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„Im Ziel kamen mir ein bisschen die Tränen“: Claudia Lichtenberg fuhr bei ihrem letzten Giro auf Platz neun.

„Irgendwie hat sich ein Kreis geschlossen“

Radsport-Ass Claudia Lichtenberg im Interview der Woche

Das Wolfratshauser Radsport-Ass Claudia Lichtenberg hat das Ziel des Giro d‘Italia erreicht. Wir haben mit ihr über das größte Etappenrennen im Frauenradsport und ihre weiteren Ziele gesprochen.

Torre des Greco/Wolfratshausen – Etwas zerknirscht war Claudia Lichtenberg schon, als sie am Sonntag das Ziel des Giro d’Italia der Frauen in Torre del Greco erreichte. Als Neunte hatte die Radsportlerin nach zehn harten Etappen 6:09 Minuten Rückstand in der Gesamtwertung auf die niederländische Gesamtsiegerin Anna van der Breggen. „Ursprünglich war das Podium das Ziel. Ich muss aber auch sagen, dass ich dieses Jahr dafür einfach nicht die Beine hatte“, gibt Wolfratshausens mehrfache Sportlerin des Jahres zu. Im Interview sprach unser Mitarbeiter Werner Müller-Schell mit der 31-Jährigen über ihr Abschneiden beim größten Etappenrennen im Frauenradsport, den letzten Giro d’Italia ihrer Karriere und ihre weiteren Ziele in dieser Saison.

Frau Lichtenberg, darf man zum neunten Platz beim Giro gratulieren oder sind Sie eher enttäuscht, weil Sie das Podium nicht erreicht haben?

Im Prinzip war meine Leistung nicht schlecht, aber natürlich habe ich auf mehr gehofft. Ich glaube aber trotzdem, dass ich mit diesem Giro zufrieden abschließen kann. Meine Teamkollegin Elisa Longo-Borghini wurde immerhin Zweite in der Gesamtwertung.

Ab wann haben Sie gemerkt, dass Sie Ihr ursprüngliches Ziel, unter die besten Drei zu fahren, nicht erreichen können?

Für das Team mitgestrampelt: Claudia Lichtenberg (Mi.) mit ihren italienischen Kolleginnen Elisa Longo-Borghini (li.) und Giorgia Bronzini.

Das war leider schon am zweiten Tag. Da lief es richtig schlecht für mich und ich konnte in keinster Weise meine gewohnte Leistung abrufen. Da an diesem Tag auch noch eine Vorentscheidung um die Gesamtwertung und das Podium fiel, war das Rennen im Anschluss größtenteils gelaufen.

Hatten Sie nicht gehofft, auf den weiteren Etappen noch einmal Boden gutzumachen?

Natürlich, gewöhnlich bin ich am Ende einer Rundfahrt immer am stärksten. Leider hat der Rennverlauf keine wirklichen Attacken mehr zugelassen. Hinzu kam, dass wir im Team relativ früh entschieden haben, für Elisa zu fahren, damit sie das Podium erreichen kann. Für mich war es dann letztlich nicht mehr entscheidend, ob ich Siebte oder Neunte werde.

Der diesjährige Giro war zugleich die letzte Italienrundfahrt Ihrer Karriere. Am Ende des Jahres wollen Sie ja zurücktreten. Wie war es, das Rennen Ihrer größten Erfolge zum letzten Mal zu bestreiten?

Anfangs dachte ich, dass ich es ausblenden kann. Doch gerade die Schlussetappe war sehr emotional. Als ich den Giro 2009 gewinnen konnte, endete das Rennen ganz in der Nähe. Ich hatte die ganze Zeit die Bilder von damals im Kopf und im Ziel kamen mir dann auch ein bisschen die Tränen. Irgendwie hat sich da dann für mich der Kreis geschlossen.

Ein Kreis, der im Bezug auf die weitere Saison allerdings noch nicht ganz geschlossen ist?

Nein, ich fahre definitiv das Jahr noch zu Ende. In zwei Wochen findet im Rahmen der Tour de France ein großes Eintagesrennen statt, bei dem ich mir einiges ausrechne. Hoffentlich läuft es dann besser als beim Giro. Zudem will ich im Herbst wieder bei den Weltmeisterschaften am Start stehen.

wms

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