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Simples Prinzip: Eine funktionierende Rettungsgasse kann im Ernstfall Leben retten. Doch noch immer gibt es laut Polizei „Rettungsgassenverweigerer“.

Gasse kann Leben retten

Rettungsgasse: Durchwachsene Bilanz nach Kontrollen auf Autobahnen

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Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat eine Schwerpunktaktion zum Thema Rettungsgasse durchgeführt - auch auf der A 95. Das Ergebnis ist durchwachsen. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Wenn auf Autobahnen und mehrspurigen Straßen der Verkehr stockt, dann ist es Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden und auch freizuhalten. „Nach einem Unfall müssen Rettungsfahrzeuge die Verletzten schnellstmöglich erreichen können. Dabei zählt oft jede Minute“, betont Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Rosenheim. Die Autobahnpolizeidienststellen führten deshalb in den vergangenen Wochen eine Schwerpunktaktion durch. Thalmeier: „Die Beamten gingen dabei konsequent gegen ,Rettungsgassenverweigerer‘ vor und ahndeten zahlreiche Verstöße.“

Unwissenheit und Unaufmerksamkeit

Auch auf den vielbefahrenen Autobahnen im südlichen Oberbayern – dazu zählt die A 95 – müssen die Helfer von Polizei und Rettungsdienst immer wieder feststellen, dass sich die Bereitschaft, eine Rettungsgasse zu bilden, leider nicht spürbar gebessert hat. „Und das, obwohl das Thema in den vergangenen Monaten breit in die Öffentlichkeit getragen wurde“, wundert sich Thalmeier. Was sind die Gründe dafür? Die Helfer müssten fast täglich feststellen, dass neben Unwissenheit und Unaufmerksamkeit etliche Verkehrsteilnehmer die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden, bewusst ignorieren würden. „Dieses rücksichtslose Verhalten stand in den zurückliegenden Wochen im besonderen Fokus der Autobahnpolizei“, berichtet der Polizeisprecher.

Missachtung wird in Zukunft teurer

Die fünf Dienststellen in Weilheim, Holzkirchen, Rosenheim, Traunstein und Mühldorf überwachten insbesondere die Bundesautobahnen A 95, A 8, A 93 und A 94 bei größeren Staus aufgrund von Unfällen und Baustellen oder wegen des starken Ferienreiseverkehrs. Insgesamt 85 Verkehrsteilnehmer mussten ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro zahlen – 23 nichtdeutsche Autofahrer eine Sicherheitsleistung hinterlegen, weil sie trotz Stau keine Rettungsgasse gebildet oder nicht freigehalten hatten. Thalmeier warnt: „Die Höhe des Bußgeldes wird in Zukunft um ein Vielfaches höher liegen“, dazu kommt ein Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Zwei besonders dreiste und ignorante Verkehrsteilnehmer erhielten eine Anzeige, weil sie eine gebildete Rettungsgasse nutzten, um schneller vorwärts zu kommen. Sie fuhren in der Gasse den Rettungs- und Einsatzfahrzeugen hinterher.

Trotz dieser eher unerfreulichen Bilanz stellten die Beamten aber fest, dass sehr viele Autofahrer die Bedeutung und Funktionsweise der Rettungsgasse mittlerweile gut kennen. 90 Prozent der kontrollierten Verkehrsteilnehmer hätten sich „einsichtig und verständnisvoll“ gezeigt. „Besonders positiv hervorzuheben ist, dass an mehreren Einsatztagen die Rettungsgasse vorbildlich funktionierte“, so Thalmeier. Dies sei immer dann der Fall, wenn ein Kraftfahrer den richtigen Anfang macht – „denn dann folgen die meisten anderen dem positiven Beispiel“.

„Eins links – zwei rechts“  

Die Rettungsgasse, die ausschließlich von Einsatzfahrzeugen benutzt werden darf, muss schon gebildet werden, wenn Sie merken, dass der Verkehr stockt. Fahren Sie langsam nach dem Merksatz „Eins links – zwei rechts“ an den Fahrbahnrand. Die Fahrzeuge auf der linken Spur fahren an den linken Fahrbahnrand. Die Fahrzeuge auf allen anderen Spuren nach rechts. Der Standstreifen bleibt frei. Die Rettungsgasse bleibt offen, bis der Verkehr wieder rollt.

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