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Eigentlich ein Publikumsmagnet, lockte das Miss-Ma rple-Stück der Bairischen Komödie Wasserburg nur 500 von 700 möglichen Besuchern in die Loisachhalle.

Agatha-Christie-Stück „Miss Marple – Ein Mord wird angekündigt“

Schauspieler Erol Sander unterhält die Loisachhalle

Mordermittlung auf klassisch englische Art: Das Miss-Marple-Stück mit Erol Sander bietet zwei Stunden gute Unterhaltung in der Loisachhalle.

Wolfratshausen Ein Mord wird im Lokalblättchen des beschaulichen Orts Chipping Cleghorn angekündigt und tatsächlich begangen. Der Täter muss sich unter den zahlreichen Zeugen befinden, die sich aus Neugier zur angegeben Tatzeit am Tatort, auf Gut Little Paddocks, eingefunden haben, wo die Herrin Letitia Blacklock (gediegen: Gabriele Preuß) mit Sherry empfängt. Kein leichter Fall für Miss Marple (Veronika Faber) und Inspektor Craddock (Erol Sander), die gemeinsam ermitteln. Die beiden tun dies auf klassische, englische Krimiart: gründlich und mit subtilem Humor, der in Form britischen Understatements daherkommt.

Hervorragende Schauspielerinnen

500 Besucher rätselten mit dem ungleichen Duo am Freitagabend in der nicht ganz ausverkauften Loisachhalle, wer erst den Ganoven Rudi Schwarz und dann auch noch die Freundin der Hausherrin, Dora Bunner, genannt Bunny (herrlich exaltiert: Kirsten Lossin), umgebracht haben könnte. Die hervorragenden Schauspieler der Bairischen Komödie Wasserburg unter der Leitung von Jörg Herwegh verkörperten über zwei Stunden lang überzeugend ihre Rollen in dem Agatha-Christie-Stück „Miss Marple Ein Mord wird angekündigt“, dem 40. Kriminalroman der Bestseller-Autorin.

TV-Frauenschwarm Erol Sander bewies, dass er, obwohl kein klassisch ausgebildeter Schauspieler, auch auf der Bühne eine gute Figur abgibt. An die übertriebene Sprechweise und Gestik musste man sich erst ein wenig gewöhnen, kennt man den Münchner Sander doch in erster Linie als coolen Gentleman-Polizisten Mehmet Özakin aus der ARD-Krimireihe „Mordkommission Istanbul“. Im Theaterstück muss er sich von der resoluten, etwas schrulligen Miss Marple alias Veronika Faber in die Schranken weisen lassen. Mit ihr lieferte er sich so manchen scharfzüngigen Dialog. Zum Ausgleich gönnte Regisseur Jörg Herwegh dem Beau mit türkischen Wurzeln ein paar angedeutete Liebeleien nach Dienstschluss.

Knobeln, kombinieren, verdächtigen, wieder verwerfen und schließlich den Täter überführen

Lacherfolge erzielte bei jedem Erscheinen die ungarische Haushälterin Mitzi (Constanze Baruschke). Mit Temperament und herrlichem Akzent mischte sie die mitunter spießige Party-Gesellschaft auf. Das Publikum amüsierte sich über ihr breites „Bitteschään“ und die „dänischen Gardinen“, hinter die sie den Mörder bringen wollte. Ganz das Gegenteil der schweigsame Detektive Constable Berkley (Steps Lossin), der das minimalistische Spiel perfekt beherrschte.

Die weiteren Protagonisten – die jungen Leute Julia (Nathalie Dorff) und Patrick Simmons (Andreas Schwankl), Philippa Haymes (Karin Killy) und Edmund Swettenham (Peter Fritsch) – wurden mit all ihren Eigenheiten im ersten Teil vor der Pause eingeführt. Dramatische Musik, Lichteffekte, ein stilechtes Bühnenbild mit Möbeln und Wählscheibentelefon aus den 1950er Jahren sorgten für das passende Ambiente.

Im zweiten Teil durfte das Publikum dann nach bester Agatha-Christie-Manier gemeinsam mit den Kommissaren knobeln, kombinieren, verdächtigen, wieder verwerfen und schließlich den Täter überführen. Die Geschichte um Erbschaft, Betrug und Liebe klärte sich – wie nicht anders erwartet – überzeugend und den Regeln der Logik folgend auf; die Darsteller wurden mit verdientem Applaus belohnt. Tanja Lühr

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