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Ungenutzt : Über die Floßrutsche am Kastenmühlwehr fuhr seit 1994 kein Holzgefährt mehr. 

Machtwort

Rathauschef hält am Drei-Jahres-Rhythmus fest

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Die nächste Johanni-Floßprozession findet wie geplant erst wieder 2020 statt, bestätigt Klaus Heilinglechner. Auch einer Ertüchtigung der Floßrutsche am Kastenmühlwehr erteilt der Bürgermeister eine Absage. Die sei einfach zu teuer. 

Wolfratshausen – Deutscher Flößertag in Wolfratshausen, als Höhepunkt die Johanni-Floßprozession: Bürgermeister Klaus Heilinglechner war am vergangenen Wochenende nach eigenen Worten „rund um die Uhr im Einsatz“. Doch er bereut keine Minute: „Unsere Gäste waren begeistert, es war eine gelungene Veranstaltung, es war beste Werbung für die Stadt Wolfratshausen.“

Prozession würde „an Popularität“ verlieren

Den am Wochenende von Zuschauern häufig geäußerten Wunsch, die weltweit einmalige Prozession auf der Loisach jährlich stattfinden zu lassen, wird der Rathauschef nicht erfüllen. „Es bleibt beim Drei-Jahres-Rhythmus, die nächste Johanni-Floßprozession findet 2020 statt“, sagt Heilinglechner im Gespräch mit unserer Zeitung. Er gibt zu bedenken, dass die Vorbereitung ein „wahnsinniger Aufwand“ für alle Beteiligten sei – zum anderen hat der Bürgermeister die Befürchtung, dass die Prozession „an Popularität verliert“, wenn sie Jahr für Jahr durchgeführt wird.

Wie berichtet endet die Floßprozession am Kastenmühlwehr. An dessen rechter Seite (flussabwärts) ist zwar Anfang der 1990er-Jahre „für unwahrscheinlich viel Geld“ (Heilinglechner) eine Floßrutsche gebaut worden – doch nur einmal, 1994, sauste dort laut Rathauschef ein Fichtenholzgefährt hinunter. Seither ist die Rutsche unbenutzt, da sie binnen weniger Monate verkiest.

Das, was die Strömung der Loisach mit sich reißt und in der Floßrutsche liegen bleibt, zu entfernen, „ist äußerst kostspielig“, sagt Heilinglechner. Der Kies müsste ausgebaggert werden. Dazu braucht es schweres Gerät, für dessen Einsatz eine Wassersperre gesetzt werden müsste. „Und zwar Jahr für Jahr“, erklärt der Bürgermeister. Er geht davon aus, dass die Ertüchtigung der Rutsche sowie die Baggerarbeiten summa summarum mit „ein paar 100 000 Euro“ zu Buche schlagen würden. Nicht zu vergessen: Die Flößereibetriebe würden die Fahrt durch die Stadt, das heißt, auf dem Wasserweg von der Geltinger Straße an der alten Floßlände vorbei, über die Rutsche am Kastenmühlwehr weiter nach Weidach, ablehnen.

Anwohner klagten gegen Lärm

Das hänge unter anderem mit der niedrigen Fließgeschwindigkeit der Loisach im besagten Abschnitt zusammen. „Die Fahrt würde sich zeitlich extrem verlängern – und es will ja wohl niemand, dass die Flöße mit Außenbordmotor durch Wolfratshausen fahren“, sagt Heilinglechner. Zudem müssten die Gefährte an der Geltinger Straße zusammengebaut werden – damit verbunden wären Lärmbelästigungen für die Anwohner. Ein Thema, mit dem sich vor einigen Jahren bereits Gerichte beschäftigten, nachdem sich Anwohner der angestammten Floßablegestelle in Weidach beschwert hatten.

Heilinglechner räumt ein, dass es ein Tourismusmagnet wäre, würden die Flöße die Altstadt passieren. Doch unterm Strich müsse man unter anderem wegen der kontinuierlich notwendigen Investitionen realistisch sein: „Es geht einfach nicht.“ 

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