen und slammt erst seit gut einem Jahr. Der Inhalt ihrer Texte betrifft persönlichen Themen, sowie Themen zum Nachdenken. Der Fünfte im Bunde ist der Münchner Markus Berg, Jahrgang 1967. Er treibt sich nach eigenen Angaben mit Vorliebe als Bühnenliterat und Poetry-Slammer mit seinen quersinnigen Gereimtheiten und Ungereimtheiten auf diversen Bühnen, Poetry-Slams und Leseshows im Bundesgebiet und sprachlich befreundeten Ausland herum.

Die Zuhörer küren am Ende den Sieger

Ein Poetry-Slam (Dichterwettstreit oder Dichterschlacht) ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbst geschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Im Gegensatz zu einem offenen Mikro, einer offenen Bühne oder einer traditionellen Lesung stehen die Teilnehmer untereinander im Wettbewerb. Dieser Aspekt dient vor allem dazu, das Publikum zum Mitfiebern und genauen Zuhören einzuladen, da die Zuschauer am Ende der Veranstaltung den Sieger küren. Der Wettbewerb soll dem Slammer/Dichter aber auch als Ansporn für die Arbeit an Texten und Performance dienen.

Bei schlechtem Wetter geht's in den Sitzungssaal des Rathauses

Die Regeln sind simpel: Die vorgetragenen Texte müssen selbst geschrieben sein, Requisiten, Kostüme, Musikinstrumente oder andere Hilfsmittel dürfen nicht verwendet werden. Jeder Poet hat ein Zeitlimit von maximal sechs Minuten. Erlaubt sind alle litararischen Formen und Genres – beispielsweise Lyrik, Kurzprosa, Rap oder Comedy-Beiträge. Performt wird in einer Vorrunde und dem Finale. LoisachJam und Reimrausch, unterstützt vom Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur, präsentieren den Poetry- Slam in Wolfratshausen am Samstag, 20. August, um 20.15 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) im Rathaus-Innenhof (bei schlechtem Wetter im Sitzungssaal des Rathauses. Der Eintritt kostet fünf Euro. Tickets gibt’s an der Abendkasse und in der Stadtbücherei am Hammerschmiedweg.red

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