Ein Mann kniet vor dem Rathauscafé in Wolfratshausen
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Pächter gesucht: Die Stadt hatte das Rathauscafé ausgeschrieben, Bewerbungen wurden bis zum 30. September angenommen.

Bewerbungsfrist endete am 30. September

Rathauscafé: Wolfratshauser Bürgermeister verrät, wie viele Bewerbungen vorliegen

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Seit Mai 2019 steht das Rathauscafé in Wolfratshausen leer. Laut Bürgermeister liegen jetzt vier Bewerbungen von potenziellen Pächtern vor.

  • Das Rathauscafé in Wolfratshausen ist seit Mai 2019 verwaist.
  • Nachdem ein Pächterinnen-Duo abgesprungen ist, wurde das Objekt ausgeschrieben.
  • Laut Bürgermeister Klaus Heilinglechner gibt es jetzt vier Bewerber.

Wolfratshausen – Nachdem das designierte Betreiberinnen-Duo Rita Schmid/Barbara Schramm-Kastl wie berichtet nach Zwistigkeiten mit der Stadt einen Rückzieher gemacht hat, ist das Rathauscafé zur Verpachtung ausgeschrieben worden. Die Immobilie, die der Stadt gehört, steht seit Mai vergangenen Jahres leer. Am Mittwoch endete die Bewerbungsfrist offiziell, laut Rathauschef Klaus Heilinglechner gibt es vier Interessenten, die eine schriftliche Bewerbung abgegeben haben. Details zu den Personen verrät der Rathauschef nicht. Nur so viel: „Zum Teil“ seien sie „in der Region“ beheimatet.

Entscheidung soll im November fallen

Im nächsten Schritt geht dem Quartett ein Fragenkatalog zu. Die Stadt verlangt von den potenziellen Pächtern jeweils unter anderem den Businessplan, ein polizeiliches Führungszeugnis, eine sogenannte Schufa-Auskunft als Bonitätsnachweis sowie das detailliertes Konzept zum Betrieb des Rathauscafés. Die Entscheidung, das kündigte der Bürgermeister am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung an, soll im November in der Sitzung des zuständigen Fachausschusses des Stadtrats fallen – hinter verschlossenen Türen.

700.000 Euro stehen für Sanierung des Objekts bereit

Erst wenn der künftige Pächter der prominenten Liegenschaft in der Wolfratshauser Altstadt definitiv feststeht, wird das Gebäude generalsaniert. Rund 700 000 Euro hat der Stadtrat zu diesem Zweck bereitgestellt, mit den Arbeiten ist die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) beauftragt. Laut Rathauschef wird mit jedem der vier Bewerber in den kommenden Tagen auch ein Besichtigungstermin vereinbart. Denn laut Ausschreibung steht das Objekt „komplett leer“ und darf vom Mieter „noch mitgestaltet werden“. Zum Pachtpreis macht die Kommune öffentlich keine Angaben. Angeblich sind es gut 3500 Euro monatlich – ohne Nebenkosten.


Der Sachstand Mitte September: Nachdem die bis dato designierten Pächterinnen Rita Schmid und Barbara Schramm-Kastl ihre Bewerbung zurückgezogen haben, hat die Stadt das seit März 2019 verwaiste Rathauscafé ausgeschrieben (wir berichteten). Details zur „Neuvermietung von Räumlichkeiten zur Führung eines Stadtcafés“ finden sich jetzt auf der Homepage der Kommune. Demnach liegt das Objekt, das der Stadt gehört, „eingebettet zwischen der Einkaufsstraße der Kleinstadt Wolfratshausen und der Loisach und steht derzeit zu Renovierungs- und Sanierungszwecken komplett leer“. Laut Ausschreibung „kann noch mitgestaltet werden“.

Die Gastraumfläche im Erdgeschoss umfasst knapp 250 Quadratmeter, „es besteht eine Baugenehmigung von 1993 für 46 Sitzplätze im Innenbereich“. Im Rathausinnenhof kann laut Kommune eine Freischankfläche mit einer Gesamtgröße von fast 120 Quadratmetern genutzt werden. Im Untergeschoss „stehen diverse Kellerräume mit einer Fläche von insgesamt 284,34 Quadratmetern zur Verfügung, die derzeit nur als Lagerflächen genutzt werden können“. Die Voraussetzungen „für anderweitige Nutzungen wären vom Mieter selbst zu schaffen“, dazu gehören „Planung, Finanzierung sowie Durchführung“.

Dieser Aspekt hatte wie berichtet dazu geführt, dass Schmid und Schramm-Kastl ihr Vorhaben aufgeben mussten. Das Duo war nach eigenen Worten auf eine Produktionsstätte im Untergeschoss der Immobilie angewiesen. Dies sei in allen Vorgesprächen mit dem Verpächter thematisiert sowie in einem Vorvertrag fixiert worden. Diesen Vorvertrag, so Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) auf Nachfrage unserer Zeitung, hätten die Damen jedoch nie unterschrieben.

Stadtrat lehnte Sanierung des Untergeschosses ab

Schlussendlich sagte der Stadtrat mit Ausnahme von Manfred Menke (SPD) Nein zur Sanierung des Kellers. Die Einzelmaßnahme hätte rund 300 000 Euro gekostet. „Wir wollten keine Luxus-Sanierung auf Kosten des Steuerzahlers“, betont Schmid im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch eine Sanierung durch den Immobilieneigentümer sei mit Blick auf aktuelle Brandschutz- und Hygienevorgaben unverzichtbar. „Im Untergeschoss war im Übrigen immer eine Produktionsstätte“, sagt Schmid.

„Vielleicht tut sich ja doch noch irgendwas.“ 

„Kaffee-Ratscherl“-Betreiberin Rita Schmid mit Blick auf einen Alternativstandort

Noch immer ist die Betreiberin des „Kaffee-Ratscherl“ an der Königsdorfer Straße „tief enttäuscht“ vom Votum des Stadtrats. „Aber wir müssen nun damit leben.“ Das Ratscherl schließt die 68-Jährige nach eigenen Worten am 27. September ab. „Das ist der letzte Tag.“ Wie’s weitergeht? „Das weiß ich noch nicht“, antwortet Schmid. Ihre volle Konzentration habe dem Projekt Rathauscafé gegolten, der Traum sei quasi über Nacht geplatzt. Die Suche nach einem Alternativobjekt in der Loisachstadt sei bislang nicht von Erfolg gekrönt gewesen. „Aber vielleicht tut sich ja doch noch irgendwas.“ Den Mietvertrag fürs Ratscherl an der Königsdorfer Straße könne sie nicht verlängern. Für die Räume gebe es bereits eine Nachmieterin, die ihr Geschäft nach Wissen Schmids zeitnah eröffnen will.

Erst wenn ein Pächter gefunden ist, wird die Immobilie saniert

Apropos Miete: Zur geforderten Pacht fürs Rathauscafé macht die Stadt keine Angaben. Kolportiert wird eine Summe von gut 3500 Euro im Monat. Kalt. Mit der Sanierung wird laut Vize-Bürgermeister Günther Eibl (CSU) erst begonnen, wenn ein Pächter gefunden worden ist. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September. cce

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