Ein Prellbock auf einem S-Bahn-Gleis.
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Die S7 soll von Wolfratshausen nach Geretsried verlängert werden. Frühestens im Jahr 2024 ist laut Bahn mit dem Beginn des Gleisbaus zu rechnen.

Einstimmiger Beschluss des Stadtrats

S7-Verlängerung: „Die Einwendungen werden aufrecht erhalten“

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Wolfratshausen hat mit Blick auf die geplante S7-Verlängerung nach Geretsried Einwendungen vorgebracht. Nun stellt der Stadtrat fest: Einige Antworten der Bahn seien „nicht ausreichend“.

Wolfratshausen – Im Februar 2013 sowie im März 2020 hatte der Stadtrat Einwendungen mit Blick auf das Planfeststellungsverfahren im Zuge der beabsichtigten S7-Verlängerung nach Geretsried formuliert. 17 mehr oder minder gewichtige Beanstandungen waren es in Summe, die laut Beschluss des Gremiums der Deutschen Bahn (DB) als Vorhabenträgerin der Infrastrukturmaßnahme übermittelt wurden. In der jüngsten Stadtratssitzung nahmen die Bürgervertreter die Antworten der DB zur Kenntnis. Eine Debatte erfolgte nicht. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) stellte nurmehr fest, dass die Erwiderungen in drei Punkten „nicht ausreichend“ seien. „Die Einwendungen werden aufrecht erhalten“, erklärte der Rathauschef. Den diesbezüglichen 24:0-Beschluss des Rats versah Heilinglechner mit dem Hinweis: „Nun ist die Bahn wieder am Zug.“

Bahn lehnt Neukonzeption für Busbahnhof ab

Die DB hatte die Stadt unter anderem wissen lassen, dass sie es ablehne, bei der Gleisverlängerung in die größte Stadt im Landkreis, die frühestens 2024 beginnt, „die planungsbedingte Neukonzeption des planfestgestellten Busbahnhofs“ ins Auge zu fassen. Genau dies hatte die Kommune verlangt. Aber die DB ist der Meinungt: „Durch die entfallenden Buslinien kann in Wolfratshausen auf Kapazitäten im Busbahnhof verzichten werden.“ Grundsätzlich steht die Vorhabenträgerin auf dem Standpunkt: Eine Neukonzeption des Busbahnhofs „ist nicht Aufgabenstellung für das Projekt.“ Die DB betont in ihrem Antwortschreiben, dass die „durch geänderte Zuwegung zum Bahnsteig und den Umbau des Bahnübergangs erforderliche Anpassung des Busbahnhofs ausgewiesen ist“.

Stadt will Fußgänger und Radfahrer besser schützen

In der sogenannten Tekturplanung der DB unter den Tisch gefallen sind aus Sicht der Stadt zudem die Einwände zur Unterbrechung und Verlegung des Gehwegs im nördlichen Bereich des Busbahnhofs an der Sauerlacher Straße. Darüber hinaus stemmt sich der Stadtrat gegen die vonder Bahn favorisierten Lösung für Fußgänger und Radfahrer im Bereich des Industriegleises. Mit dem geplanten Bahnübergang wäre die Kommune einverstanden, dieser sollte jedoch aufgrund der hohen Zahl der potenziellen Nutzer (200 in Spitzenstunden, viele Senioren sowie Eltern mit Kindern) nicht wie vorgesehen „mit Umlaufsperren mit einem Durchlass von 1,50 Metern Breite“ abgesichert werden. Der Stadtrat pocht stattdessen auf einen Übergang mit „Blinklicht oder Schranken“, um den schwächsten Verkehrsteilnehmern den größtmöglichen Schutz zuteil werden zu lassen. Eine neuerliche Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde vor der Tekturplanung, wie von der Stadt verlangt, „hat offenbar nicht stattgefunden“, stellte das zuständige Referat im Wolfratshauser Rathaus fest.

Unterm Strich, das bilanzierte der Stadtrat, seien die Einwendungen, Anregungen und Hinweise im Antwortschreiben der DB „korrekt wiedergegeben“ worden. Doch in besagten drei Punkten „sind die Erwiderungen nicht ausreichend“. (cce)

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