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Geretsried-Mitte: Auf der Böhmwiese gegenüber des Rathauses soll ein neuer S-Bahnhof entstehen.

S7-Verlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried

Bahn bearbeitet 170 Einwendungen

  • Doris Schmid
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Die Auslegung der Pläne ist vorbei, die Einwendungsfrist verstrichen: Wie geht es weiter in Sachen in S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried? Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens ist derzeit die Deutsche Bahn am Zug.

Geretsried/Wolfratshausen – Die Info-Veranstaltungen der Bahn in Wolfratshausen und Geretsried zu Jahresbeginn waren auf großes Interesse gestoßen (wir berichteten). Zahlreich informierten sich die Bürger über die geplanten Umbaumaßnahmen am S-Bahnhof in Wolfratshausen, die Streckenführung, die Platzierung der drei Bahnhöfe, die in Geretsried vorgesehenen sind, und weitere Aspekte.

Im Anschluss an die Veranstaltungen lagen die Pläne in den Rathäusern öffentlich aus, und die Bahn wollte vor Ort Sprechstunden anbieten. Doch dazu kam es nicht. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten sie abgesagt werden. „Die Bürgersprechstunden waren ein freiwilliges, ergänzendes Angebot der Deutschen Bahn und haben keine Auswirkungen auf das Verfahren“, versichert eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage unserer Zeitung.

Während der Auslegung und einer vierwöchigen Frist im Anschluss hatten Bürger und Behörden Zeit, Stellungnahmen und Einwendungen zu den Plänen zu verfassen. Von diesem Recht wurde auch Gebrauch gemacht: Bei der Regierung von Oberbayern als zuständiger Anhörungsbehörde sind laut Pressesprecherin Verena Gros rund 130 Einwendungen sowie rund 40 behördliche Stellungnahmen eingegangen.

Zur Erinnerung: Beim ersten Planfeststellungsverfahren gab es über 700 Einwände. Knackpunkt war damals die Querung der Sauerlacher Straße. Mit der Verlängerung der S7 nach Geretsried wären sechs Schrankenschließzeiten pro Stunde dazu gekommen – aktuell gibt es laut Bahn zwei am Tag. Die Bürger befürchteten ein Verkehrschaos. Daraufhin plante die Bahn um, und der Bahnhof wurde in den Untergrund verlegt. Was bleiben wird, ist das oberirdische Industriegleis, über das Gefahrgüter nach Geretsried transportiert werden.

Die Bahn geht davon aus, dass sie bis zum vierten Quartal die rund 170 Einwendungen und Stellungnahmen bearbeitet hat und ihre Antworten an die Regierung von Oberbayern übergeben kann. Anschließend setzt die Anhörungsbehörde einen Termin vor Ort fest, bei dem alle Einwendungen und Stellungnahmen erörtert werden. Theoretisch sollte dieser im vierten Quartal stattfinden. „Im Hinblick auf die aktuelle Situation anlässlich der COVID-19-Pandemie kann ein Zeithorizont für einen Erörterungstermin nicht bestimmt werden“, sagt dazu Regierungssprecherin Gros.

Zum selben Thema: S7-Verlängerung: Gutsbesitzer Fuchs bleibt bei seiner Darstellung

Die Planungs- und Baukosten für das Verkehrsprojekt waren zuletzt 2012 auf 167 Millionen Euro geschätzt worden. Eine aktuelle Kostenberechnung wird es nach Angaben der Bahn erst geben, wenn es einen Planfeststellungsbeschluss gibt. Ob der angepeilte Zeitplan eingehalten werden kann, hängt im Wesentlichen vom Verlauf des Verfahrens ab. Sofern dieses wie vorgesehen bis Ende 2022 abgeschlossen ist, soll die S-Bahn im Dezember 2028 bis nach Geretsried rollen.

nej

Lesen Sie auch: Bürger sehen S 7-Verlängerung kritisch - Landrat warnt davor, Einwände aufzubauschen

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