Ein Straßenbild
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Wolfratshauser Altstadt 2.0: Die Marktstraße/B11 soll auf 4,25 Meter Breite zurückgestutzt – die Gehwege links und rechts im Umkehrschluss laut der ersten Entwurfsplanung deutlich erweitert werden.

Aufwertung der Altstadt

Raumgreifendes Großprojekt: Stadtrat legt noch einmal nach

  • Carl-Christian Eick
    VonCarl-Christian Eick
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Mehr Platz für Fußgänger, deutlich weniger Raum für Autos: So könnte die Wolfratshauser Altstadt nach ihrer Umgestaltung aussehen.

Wolfratshausen – Das große Ziel, das die Stadtplaner des Büros Mahl-Gebhard-Konzepte und die Verkehrsexperten von BPR Schäpertöns Consult vor Augen haben, ist eine barrierefreie Innenstadt. „Das ist die große Herausforderung“, sagte Architektin Andrea Gebhardt bei der Präsentation der Vorentwürfe zur Aufwertung der Altstadt in der Stadtratssitzung am Dienstag (wir berichteten). Gegen die Stimmen der drei Vertreter der Liste Wor erweiterte das Gremium den Planungsauftrag: Auch der Platz vor der Littig-Villa an der Beuerberger Straße soll umgestaltet werden.

Noch sind es Vorentwürfe, über viele Details wird in den kommenden Wochen noch diskutiert. Erst im Herbst/Winter soll der Stadtrat mit Blick auf die Entwurfsplanung Entscheidungen treffen. Laut Rathauschef Klaus Heilinglechner sind die Bürger nicht zum Zuschauen verdammt, sondern können sich wie bisher in den laufenden Prozess einschalten. Im September sind die Pläne auf der Homepage der Stadt zu sehen, am 5. Oktober findet ab 17 Uhr eine öffentliche Info-Veranstaltung in der Loisachhalle statt.

Acht Meter breiter Gehweg vor der Stadtpfarrkirche

Das Fundament für die weitere Planung legten die Räte am Dienstag mit 19:3 Stimmen, nur die Liste Wor sagte grundsätzlich Nein zu den Entwürfen von Mahl-Gebhard und BPR Schäpertöns Consult. Auf einen einfachen Nenner gebracht, soll Fußgängern zwischen der Musikschule (Untermarkt) und dem Paradiesweg (AWO-Demenz-Zentrum) deutlich mehr Raum eingeräumt werden. Zu diesem Zweck wird die B11 „auf ein Minimum reduziert“, erläuterte Gebhardt, die Gehwege „so breit wie möglich“ werden. Das gelte auch für das berüchtigte Nadelöhr am Untermarkt. Im sogenannten Zentralbereich (Reiser-Eck bis Schwankl-Eck) habe man sich mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim auf eine Straßenbreite von 4,25 Meter geeinigt. Das schafft reichlich Platz: Auf der Westseite (Stadtpfarrkirche) wäre ein acht Meter breiter Gehweg möglich, auf östlicher Seite (Rathaus) ein fünf Meter breiter Gehweg.

Die Weilheimer Behörde, die in Sachen B11 das letzte Wort hat, besteht laut Architektin Gebhard im Übrigen darauf, dass im gesamten Verlauf der Marktstraße die Fahrspur „in dunklem Straßenasphalt“ ausgeführt wird. Die bis dato angestrebte einheitliche Materialwahl – insbesondere im Bereich Marienplatz – scheidet damit aus.

Überplant wird nach dem Willen des Stadtrats nun auch der Platz vor der Littig-Villa. Denn: Aufgrund seiner prominenten Lage könnte der Platz künftig „den Beginn der neu gestalteten Innenstadt darstellen“, hatte es Sabine Trinkl vom Rathaus-Referat Planen & Umwelt in der Beschlussvorlage formuliert. (cce)

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