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Texte überzeugten: Die Reimrausch-Organisatoren Christoph Hebenstreit (li.) und Mic Mehler (re.) feierten die drei Finalisten Friedrich Herrmann (2. v. li.), Julius Althoetmar (3. v. li.) und Bumillo.

Poetry Slam beim Flussfestival

Reimrausch an der Loisach

Erst 16 Jahre alt ist der Sieger des dritten Wolfratshauser Poetry Slams. Julius Althoetmar trug beim Flussfestival mit rasender Geschwindigkeit einen Text in Gamersprache vor - und bekam dafür neben tosendem Applaus einen Krauttopf als Trophäe.   

Wolfratshausen – Viel Ausdauer mussten die Zuhörer am Samstag beim dritten Wolfratshauser Poetry Slam mitbringen. Nach gut drei Stunden durfte sich der Münchner Gymnasiast Julius Althoetmar das Sieger-T-Shirt überstreifen und einen Krauttopf als Trophäe entgegennehmen. Danach war aber nicht Schluss: Zwei Münchner Bands sorgten für eine rockige Party.

Das Programm des rund achtstündigen Loisachjams eröffnete das Stuttgarter Duo Aljoscha Konter mit deutschsprachiger Popmusik am Nachmittag . Mic Mehler und Christoph Hebenstreit vom Organisationsteam Reimrausch erklärten die Regeln des folgenden Poetry Slams: Die vorgetragenen Texte müssen von den Autoren selbst verfasst sein. Die Poetry Slamer dürfen keine Requisiten, Kostüme, Musikinstrumente oder Hilfsmittel verwenden. Es sind aber alle literarischen Formen und Genres erlaubt – von der Lyrik bis zum Rap.

Eine Publikumsjury vergab Noten von eins bis zehn

Das Urteil fällte eine von Hebenstreit ausgewählte Publikumsjury, die durch das Heben von Tafeln Noten von eins bis zehn vergab. In drei Vorrunden setzten sich Friedrich Herrmann, Julius Althoetmar und Bumillo – so der Künstlername – unter den insgesamt neun Teilnehmern durch. Herrmann, der vor zwei Jahren die Thüringer Landesmeisterschaften gewann, hatte die weiteste Anreise. Er wohnt in Jena. Sein ironisch vorgetragener Text „Das erste Mal“ spannte einen weiten Bogen von Sex über Partys bis hin zur Wahlpflicht. Bumillo versuchte dagegen mit dem von ihm erfundenen „Brindusa-Syndrom“ zu punkten. Gemeint war dabei vor allem die allgemeine Passivität bestimmter Wählerschichten, die dazu geführt habe, dass Donald Trump in den USA Präsident wurde und die Briten aus der EU ausgetreten sind.

Überraschungssieger wurde jedoch der erst 16 Jahre alte Julius Althoetmar mit einem in enormer Geschwindigkeit vorgetragenen Text. Dass sich Althoetmars computerspielspezifische Gamer-Sprache nicht jedem Besucher sofort erschloss, änderte nichts am tosenden Applaus.

Viele Besucher entschieden nach dem Poetry Slam, das Flussfestival-Areal zu verlassen. Sie verpassten die beiden Münchner Bands „Ni Sala“ und „Naked SuperHero“, die sich davon jedoch nicht beeindrucken ließen.

„Naked SuperHero“ sorgten mit ihrer tanzbaren Mischung aus Rock, Ska und spanischem Rap dafür, dass es keinen Besucher mehr auf den Sitzen hielt. Durch die Lautstärke fühlten sich indes die Veranstalter eines Klassikkonzerts in der nahe gelegenen Loisachhalle gestört. Festivalleiter Günter Wagner und Marion Klement gelang es aber schnell, die Wogen zu glätten, sodass der Fortsetzung der Reimrauschparty nichts im Wege stand. Peter Herrmann  

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