Ein Bauarbeiter steht auf einer Straße in der Stadt Wolfratshausen
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Mehr Schutz für Radfahrer: Mitte August hat die Stadt an der Sauerlacher Straße eine gut 500 Meter lange einseitige Extraspur anlegen lassen.

Neuer Schutzstreifen für Radfahrer

Sauerlacher Straße in Wolfratshausen: „Parkplätze sind definitiv Geschichte“

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Dem neuen Schutzstreifen für Radfahrer an der Sauerlacher Straße sind zahlreiche Parkplätze zum Opfer gefallen. Selbst wenn die Extraspur wieder zurück gebaut wird - die Parkplätze wird‘s nicht mehr geben.

  • An der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen gibt‘s seit August eine Extraspur für Radfahrer.
  • Bei der Maßnahme handelt es sich um ein Modellprojekt.
  • Egal wie die Testphase verläuft: Die gesperrten Parkplätze werden nicht mehr freigegeben.

Wolfratshausen – Während der politischen Sommerpause ließ die Stadt Mitte August an der Sauerlacher Straße einen einseitigen Schutzstreifen für Fahrradfahrer installieren (wir berichteten). Damit einher ging die Sperrung zahlreicher Parkplätze, was Gewerbetreibenden sowie dem Wirtschaftsreferenten des Stadtrats, Helmut Forster (Liste Wolfratshausen), sauer aufstößt. In der Stadtratssitzung am Dienstagabend in der Loisachhalle hakte dessen Fraktionskollege Dr. Manfred Fleischer nach.

Bei der Extraspur zwischen S-Bahnhof und Friedhofskreuzung handelt es sich um ein Modellprojekt unter der Regie des bayerischen Verkehrsministeriums. Die Testphase endet am 30. Oktober. Ob aus dem Provisorium eine Dauerlösung wird, dazu werde „sicherlich“ auch der Stadtrat seine Meinung abgeben, schickte Fleischer voraus. Für seine Entscheidungsfindung sei mit maßgeblich: „Fallen die Parkplätze auf jeden Fall weg?“ – oder gebe es die Option „Fahrradschutzstreifen plus Parkplätze?“

Viele Parkplätze standen schon länger auf der Streichliste

„Die Parkplätze sind definitiv Geschichte“, antwortete Bauamtsleiterin Susanne Leonhard. Ganz egal, ob der 1,50 Meter breite Schutzstreifen bleibe oder wieder entfernt werde. „Die Parkplätze entfallen auf jeden Fall“, so Leonhard. Wie bereits in einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärte die Bauamtsleiterin, dass Stellflächen direkt am Bahnübergang gesperrt worden seien, „weil nur so sichergestellt werden kann, dass sich der Verkehr nicht bis auf die Gleise staut, wenn jemand versucht, auf diesen Stellflächen ein- oder auszuparken“.

Weitere Parkplätze stadtauswärts standen nach Aussage der Bauamtsleiterin bereits seit längerer Zeit auf der Streichliste von Kreisbehörde und Staatlichem Bauamt, „weil die Situation an der Kreuzung zum Moosbauerweg entschärft werden muss“. Dazu sei eine Vergrößerung des sogenannten Sichtdreiecks notwendig. Und: Die Parkplätze zwischen der Rosen-Apotheke und der Aral-Tankstelle hätten nie als solche genutzt werden dürfen, dort hätten Autofahrer ihre Pkw genau genommen stets auf dem Gehweg abgestellt.

Kritik an Informationspolitik der Stadt

Leonhard erinnerte in diesem Zusammenhang an die Bebauung des Kraft-Areals östlich des S-Bahnhofs. Die Vorarbeiten laufen, die heiße Phase beginnt laut Bauamtsleiterin im Frühjahr 2021. Mit der Bebauung beschloss der Stadtrat „die Aufweitung der Sauerlacher Straße“, so Leonhard. Auch der würden Parkplätze zum Opfer fallen.

Zur Kritik von Dr. Hans Schmidt (Grüne), es sei „ein Manko“ gewesen, dass die Gewerbetreibenden an der Sauerlacher Straße nicht vorab von der Einrichtung des Schutzstreifens in Kenntnis gesetzt worden waren, stellte die Bauamtsleiterin fest: „Alle Anlieger sind per Schreiben informiert worden.“

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