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Christbaumexperten: Josef Galli (li.) und sein Sohn Thomas verkaufen in Wolfratshausen Bäume von einer Plantage in Rosenheim. Erst Anfang November wurden die Exemplare gefällt.

Zucker soll Wunder wirken

Profi-Tipps zum Christbaumkauf

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Wolfratshausen - Bald ist Heiligabend – und beim Christbaumkauf kann viel schiefgehen. Wie man Enttäuschungen aus dem Weg gehen kann, erläutern die Christbaum-Profis Richard Kapp und Josef Galli.

Noch sieben Tage bis Heiligabend – und beim Christbaumkauf kann viel schiefgehen. Der Baum hat keine schöne Form, er verliert die Nadeln. Oder er stinkt erbärmlich nach Harnsäure, wenn man ihn ins warme Auto lädt. Wie man Enttäuschungen aus dem Weg gehen kann, erläutern die beiden Christbaum-Profis Richard Kapp und Josef Galli.

„Vor allem muss man darauf achten, dass die Bäume frisch geschnitten sind und keine Krankheiten haben“, empfiehlt Galli, der seit vielen Jahren am Wolfratshauser Campingplatz Christbäume verkauft. Krankheiten könne man einfach erkennen, weil bei einem betroffenen Baum die Nadeln und die Spitze etwas eingedreht seien: „So einer schaut ein bisserl tot aus“, erklärt Galli. Weitere Indizien kann der Blick auf den Stamm liefern. Ist der Kern bräunlich, ist alles in Ordnung. Ist der Stamm dagegen fleckig, heißt es: lieber Finger weg. „In der Natur fällt so ein Baum nach 15 bis 20 Jahren um“, weiß Galli.

Wichtig sei natürlich auch, dass man den Christbaum bis zum Fest der Feste nicht in der warmen Wohnung, sondern in einer kühlen Umgebung lagert, ergänzt Richard Kapp, der auf der Geretsrieder Böhmwiese Christbäume verkauft. „Sonst geht er kaputt.“ Eine Fußbodenheizung sei ebenso „Gift“ für den Baum wie ein energisch heizender Kachelofen.

Haarspray und Glycerin

Galli empfiehlt tunlichst, einen wind- und sonnengeschützten Lagerort auszuwählen, damit der Baum nicht austrocknet. Nützlich sei auch, ihn mit Wasser zu übergießen und im Transportnetz zu belassen. Auch dies verlangsame den Austritt von Feuchtigkeit. Welche weiteren Hilfsmittel helfen können, darüber gehen die Meinungen der zwei Fachleute auseinander. „Jeder macht’s anders“, sagt Kapp. Manche schwören auf Haarspray zur Fixierung der Nadeln. Andere gießen Zucker in das Wasser im Christbaumständer. Andere empfehlen, den Stamm nach dem Kauf um einen Zentimeter kürzen. Wiederum andere glauben, dass der Baum frischer bleibt, wenn er in einer bestimmten Mondphase geschnitten wird. Kapp hält sich an keinen dieser Ratschläge: „Zu Hause schütte ich einfach nur Wasser in den Christbaumständer.“ Galli empfiehlt dagegen, einen Teelöffel oder Esslöffel Glycerin beizumengen. Außerdem solle man den Baum am Fuß nicht zuspitzen, so dass die Rinde unbeschädigt bleibt: „90 Prozent der Christbäume passen trotzdem in einen Ständer“, so Galli.

Bäume aus dem In- und Ausland

Kapps Bäume kommen aus vielen Ländern – unter anderem aus Polen, Deutschland, Dänemark und Österreich. Sie werden im November geschnitten. Auch Galli bezog seine Bäume bis vor ein paar Jahren von Großhändlern aus Dänemark oder dem Ostalbkreis bei Aalen (Baden-Württemberg). Einmal rochen die Bäume jedoch sehr stark nach Harnsäure. Der Grund: Flugzeuge fliegen über die großen Plantagen und bespritzen die Bäume. Als Konsequenz musste Galli die Bäume erst mal intensiv abspülen, bevor sie in den Verkauf gehen konnten. Mittlerweile setzt er jedoch auf Bäume von einer Plantage in Rosenheim. Hier kann Galli schon im August die Bäume auswählen, die er später haben will. Frühestens Mitte November werden sie dann gefällt. In Büchern wird exakt nachgewiesen, wie die Bäume aufgezogen worden sind. Unter dem Strich seien die Bäume aus Rosenheim „nicht wesentlich teurer, dafür aber besser“.

pr

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