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Mit diesem Flugblatt warnte Inge v on Werner aus Wolfratshausen im April 2015 vor Giftködern. Ihre Mischlingshündin Sina war qualvoll verendet. 

Viele Tiere wurden Opfer

Polizei ermittelte: Wer legte die Giftköder für Hunde aus?

In der Region hatten sich vor zwei Jahren viele an mit Medikamenten versetzten Ködern vergiftet. Die Polizei hatte einen Tatverdächtigen ermittelt. Nun gibt es Neuigkeiten.

Wolfratshausen/Geretsried Unter Hundebesitzern ging die Angst um: Von Sommer 2015 bis ins Jahr 2016 wurden in Wolfratshausen und Geretsried immer wieder mit Medikamenten versetzte Köder gefunden. Einige Hunde erlitten Vergiftungen, ein Tier starb qualvoll. Im Februar 2016 ermittelte die Polizei einen Tatverdächtigen. Der Verdacht, so erfuhr unsere Zeitung jetzt auf Nachfrage, ließ sich jedoch nicht erhärten. Die Ermittlungen wurden eingestellt.

Ein damals 77 Jahre alter Wolfratshauser war ins Visier der Polizei geraten. Die Beamten hatten einen konkreten Hinweis aus der Bevölkerung bekommen. Der Rentner war dabei beobachtet worden, wie er „in verdächtiger Weise Hühnerknochen an einem Grünstreifen an der Margeritenstraße entsorgte“ hieß es seinerzeit im Polizeibericht. Im Bereich rund um das Isar-Loisach-Stadion in Farchet waren zuvor mehrmals Giftköder gefunden worden.

Fall wurde an Staatsanwaltschaft München II übergeben

Bei der Personenüberprüfung stellten die Uniformierten fest, „dass der Mann Zugriff auf Substanzen hat, die Übereinstimmungen mit den in Hundeködern aufgefundenen Tabletten aufweisen“. Der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft München II übergeben.

Auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet Pressesprecher Ken Heidenreich: „Das Verfahren wurde eingestellt.“ Dem Verdächtigen, der von Anfang an jede Verbindung zu den Giftködern abgestritten hatte, konnte keine Straftat nachgewiesen werden. „Es gab zwar einen konkreten Verdacht, aber die Ermittlungen konnten das nicht verfestigen“, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Eine toxikologische Untersuchung der Tabletten, die in einzelne Köder eingearbeitet waren, habe gezeigt, dass die Substanzen frei verkäuflich sind. „Somit hätte jeder an die Medikamente kommen können.“

Ähnliche Fälle in Geretsried

Auch in Geretsried gab es im Jahr 2015 ähnliche Fälle. Im Waldpark zwischen Jeschkenstraße, Altvaterstraße und Brahmsweg hatte jemand Giftköder ausgelegt. Eine Mischlingshündin fiel dem unbekannten Hundehasser zum Opfer. Sie musste mit schweren Krämpfen und einer Vergiftung zum Tierarzt gebracht werden. Das Tier überlebte, leidet aber noch heute unter den Folgen.

Einen Verdächtigen wie in Wolfratshausen konnte die Polizei damals nicht ermitteln. Das sei bei solchen Taten auch schwierig und oftmals vom Zufall abhängig, erklärt der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Geretsried, Emanuel Luferseder. „Manchmal sehen Passanten jemanden, der sich verdächtig verhält oder wir erwischen einen Täter auf frischer Tat.“

So herzlos es für Tierfreunde klingt: Nach dem Gesetz erfüllt das Auslegen von Giftködern den Tatbestand der Sachbeschädigung. Kommt es zu einer Verurteilung, reicht das Strafmaß laut Staatsanwaltschaft von Geldbußen bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. „Das Urteil ist von mehreren Faktoren der Tat beziehungsweise des Täters abhängig“, erklärt Pressesprecher Heidenreich. So fielen die Urteile bei bereits vorbestraften Tätern höher aus als bei bislang juristisch unauffälligen Person.

Eines steht fest: In jüngster Zeit wurden keine Funde von Giftködern mehr gemeldet. Hundebesitzer können vorerst also unbesorgt mit ihren Lieben Gassi gehen. 
Dominik Stallein

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