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S-Bahn-Verlängerung vor dem Aus?

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Die Deutsche Bahn hat einen negativen Nutzen-Kosten-Faktor für die geplante Verängerung der S 7 errechnet.
Die Deutsche Bahn hat einen negativen Nutzen-Kosten-Faktor für die geplante Verängerung der S 7 errechnet. © ilb

Wolfratshausen/Geretsried - Die Deutsche Bahn hat einen negativen Nutzen-Kosten-Faktor für die geplante S-7-Verlängerung errechnet. Selbst die umstrittene Variante mit Bahnübergang lohne sich laut Bahn nicht.

Das hat am Donnerstagmorgen die Pressestelle des Bayerischen Wirtschaftsministeriums mitgeteilt. Die Pressemitteilung im Wortlaut:

"Angesichts des ungünstigen Ergebnisses der aktuellen Nutzen-Kosten-Untersuchung zur S7-Verlängerung fordert Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil verstärkte Anstrengungen für eine Kostenreduktion und ein klares Bekenntnis aller Beteiligten zu dem Projekt. Beim dritten Spitzengespräch zur Verlängerung der S7 von Wolfratshausen nach Geretsried erklärte Zeil. „Für die günstigste Variante mit Bahnübergang an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen ermittelte das Verkehrsplanungsbüro Intraplan bei Gesamtinvestitionskosten von 118 Millionen Euro einen Nutzen-Kosten-Indikator von 0,85 – deutlich unter dem gesetzlich geforderten Nutzen-Kosten-Indikator von über 1. Die Lösung mit einem S-Bahn-Tunnel statt des Bahnübergangs an der Sauerlacher Straße erreicht aufgrund der um 40 Mio. € höheren Kosten sogar nur einen Wert von 0,60.“

Somit schneide vor allem die in Wolfratshausen geforderte Ersetzung des Bahnübergangs durch einen Tunnel bei der Untersuchung schlecht ab. Nur wenn der Nutzen die Kosten übersteige, könnten Schienennahverkehrsprojekte mit Steuermitteln gefördert werden. „Der Bund hat bereits deutlich gemacht, dass eine Bundesförderung für die S7-Verlängerung ausgeschlossen ist, sollte der Nutzen-Kosten-Indikator nicht noch verbessert werden.“

Der Verkehrsminister betonte, dass der Rückschlag nicht das Ende für das Vorhaben bedeuten müsse: „Ich habe immer gesagt, dass die S-Bahn-Verlängerung für die wirtschaftliche Entwicklung der ganzen Region von hoher Bedeutung ist. Um doch noch einen besseren Nutzen-Kosten-Indikator zu erreichen, müssen vor allem die Kosten weiter reduziert werden. Dieser Auftrag richtet sich in erster Linie an die Deutsche Bahn. Zielführend sind nur gemeinsame Anstrengungen und ein klares Bekenntnis aller Beteiligten zu einer machbaren S7-Verlängerung.“

Verantwortlich für den ungünstigen Nutzen-Kosten-Faktor sind in erster Linie die gegenüber der Vorplanung aufgetretenen massiven Kostensteigerungen. Die Untersuchung enttäuschte Hoffnungen, die Kostensteigerungen durch eine entsprechende Steigerung des Nutzens gegenüber der letzten volkswirtschaftlichen Bewertung aus dem Jahre 2004 zu kompensieren."

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