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Lässt sich seit zehn Jahren die Heimatzeitung nach Den Haag liefern: Robert Schwarz.

Was er über die Probleme im Nordlandkreis denkt

Robert Schwarz liest unsere Zeitung seit zehn Jahren in Den Haag

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Wolfratshausen/Den Haag – Seit zehn Jahren liest Robert Schwarz aus Wolfratshausen unsere Heimatzeitung in Holland. Zu den Problemen im Nordlandkreis hat er eine klare Meinung.

Robert Schwarz schüttelt den Kopf. So viele leere Geschäfte, dazu das geschlossene Isar-Kaufhaus. Der Rentner ist gar nicht glücklich über die Wolfratshauser Marktstraße, die hat ihm früher besser gefallen. Dabei bekommt es der 70-Jährige nicht hautnah mit, was sich in der Loisachstadt alles tut. Seit zehn Jahren lebt der Rentner nämlich mit seiner Ehefrau in Den Haag. Das Geschehen in der alten Heimat behält er dennoch im Blick. Jeden Freitag und Samstag lässt er sich den Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur in die holländische 500 000-Einwohner-Metropole schicken. Besonders auf die Todesanzeigen schaut er: „Es kommt immer mal wieder vor, dass man jemanden gekannt hat.“

Lange Jahre lebte der Rentner, der bei der Zollabfertigung bei Dornier in Oberpfaffenhofen gearbeitet hat, in Wolfratshausen. Die tägliche Zeitungslektüre gehörte dazu. Als er seine Rente antrat, zogen er und Ehefrau Tessi nach Holland, ihre Heimat. Jedes Jahr kommen sie für fünf Wochen zurück. Dann leben sie bei Bekannten in Geretsried und pflegen alte Freundschaften. Beide sind noch sehr verwurzelt. Robert Schwarz ist Mitglied im Geretsrieder Fischerverein, geht leidenschaftlich gerne an Kochel- und Walchensee angeln. Tessi hat noch viele Kontakte aus ihrer Arbeitszeit. Sie war im pflegerischen und sozialen Bereich tätig. Die Tage, die sie hier verbringen, könnten sie wegen der „langen Kontaktliste“ locker auf sieben bis acht Wochen ausdehnen, sagt der gebürtige Schwarzwälder. „Aber das geht nicht. Wir müssen ja nach Hause.“

Apropos: Fühlt er sich in Den Haag zu Hause? „Ja“, sagt Robert Schwarz. „Nur holländisch spreche ich wenig. Mit mir wollen alle deutsch reden.“ Warum liest er die Zeitung nicht im Internet oder als E-Paper? Er lächelt und schüttelt den Kopf. „Das kann ich nicht. Es ist etwas anderes, wenn man die Zeitung in der Hand hält.“

fla

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