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Die „radikalen Baumfällungen“ unter anderem auf dem Klein-Anwesen in der Bahnhofstraße kritisiert der Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmid. Bei derartigen Aktionen fehlen ihm nachvollziehbare Begründungen.

Wolfratshausen

„Radikale Aktionen“

In Wolfratshausen wird zu oft und zu schnell gefällt, findet Dr. Hans Schmidt. Der Grünen-Fraktionssprecher fordert eine Baumschutzverordnung nach dem Vorbild Geretsrieds.

Grünen-Sprecher fordert Baumschutzverordnung

Wolfratshausen – Grünen-Fraktionssprecher Dr. Hans Schmidt wünscht sich eine Baumschutzverordnung nach dem Vorbild Geretsrieds für die Stadt Wolfratshausen. In der Nachbarkommune würden zwar immer noch 95 Prozent aller Bäume entfernt. „Aber die Grundstücksbesitzer haben das vorher beim Umweltamt beantragt und dann wurde es genehmigt. Es gibt also eine nachvollziehbare Begründung für jede Fällung“, berichtete Schmidt, der sich bei Umweltamtsleiterin Inken Domany erkundigt hat.

Die Begründung fehlt dem Grünen-Sprecher in Wolfratshausen bei vielen Fällaktionen. In der Bauausschuss-Sitzung am Dienstag nannte er einige Beispiele: Ende Februar, vor Beginn der Vogelbrutschutzzeit, seien noch schnell alle Bäume auf dem Grundstück Gebhardtstraße 6, das die Firma Krämmel gekauft hat, gefällt worden. Anstelle der Bäume an der Grundstücksgrenze werde sicher keine Baugrube entstehen, sagte Schmidt. Auch die Hochzeitsfichte an der Königsdorfer Straße, die direkt neben einer Garage neben der Grundstücksgrenze gestanden habe, hätte seiner Meinung nach nicht umgesägt werden müssen. „Die Stadt selbst macht es auch nicht besser“, meinte der Grünen-Fraktionssprecher mit Blick auf die „radikalen Baumfällungen“ auf dem Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße. Es gehe ihm auch hier um die Bäume an der Grundstücksgrenze, nicht um die in der Grundstücksmitte. Letztere würden dem geplanten Bau einer Asylbewerberunterkunft sicher im Weg stehen. Schmidt bat die anwesenden Fraktionsvertreter, mit ihren Stadträten über den Erlass einer Baumschutzverordnung zu diskutieren, damit man künftig „diese teilweise willkürlichen Fällungen im Stadtgebiet“ unterbinden könne.

Weiterhin stark macht sich der Grünen-Rat auch für den Erhalt des Krankenhaus-Parks als Naherholungszone. Der Landkreis hat wie berichtet den nördlichen Teil an einen Investor in Erbpacht vergeben, der ein Ärztehaus bauen will. „Landrat Josef Niedermaier hat selbst zugegeben, dass mit diesem Schritt das Krankenhaus nicht als Akutklinik für den nördlichen Landkreis gesichert ist. Dieser Interessensgegensatz zwischen Kreis und Stadtbewohnern sollte in der heutigen Zeit so gelöst werden, dass man miteinander spricht und die Alternativen offenlegt“, sagte Schmidt. Er bat darum, dass sich die Stadt für einen Informationsabend mit dem Landratsamt einsetzen möge. Bürgermeister Klaus Heilinglechner sagte zu, diese Anregung an den Landrat weiterzugeben.

Tanja Lühr

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