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Mit einer Brücke über der Loisach will Alfred Fraas (CSU) das viel diskutierte Parkplatzproblem in Wolfratshausen lösen.

Machbarkeit infrage gestellt

Das sagen Experten zu einer Parkbrücke über der Loisach

Der Vorschlag von Alfred Fraas, eine Parkbrücke über die Loisach zu bauen, wird nicht nur von Laien skeptisch beurteilt. Die Machbarkeit des Projektes stellen auch Statiker und Ingenieure in Frage.

Wolfratshausen - Robert Buxbaum, Chef des gleichnamigen Wolfratshauser Ingenieurbüros und Planer des Walserstegs, hält eine Parkbrücke über der Loisach zwar „für technisch sicherlich realisierbar“. Aber: „Da gibt es noch eine ganze Menge zu klären.“ Bei einer Brücke dieser Spannweite müsse die sogenannte Gründung „wahnsinnig aufwendig“ gestaltet werden. Billig würde das Ganze nicht: Alleine die Traggerüste kosten laut Buxbaum „ein Schweinegeld“. Dass der Bau, sollte sich der Stadtrat für die Realisierung entscheiden, überhaupt genehmigt würde, bezweifelt der Diplom-Ingenieur (FH) stark: „Das Wasserwirtschaftsamt ist da manchmal rigoros.“ Die Fraassche Parkbücke über der Loisach werde mutmaßlich in der Weilheimer Behörde keine Jubelstürme auslösen.

Bis zur möglichen Umsetzung wird es „ein langer Weg“

Buxbaums Berufskollege, Diplom-Ingenieur (FH) Josef Wehbe, bezeichnet die Pläne des CSU-Stadtrates als „interessante Idee, die die Diskussion an den Stammtischen beleben wird“. Auch er vermutet jedoch, dass es bis zur möglichen Umsetzung „ein langer Weg wird“. Nicht unbedingt aus technischen Gründen: „Es gibt eine Reihe von Beispielen, die zeigen, dass das geht. Viele Autobahnbrücken haben ja eine noch größere Spannweite.“ Allerdings: Je weiter die Brücke gespannt wird, desto teurer wird das Bauwerk. Wehbe: „Es gibt noch andere Punkte, die bei diesem Plan geklärt werden müssen.“ Der Wolfratshauser führt wie Buxbaum als Beispiel die Prüfung des Konstruktes durch das Wasserwirtschaftsamt an. Eine große Rolle werde darüber hinaus das Thema Brandschutz spielen. Auch die Verkehrsführung müsste noch detailliert betrachtet werden – gerade die Situation an den Zu- und Abfahrten zur Parkbrücke.

Was sagt das Wasserwirtschaftsamt? 

Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim kennt den Vorschlag von Alfred Fraas noch nicht. Die Bereichsleiterin für den Landkreis, Dora Schulze, kann sich deshalb nicht zu dem Bauwerk äußern. „Grundsätzlich prüfen wir alle Bauvorhaben, die in 60 Metern Nähe eines Flusses wie der Loisach liegen.“ Es gibt zwei Kriterien: „Wir achten lediglich auf den Einfluss, den solche Bauten auf das Gewässer haben – und anders herum.“ Heißt im Klartext: Solange die von Fraas angedachte Parkbrücke keine wasserwirtschaftlichen Probleme aufwirft, wäre sie genehmigungsfähig. Die Höhe des Bauwerkes (Fraas geht von maximal 15 Metern Höhe aus) ist für das Wasserwirtschaftsamt nicht von Belang. „Das spielt bei der Prüfung keine Rolle“, sagt Schulze im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von Dominik Stallein

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