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Soll unter die Erde: der S-Bahnhof in Wolfratshausen. Der Güterverkehr soll weiterhin oberirdisch rollen. 

Öffentlicher Personennahverkehr

S7-Verlängerung nach Geretsried: Jetzt ist das Eisenbahn-Bundesamt am Zug

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Vor sechs Jahren wurde für die S7-Verlängerung nach Geretsried ein Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eröffnet. Aufgrund der Vielzahl von Einwendungen gegen das vorgesehene Trog-/Tunnelbauwerk am Wolfratshauser Bahnhof entschied man sich für eine Planänderung – mit einem Tiefbahnhof. Wie die DB Netz AG auf Nachfrage mitteilt, wurden diese Änderungen nun dem EBA übergeben. 

Wolfratshausen/Geretsried – Die lang ersehnte, 9,2 Kilometer lange Gleisverlängerung von Wolfratshausen über Gelting in die größte Stadt des Landkreises ist technisch anspruchsvoll. Umplanungen und Anpassungen führten zu Verzögerungen des Projekts, das mindestens 167 Millionen Euro kosten wird (Preisstand 2009). Die Finanzierung übernehmen Bund und Freistaat, der Landkreis, die Städte Geretsried und Wolfratshausen sowie die Deutsche Bahn.

Laut Planung sind ein 280 Meter langer, barrierefreier, unterirdischer Begegnungsbahnhof in Wolfratshausen, ein neuer Bahnübergang an der Sauerlacher Straße für den Güterverkehr sowie die Errichtung von barrierefreien Stationen in Gelting, Geretsried-Mitte und in Geretsried-Süd (Endbahnhof) vorgesehen. Für die Gleisverlängerung müssen acht Eisenbahn- und drei Straßenbücken gebaut werden, ebenso eine Abstell- und Wendeanlage am Endbahnhof für die S-Bahn. Ferner sind der Neubau eines elektronischen Stellwerks, eines Unterwerks in Gelting sowie der Rückbau des Unterwerks in der Loisachstadt notwendig.

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Die zwölf Ordner, die die Bahn nun beim EBA eingereicht hat, beinhalten unter anderem die Planung für die Tieferlegung des S-Bahnhofs in Wolfratshausen, die Berücksichtigung der Bayerischen Natura-2000-Verordnung und die Anpassung der Planung an die Anforderungen des EBA zum Brand- und Katastrophenschutz. Auch das Thema Baulärm wurde überarbeitet. Sind die Unterlagen vollständig, plausibel und technisch realisierbar, leitet das EBA den vollständigen Plan an die Regierung von Oberbayern weiter. Sie ist Anhörungsbehörde und veranlasst, dass die Planunterlagen in den Gemeinden noch einmal ausgelegt werden. „So kann jeder, dessen Belange das Projekt berührt, Einwendungen erheben“, sagt eine Sprecherin des EBA. Die Anhörungsbehörde entscheide auch darüber, ob es einen sogenannten Erörterungstermin vor Ort gibt. Das Anhörungsverfahren endet damit, dass die Behörde eine abschließende Stellungnahme formuliert und sie ans EBA sendet. Auf dieser Basis wird über die Zulässigkeit des Projekts entschieden. Die EBA-Sprecherin: „Die Steuerung und Koordination des Bauvorhabens bleibt jedoch immer Sache des Vorhabenträgers“ – sprich der Bahn.

Bleibt die Frage, wie lang sich diese Prüfung hinziehen wird. „Eine zeitliche Prognose ist leider nicht möglich“, sagt dazu die EBA-Sprecherin. Auch ihre Kollegin von der Bahn wagt keine Prognose: „Da die DB Netz nicht Verfahrensführer dieser beiden Zwischenschritte ist, können wir zur Dauer des Verfahrens auch keine Auskunft geben.“

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Immerhin: Auf der Webseite schreibt die Bahn, dass das Baurecht für die neue Planung voraussichtlich 2021 vorliegt. Ein Realisierungs- und Finanzierungsvertrag zur Bauausführung zwischen dem Freistaat und der Bahn könnte 2023 unterzeichnet werden.

Und wann rollt die S-Bahn nach Geretsried? In der öffentlichen Sitzung von Kreis- und Stadträten im Juli 2017 in der Loisachhalle sagte Michael Hatzel, Projektleiter Verkehrswege bei der Deutschen Bahn, dass mit der Jungfernfahrt frühestens im Dezember 2028 zu rechnen ist. Auf der Homepage heißt es dazu: „Ein Inbetriebnahmetermin kann erst mit Abschluss der Vorplanung für die Tieflage des Bahnhofs Wolfratshausens genannt werden.“

nej


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