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Übung macht den Meister: Auch wenn Eiseinbrüche im Landkreis relativ selten vorkommen, proben Wasserwacht und DLRG regelmäßig den Ernstfall.

Wasserwacht und DLRG warnen

Schlittschuh-Spaß auf den Landkreis-Seen: Das muss man wissen 

  • vonPeter Borchers
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Seit gut einer Woche klettern die Temperaturen nicht über die Null-Grad-Marke. Freunde des gepflegten Schlittschuhlaufs ohne vorgegebene Richtung auf natürlichen Gewässern scharren schon mit den Kufen. Doch Vorsicht: Noch tragen die Eisdecken auf den Weihern und Seen im Landkreis nicht.

Bad Tölz-Wolfratshausen– „Erfahrungsgemäß mit mindestens drei Tagen“ – weiter Minustemperaturen vorausgesetzt – rechnet Ingo Roeske,bis die ersten kleineren Teiche zugefrorenen sind. Und mit zugefroren meint der Technische Leiter der Kreiswasserwacht keine durchgängige Zuckerschicht auf der Wasseroberfläche. „Zehn bis 15 Zentimeter sollte die Eisdecke schon dick sein, damit sie einen Erwachsenen trägt.“ Das gilt ausschließlich für stehende Gewässer. Eisdecken auf Fließgewässern wie Isar und Loisach sind laut Roeske „sowieso absolut tabu“. Weder Spaziergänger noch Schlittschuhläufer sollten sie betreten.

Auf die früher üblichen Warnungen während winterlicher Frostperioden verzichtet die Kreiswasserwacht mittlerweile. „Den erhobenen Zeigefinger sparen wir uns“, sagt Roeske. Die Ortsgruppen seiner Organisation sowie der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) posten sie eigenständig in sozialen Netzwerken und auf ihren Internetseiten. Auf Letzteren finden sich aktuell – prominent platziert – auch die „Eisregeln“(siehe Kasten),die Vorbeugung sowie die im Falle eines Einbruchs zu treffenden Maßnahmen von Verunglückten wie Helfern skizzieren. Außerdem, sagt der Wasserwachtler aus Erfahrung, „ist die Bevölkerung im Landkreis sehr vernünftig“.

Roeske erinnert sich an lediglich zwei Eiseinbrüche im vergangenen Jahr – einer auf dem Stallauer Weiher, einer auf dem Maxlweiher in Bad Tölz. Beide Male musste die Wasserwacht nicht eingreifen, weil sich die Eingebrochenen selbst helfen konnten. Letzterer Fall wurde überhaupt erst publik, weil die beiden Burschen später patschnass im nahe gelegenen Schnellrestaurant saßen.

Offiziell freigegeben werden Eisflächen übrigens nicht – weder von Behörden noch von den Hilfsorganisationen. Das gehe auch gar nicht, weil örtlich beeinflussende Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Quellen und Ähnliches eine generelle Aussage nicht zulassen. Verantwortlich ist also jeder für sich selbst. Und das heißt im Zweifelsfall, Akkubohrer und Meterstab zu den Schlittschuhen zu packen und selbst nachzumessen. „Die Eisfläche sollte man an drei, vier Stellen anbohren und schauen, ob die Stärke ausreicht“, rät Ingo Roeske.

Der Starnberger See ist ein eigenes Kapitel. Er benötigt lang andauernden und tiefen Frost, bis er zufriert. Momentan bilde sich an den Rändern gerade eine dünne Eisschicht, „die weit entfernt von tragfähig ist“, sagt Bernhard Link. Bis das Eis dort betretbar ist, bräuchte es, so der Chef des DLRG-Ortsverbands Schäftlarn-Wolfratshausen, noch mindestens zwei Wochen Frost, und zwar ordentlich. Ich spreche hier von minus acht, minus zehn Grad“. An winterliche Rettungsaktionen am Würmsee kann Link sich „nicht erinnern“. Dennoch sind er und seine Leute – sie betreuen die DLRG-Station in St. Heinrich – für den Fall der Fälle natürlich gewappnet: Erst 2018 übten sie eine Eisrettung am Harmatinger Weiher.

peb

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