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Extrem mit Schadstoffen belastet ist die Immobilie am Untermarkt 10. 

Immobilie am Untermarkt 

Sanierung kostet zwei Millionen Euro

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Wolfratshausen - Zwei Millionen Euro würde es kosten, die städtische Immobilie am Untermarkt 10 zu sanieren. Dieses Geld will die Stadt nicht ausgeben. Wie es weitergeht, wollen die Fraktionen zunächst intern beraten.

„Verwirrt“ zeigte sich Grünen-Stadtrat Rudi Seibt, „überrascht“ Fritz Schnaller von der SPD. Dass die Arbeiten an dem einst für den Bürgerladen vorgesehenen Gebäude solche Dimensionen annehmen würde, ließ am Mittwoch im Bauausschuss einigen Stadträten den Atem stocken. Fest steht: Aus der eigentlich geplanten Instandsetzung wird mit ziemlicher Sicherheit nichts. Das Gebäude ist dermaßen mit Schadstoffen belastet, dass es mehr oder weniger komplett entkernt und dann aufwendig saniert werden muss. „Da drin sollte man zur Zeit weder leben noch arbeiten“, sagte Anton Leitner vom zuständigen Planungsbüro aus Tutzing. Die Frage von Josef Praller (Bürgervereinigung), ob man mit dem von der Stadt einkalkulierten Geld überhaupt etwas Sinnvolles in dieser Immobilie bewerkstelligen könne, antwortete Leitner: „Nein, das geht nicht.“

Die Schadstoffbelastung ist enorm

Nachdem das Projekt Bürgerladen gescheitert ist, sollen im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes wie berichtet ein Tourismusbüro, das Kulturmanagement der Stadt, der Kartenverkauf für alle städtischen Veranstaltungen sowie ein Trauungszimmer unterkommen. Außerdem soll Raum für Sonderausstellungen des Heimatmuseums sein, ebenso für das Wallner-Erbe, die Wirtschaftsförderung sowie die Städtepartner- paten- und freundschaften. 450 000 Euro wollte man dafür ausgeben. Doch allein die Kosten für den Umbau im Erdgeschoss werden auf etwa 950 000 Euro geschätzt, für den dringend benötigten Brandschutz kämen noch einmal 188 000 Euro hinzu. Das wäre deutlich mehr, als der Bürgerladen gekostet hätte.

Besonders schlimm ist das Gift mit dem Kürzel PAK

Das Hauptproblem ist Leitner zufolge die Belastung mit Schadstoffen. Vor allem geht es um sogenannte Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, die im Putzträger und unter dem Estrich sind. In den Bitumenbahnen würden die krebserregenden Stoffe die Grenzwerte zum Teil um mehr als das 50 000-fache überschreiten. Unter den Grenzwerten liegen sie nirgends. Zwar stellte sich in der Debatte heraus, dass an der einen oder anderen Stelle noch Einsparungen möglich wären, etwa bei der Lüftung im Trauungszimmer. Auch entbrannte eine Diskussion darüber, wann welche Maßnahmen in Auftrag gegeben wurden und ob die Stadträte gebührend darüber informiert waren. Moniert wurde vor allem, dass man nicht im Detail über die Höhe der Schadstoffwerte Bescheid wusste. Auch an den schriftlichen Unterlagen, die zur Verfügung gestellt wurden, gab es Kritik. Auf Wunsch von Rudi Seibt werden daher alle bisherigen Erkenntnisse in eine Art Statusbericht einfließen.

Im Oktober soll eine endgültige Entscheidung fallen

Am Ende waren sich aber alle einig: „Zwei Millionen Euro sind für uns in keinster Weise darstellbar“, betonte Praller. „Ich höre das heute in der Form zu ersten Mal“, ergänzte Schnaller. „Aber das muss man akzeptieren.“ Günther Eibl (CSU) fragte, ob das Heimatmuseum, das ebenfalls in dem Gebäude ist, bei dieser Schadstoffbelastung überhaupt gesundheitsfreundlich betrieben werden kann. Das, so die Antwort, werde eine Raumluftprüfung ergeben. Einen Beschluss fasste das Gremium nicht. Die Politiker wollen diese Informationen erst einmal sacken lassen – und dann neu beraten. Im Oktober soll eine Entscheidung fallen.

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