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EU-Politik im Roten Salon der Flößerei: Der Wolfratshauser Ortsverband begrüßte SPD-Europaparlamentsabgeordnete Maria Noichl.

SPD-Veranstaltung in Wolfratshausen

Politikerin räumt mit „Halbwissen über Arbeit des Europaparlaments“ auf

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Weil wenig Menschen wissen, was Politiker in Straßburg machen, berichtet Europaparlamentsabgeordneten Maria Noichl in Wolfratshausen von ihrer Arbeit. Die SPD zieht ein mahnendes Fazit.

Wolfratshausen – Sehr rührig präsentiert sich der SPD-Ortsverband im Landtagswahlkampf. Nur sechs Tage nach dem Besuch von Außenminister Heiko Maas und der Landesvorsitzenden der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, begrüßte Ortsvorsitzender Peter Fasching am Freitag mit der Europaparlamentsabgeordneten Maria Noichl im gut gefüllten Roten Salon der Flößerei einen weiteren prominenten Gast.

„Es gibt derzeit in der Bevölkerung viel Halbwissen über die Arbeit des europäischen Parlaments“, bedauerte SPD-Landtagskandidat Robert Kühn. Umso mehr freute es ihn, dass Noichl detaillierte Einblicke vermitteln konnte. Die gebürtige Rosenheimerin ist seit 2014 Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung sowie für die Frauenrechte.

Im ersten Themenblock der zweieinhalbstündigen Wahlkampfveranstaltung plädierte die 51-Jährige für eine gerechte Verteilung der Agrargelder, die künftig nicht mehr für den reinen Flächenbesitz, sondern für konkrete gesellschaftliche Leistungen ausgegeben werden sollen. „Die Agrarpolitik muss sich vor allem am Umwelt-, Klima-, Wasser und Tierschutz orientieren“, forderte Noichl. Sie verwies darauf, dass derzeit 2,7 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe über die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen in Europa besitzen. „Das Eigentum ist ungesund verteilt, wir müssen es gerechter verteilen.“

Lesen Sie auch: Bundesaußenminister Heiko Maas auf Wahlkampftour in Wolfratshausen

Immer noch ärgert sich Noichl darüber, dass zum Beispiel Milch nach dem Abfüllort und nicht nach dem Ort der Tierhaltung gekennzeichnet wird. So kann es beispielsweise sein, dass vermeintlich bayerische Milch in Wahrheit aus Rumänien stammt. Auf ihren Reisen durch afrikanische Entwicklungsländer erlebte sie zudem, dass europäische Lebensmittel nach Afrika exportiert werden und den dortigen Bauern den Verkauf ihrer Produkte erschweren. Ein uneingeschränkter Handel berge Risiken. „Wir meinen, den Afrikanern zu helfen, und ziehen sie dabei über den Tisch“, mahnte die Rosenheimerin.

Gemeinsam mit den Auswirkungen des Klimawandels würden diese „ungerechten wirtschaftlichen Bedingungen“ auch zu einer Vergrößerung der Flüchtlingsströme führen. Noichl kritisierte in diesem Zusammenhang Bundeskanzlerin Angela Merkel, die „Diktatoren“ wie dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Geld für das „Zurückhalten von Flüchtlingen“ geben würde. „Das ist nicht okay.“

So blieb dem Ortsvorsitzenden Peter Fasching am Ende nur ein mahnender Appell an die rund 40 Gäste: „Die Welt hat sich massiv gewandelt. Wir müssen aufpassen und demokratische Werte verteidigen.“ ph

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