Polizei, Sicherheitswacht, Isar-Ranger und Bergwacht bei einem Kontrollgang durch die Pupplinger Au.
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Zeigen Präsenz: Polizei, Sicherheitswacht, Isar-Ranger und Bergwacht bei einem Kontrollgang durch die Pupplinger Au im vergangenen Jahr.

Regelmäßige Streifengänge zeigen erste Erfolge

Polizeipräsenz in Pupplinger Au: FKK-Fans „fühlen sich nicht mehr so wohl“

Seit einem Jahr zeigt die Polizei verstärkte Präsenz in der Pupplinger Au. Denn das Areal östlich der Isar ist als Schnacksel-Treff verschrien. Diese Entscheidung zeigt nun erste Erfolge: „Ich habe den Eindruck, dass wir das Problem besser in den Griff bekommen haben", sagt Polizeichef Andreas Czerweny.

Wolfratshausen/Ascholding – Das Areal ist bis auf den Tag als Schnacksel-Treff verschrien. Auch Drogen wechseln in der Pupplinger Au vor allem in den Nachtstunden den Besitzer. Vor etwa einem Jahr reagierte die Wolfratshauser Polizei auf die immer lauter werdenden Beschwerden von Erholungssuchenden. Die Polizei entschied sich für verstärkte Präsenz – und das mit Erfolg, wie Dienststellenleiter Andreas Czerweny nun feststellt.

Regelmäßig patrouillieren mittlerweile Polizei, Mitglieder der Wolfratshauser Sicherheitswacht (Siwa), Isar-Ranger und die Bergwacht in der Pupplinger Au. Es ist ein „Kontrollschwerpunkt“, heißt es im internen Jahresbericht 2019 der Siwa, der unserer Zeitung vorliegt. Denn: „Der Bereich östlich der Isar wird schon seit mehreren Jahren als inoffizieller Sex-Treff von einer immer weiter anwachsenden Szene beansprucht.“

Regelmäßige Patrouillien in Puppliner Au zeigen Erfolg

Auf mehreren Streifengängen im vergangenen Jahr gelang es der Siwa und somit der Polizei, „aufschlussreiche Erkenntnisse“ über die Szene zu gewinnen. Im Siwa-Jahresbericht heißt es wörtlich: „Es war deutlich zu erkennen, dass sich diverse Anhänger der Freikörperkultur sowie dessen Steigerungen beobachtet und nicht mehr so wohl fühlen.“ Bei den Streifengängen stellte sich auch heraus, dass der Uferbereich sowie der Auwald „sowohl für homo- als auch für heterosexuelle Kontaktanbahnungen genutzt wird“.

Die Schwerpunktkontrollen zeigten Erfolge: „Ich habe den Eindruck, dass wir das Problem besser in den Griff bekommen haben“, sagt der Wolfratshauser Polizeichef Andreas Czerweny, auf Nachfrage unserer Zeitung. Statt auf lichtscheue Zeitgenossen, die in der Pupplinger Au einem zweifelhaften Vergnügen nachgehen, stoßen die Ordnungshüter vermehrt auf Familien und einzelne Erholungssuchende, die die Ruhe am Wildfluss genießen. „Vielleicht liegt das hohe Familienaufkommen auch daran, dass viele Menschen wegen der Corona-Pandemie heuer nicht in den Urlaub fahren“, vermutet der Erste Hauptkommissar. „Vielleicht hat unsere Arbeit vor Ort aber auch einen großen Anteil daran.“

Gänzlich Geschichte ist das sündige Treiben im Schutz des Waldes zwischen Isar und Staatsstraße 2073 allerdings nicht. „Aber es hat sich deutlich gebessert“, betont Czerweny. Die vor allem abendlichen Zusammenkünfte von Drogenhändlern und Exhibitionisten seien auch deshalb spürbar weniger geworden, weil auf einem Parkplatz, der in der Vergangenheit ein beliebter Szene-Treff war, inzwischen ein Nachtparkverbot gilt. „Das wird regelmäßig und sehr streng kontrolliert“, berichtet der Wolfratshauser Dienststellenleiter – „und es gibt viele Verwarnungen, für diejenigen, die sich nicht daran halten.“

Es ist klar, dass wir den Isarauen noch eine Zeit lang erhalten bleiben werden.

Andreas Czerweny, Dienststellenleiter der Wolfratshauser Polizei

Wenngleich sich die Situation aus Sicht der Ordnungsbehörde im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat, lehnt sich die Polizei nicht entspannt zurück. Czerweny: „Es ist klar, dass wir den Isarauen noch eine Zeit lang erhalten bleiben werden.“

dst

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