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Das muss man erstmal schlucken: Nicht vor Ende 2028 rollt die erste S-Bahn nach Geretsried. Das erfuhren Bürgermeister Michael Müller (li.) und sein Amtskollege Klaus Heilinglechner am Mittwochabend. 

Kreistagssitzung

S7-Verlängerung: Müller hadert mit Verzug

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Die erste S-Bahn von Wolfratshausen nach Geretsried wird frühestens in der Adventszeit 2028 rollen. Eine Zeitschiene, die Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller wenig gefällt.

Wolfratshausen/Geretsried– Der Geretsrieder Rathauschef hat die jüngste Pressemitteilung der Deutschen Bahn noch auf seinem Schreibtisch liegen. Demnach ist mit der Fertigstellung der S 7-Verlängerung bis Geretsried Jahr 2027 zu rechnen. Doch in der Kreistagssitzung am Mittwoch in der Loisachhalle verkündete Michael Hatzel, Projektleiter Verkehrswege bei der Deutschen Bahn: Die Jungfernfahrt finde frühestens im Dezember 2028 statt (wir berichteten). Dieser Satz hat Müller nach eigenen Worten „aufhorchen lassen“.„Wenn wir noch mehr solcher Info-Veranstaltungen machen, wird’s vermutlich noch später“, sagt der Geretsrieder Bürgermeister sarkastisch.

Wenn sich schon vor dem Spatenstich Verzögerung an Verzögerung reihe – „wie soll’s dann später weitergehen?“, fragt sich der Rathauschef. Und: „An was liegt’s denn genau?“ Es sei doch auszuschließen, dass man auf dem Weg von Wolfratshausen nach Geretsried „auf Ölquellen oder Keltengräber stößt“, die ein Weiterkommen erschweren. „Oder blockieren wir uns gegenseitig selbst?“, sagt Müller mit Blick auf die zahlreichen Verfahrensbeteiligten. Er will nun noch einmal das Gespräch mit den Planern suchen. „Es stellt sich ja auch die Frage, ob wir in Geretsried oder Wolfratshausen noch etwas anschieben können“, um dem Projekt Beine zu machen.

„Ohne dieses Infrastrukturprojekt wird der Verkehr in unserer Region kollabieren.“

Auf der anderen Seite sei am Mittwoch deutlich geworden. „Es tut sich etwas. Ich betone, es wird fleißig an der S 7-Verlängerung gearbeitet“, sagt Müller. Das ist aus Sicht des Geretsrieder Bürgermeisters nach wie vor das Gebot der Stunde, denn: „Ohne dieses Infrastrukturprojekt wird der Verkehr in unserer Region kollabieren.“

Die Sitzung in der Loisachhalle sei „zur allgemeinen Zufriedenheit ausgefallen“, urteilt Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner am Tag danach. Auch ihn hat es allerdings überrascht, dass die Inbetriebnahme des neuen Gleiswegs in frühestens elf Jahren zu erwarten ist. Zudem scheine die Jahreszahl 2028 nicht in Stein gemeißelt, meint Heilinglechner mit Blick auf mögliche zusätzliche Einwendungen und potenzielle Schwierigkeiten, die erst bei der weiteren Planung zutage treten könnten.

167 Millionen Euro Gesamtbaukosten

Dass sich weder die Deutsche Bahn noch das Ingenieurbüro am Mittwoch zu den Baukosten äußerten, dafür hat Heilinglechner Verständnis. Sobald jemand eine Zahl nennen würde, „wird er darauf festgenagelt“. Offiziell kommuniziert werden stets rund 167 Millionen Euro Gesamtbaukosten – Preisstand 2009. Bei Hochrechnungen ist mit einer Preissteigerung von jährlich etwa 2,5 Prozent zu rechnen.

Bei der Präsentation des Planungsstandes in der Loisachhalle habe sich erneut gezeigt, dass die Belastung für Wolfratshausen während der Bauphase enorm wird, stellt Heilinglechner fest. Er gibt jedoch zu bedenken, dass das aufwendige Tiefbauwerk im Bereich der Sauerlacher Straße das Ergebnis eines Bürgerentscheids in Wolfratshausen war. Die Folgen müsse man akzeptieren.

In diesem Zusammenhang habe er, Heilinglechner, am Mittwoch die wichtige Erkenntnis gewonnen, dass die erst 2015 beschlossene Gleistieferlegung in der Loisachstadt gesondert betrachtet werde – und damit das seit 2012 laufende Planfeststellungsverfahren nicht komplett neu aufgerollt werden müsse. " seite 3

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