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Vorsicht geboten ist an Schulbushaltestellen, hier vor dem Schulzentrum in Geretsried.

Nach tödlichen Unfällen mit Kindern

Polizei kontrolliert Schulbushaltestellen

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Autofahrer müssen demnächst mit verstärkten Kontrollen im Bereich von Schulbushaltestellen rechnen. Der Hintergrund ist tragisch: In den vergangenen Wochen gab es eine schockierende Häufung tödlicher Schulwegunfälle in Südbayern. 

Bad Tölz-Wolfratshausen - Im Süden Bayerns sind in den vergangenen Wochen drei Kinder bei Schulwegunfällen gestorben. Ende Januar wurde im Landkreis Traunstein ein Bub (12) von einem Kleintransporter erfasst, Ende Februar verunglückten zwei Mädchen (11) im Landkreis Altötting tödlich. „Es sind furchtbare Vorfälle, die uns betroffen gemacht haben“, erklärt Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Die Häufung ist nach seiner Einschätzung ungewöhnlich; normalerweise verlaufen über 90 Prozent der Schulwegunfälle glimpflich. Deshalb wird die Polizei in nächster Zeit zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer verstärkte Polizeikontrollen im gesamten Dienststellenbereich durchführen – also auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Die Kontrollen beginnen in den nächsten Tagen

Die Kontrollen werden in den nächsten Tagen beginnen und bis nach den Pfingstferien dauern. Wann und wo genau, will Sonntag nicht sagen. „Wir werden schauen, wann und wo wir Personal zur Verfügung haben.“ Schwerpunkt werden Schulbushaltestellen sein. Denn die tragischen Unfälle ereigneten sich in ähnlichen Situationen, nachdem die Schüler aus dem Bus ausgestiegen waren und die Straße überquerten. Vor allem wird es um die zulässige Geschwindigkeit gehen. Sowohl außerhalb als auch innerhalb geschlossener Ortschaften gelten Vorschriften, die das Polizeipräsidium noch einmal in Erinnerung ruft.

Polizei erinnert an die wichtigsten Regeln

Wenn ein Bus an einer Haltestelle hält, dann darf nur vorsichtig daran vorbeigefahren werden. Dies gilt auch für den Gegenverkehr, denn besonders Kinder treten oft vor oder hinter dem haltenden Bus auf die Straße und werden dadurch erst sehr spät wahrgenommen. Nähert sich ein Bus einer Haltestelle und sein Warnblinklicht ist eingeschaltet, dann darf der Bus nicht überholt werden. Kinder versuchen nicht selten, einen ankommenden Bus noch im letzten Moment zu erreichen und überqueren, ohne auf den Fahrzeugverkehr zu achten, die Fahrbahn. Hält ein Bus an einer Haltestelle und sein Warnblinklicht ist eingeschaltet, dann darf nur mit Schrittgeschwindigkeit – maximal sieben bis zehn Stundenkilometer – daran vorbeigefahren werden. Dies gilt auch für den Gegenverkehr. Dabei muss ein Abstand eingehalten werden, der eine Gefährdung oder Behinderung aussteigender Businsassen ausschließt. „Notfalls muss angehalten werden“, so Sonntag. Den Bussen ist das Abfahren von gekennzeichneten Haltestellen zu ermöglichen, sie haben Vorrang. „Auch hier gilt: Falls nötig, anhalten und warten“, so Sonntag.

Bushaltestellen sind „sensible Verkehrsbereiche“

Da es sich bei Bushaltestellen um besonders sensible Verkehrsbereiche handelt, reicht die Bandbreite von einer Verwarnung bis zu einem Fahrverbot von drei Monaten. Zudem droht die verpflichtende Teilnahme an einem Verkehrsunterricht. An schwere Schulwegunfälle kann sich Sonntag im Landkreis nicht erinnern. 2017 ereigneten sich im Bereich der Polizeiinspektion Bad Tölz sieben, im Bereich der Inspektion Geretsried fünf und im Bereich von Wolfratshausen null Vorfälle dieser Art. Die Folge waren leichte Verletzungen. „Wir werden Präsenz zeigen“, so Sonntag. „Es gibt nichts Schlimmeres als den Tod eines Kindes auf dem Weg zur Schule oder nach Hause.

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