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Vorsicht am Telefon: Betrüger entwickeln immer neue Maschen, um ihre Opfer abzuzocken.

Gewinnspiel, Enkeltrick, Autotrick

Die dreistesten Maschen der Trickbetrüger am Telefon

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    Andreas Steppan
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Bad Tölz-Wolfratshausen – Gewinnspiel, Enkeltrick oder Autoschnäppchen: Betrüger sind einfallsreich. Auch im Landkreis sind etliche Fälle bekannt. Doch die Bürger werden misstrauischer.

Der Mann am Telefon will nur Gutes. Zumindest behauptet er das. Tatsächlich aber ruft hier gerade ein Betrüger an, der Geld erbeuten will. Die Täter nehmen sich häufig gezielt einen Landkreis nach dem anderen vor, sagt Andreas Guske, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Es kann sein, dass sie heute Miesbach abtelefonieren und morgen Bad Tölz-Wolfratshausen.“ Deswegen sei es für die Polizei wichtig zu wissen, wo die Betrüger gerade ihr Unwesen treiben.

Der Gewinnspiel-Trick

Erst vor wenigen Tagen rief ein angeblicher Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei bei einer 77-jährigen Geretsriederin an. Er erzählte ihr von einem Gewinnspiel und dass sie deswegen noch einen vierstelligen Geldbetrag schuldig sei. Anwälte hätten bereits ein Pfändungsverfahren eingeleitet, aber es gebe die Chance auf eine außergerichtliche Einigung. Die 77-Jährige tat das einzig Richtige: Statt zu zahlen, legte sie auf und verständigte die Polizei.

Polizeisprecher Guske lobt dieses Verhalten. Ob die Anzeige dann tatsächlich zur Ergreifung von Tätern führt, sei aber nicht sicher, räumt er ein. „Häufig sitzen die Täter im Ausland.“ Und zwar in Ländern, „in denen es mit der Ermittlungshilfe durch die Behörden schwierig ist“. Dennoch sei jeder Hinweis als Ermittlungsansatz wertvoll.

Der Microsoft-Trick

Die Täter variieren ihre Tricks. In Bad Tölz rief zuletzt ein vermeintlicher Microsoft-Mitarbeiter bei einem 78-Jährigen an und forderte Geld. Der Mann fiel nicht auf die so genannte „Microsoft-Masche“ herein. Bei ihr verlangt der Anrufer auch häufig, dass die Opfer einen Fernzugriff auf den Computer ermöglichen. Dann installieren die Betrüger ein Schadprogramm, um Kontodaten auszuspionieren.

„Die Masche ist vielen Menschen aus den Medien bekannt und funktioniert nicht mehr so gut“, sagt Guske. Ein Grund zum Aufatmen sei das aber nicht. „Das nächste Mal geben sie sich vielleicht als Mitarbeiter der Telekom oder von Vodafone aus.“

Der Enkel-Trick

Sehr verbreitet war zeitweise der Enkel-Trick. Der Anrufer gibt sich als Verwandter aus und behauptet, in einer akuten Notlage zu sein. Der Angerufene könne helfen, indem er einem Mittelsmann einen größeren Geldbetrag übergibt. Das Motto: „Bezahle, oder ich sterbe.“ Manchmal mimen die Betrüger auch einen Anwalt. „Ihre Tochter hat im Ausland einen Unfall verursacht, bei dem ein Mensch gestorben ist“, heißt es am Telefon. „Jetzt ist sie in Haft und wird nur gegen Kaution freigelassen.“ In einer Spezialvariante werden Russland-Deutsche angerufen und auf Russisch angesprochen. Das schafft Vertrautheit. Dank der Aufklärungsarbeit der Polizei seien viele Bürger inzwischen sensibilisiert, sagt Guske. „Uns sind sogar schon Festnahmen bei den Geldübergaben gelungen.“ An die Hintermänner heranzukommen, bleibe aber schwierig.

Der Auto-Trick

Der Auto-Trick funktioniert über das Internet. Täter bieten dort vermeintliche Schnäppchen an. Doch damit das Fahrzeug ausgeliefert wird, muss der Käufer erst eine „Zollgebühr“ überweisen. „Peu à peu verlangen die Täter dann immer neue Überweisungen – aber das Auto kommt nie an“, sagt Guske. Vor einiger Zeit bekamen Betrugsopfer sogar die Mitteilung, das Auto hänge gerade beim Hauptzollamt Bad Tölz oder Lenggries. In keinem der beiden Orte gibt es ein Hauptzollamt.

ast/dor

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