Der Dokumentarfilmer Max Kronawitter aus Berg bei Eurasburg.
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Der Dokumentarfilmer Max Kronawitter aus Berg bei Eurasburg.

Kreisbildungswerk

Regisseur Max Kronawitter stellt seine Film-Doku über Ludwig von Bayern vor

  • vonPeter Herrmann
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Regisseur Max Kronawitter stellt seine Dokumentation „Prinz Ludwig von Bayern – ein Wittelsbacher kämpft für Afrika“ in Wolfratshausen vor und beantwortet Fragen der Zuschauer.

Wolfratshausen – Ein hell erleuchtetes Pfarrheim, in dem eine öffentliche Veranstaltung stattfindet, ist in Zeiten des Corona-Lockdowns zweifellos eine Ausnahmeerscheinung. Das Katholische Kreisbildungswerk und die Stadtkirche Wolfratshausen hatten den Mut, einen Filmabend zu organisieren. Der in Berg bei Eurasburg lebende Regisseur Max Kronawitter stellte am Montagabend seine bereits 2019 entstandene Dokumentation „Prinz Ludwig von Bayern – ein Wittelsbacher kämpft für Afrika“ vor und beantwortete anschließend die Fragen der 20 Besucher.

„Veranstaltungen der Erwachsenenbildung dürfen unter dem gegebenen Hygienekonzept auch im November stattfinden“, stellte Herbert Konrad vorab klar. Der für das Kreisbildungswerk tätige Pastoralreferent lud zu einem „Blick über den Tellerrand“ ein. Denn der von Kronawitter porträtierte Ludwig Prinz von Bayern entspricht zunächst nicht dem Bild, das sich die Öffentlichkeit von einem adeligen Wittelsbacher erwartet.

Als der Ururenkel des letzten Königs von Bayern (Ludwig III.) im Alter von 32 Jahren begann, in der kenianischen Wüste Computerkurse anzubieten, gab es viele Skeptiker. Mittlerweile hat er dort den Aufbau von Schulen maßgeblich unterstützt. Studenten seiner Akademie haben eigene Computer-Unternehmen gegründet und können so Geld für ihren Lebensunterhalt verdienen.

„Ich bin immer auf der Suche nach Menschen, die interessant sind und etwas Positives machen“, erklärte Filmemacher Kronawitter. Dennoch bedurfte es einiger Ausdauer, um die Redaktionsleitung des Bayerischen Rundfunks (BR) von seinem Projekt zu überzeugen. „Mir wurde dann vorgeschlagen, dass ich drei Tage in Afrika drehen darf“, berichtete Kronawitter. Dieser Zeitraum war ihm deutlich zu kurz. Er beschloss, zusammen mit einem Kameramann zwei Wochen zu bleiben.

Der Prinz sei zunächst erstaunt gewesen, dass der BR mit so einem kleinen Team und bescheidenem Equipment anreist. Doch die anfänglichen Vorbehalte seien schnell verschwunden. Kronawitter begleitete Ludwig von Bayern in entlegene Dörfer, erlebte Reifenpannen und schweißtreibende Verlegungen von Wasserleitungen. „Ich war zutiefst beeindruckt von dieser Person, die Abstand von der privilegierten Welt nahm und Tag und Nacht für sein Projekt gearbeitet hat“, sagte Kronawitter.

Die Filmszenen, die der Eurasburger Regisseur in München aufgenommen hatte, wirkten dagegen wie ein scharfer Kontrast: Empfänge bei Charity-Veranstaltungen, der Schlosspark von Nymphenburg oder ein Gang über die mondäne Ludwigstraße.

Am Ende begleitete Kronawitter den Prinzen bei einem 100 Kilometer langen Benefiz-Marsch. Dabei spendeten Freunde, Bekannte und Familien für jeden zurückgelegten Kilometer einen Betrag für sein afrikanisches Ausbildungsprojekt. „Und was passiert, wenn sich der Prinz aus Afrika zurückzieht?“, fragte eine Besucherin des Filmabends besorgt. Kronawitter beruhigte. „Das Projekt ist ihm so ans Herz gewachsen, dass er es nie mehr aus den Augen lässt“, ist er sich sicher. Dank der in Kenia aufgebauten Strukturen und moderner Kommunikationsmittel sei für Nachhaltigkeit gesorgt. ph

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