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Grau in Grau: Das Floß am Autobahnzubringer, das auf den Deutschen Flößertag in Wolfratshausen hinweisen soll, löst bei vielen Betrachtern eher Rätselraten aus.

Problematischer Standort

Schmuckloses Holzfloß „nicht das Gelbe vom Ei“

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Wolfratshausen - Ein Werbebotschafter für den Deutschen Flößertag 2017 soll es sein. Doch das Floß, das auf der Wiese am Autobahnzubringer liegt, löst bei vielen Betrachtern eher Rätselraten und Spott aus.

Reichlich Muskelschmalz investierten Ende September Josef „Sepp“ Seitner, der Chef des gleichnamigen Wolfratshauser Flößereibetriebs, sein Mitarbeiter Jason Charles, Bauhofleiter Mathias Schmidberger und sein Kollege Florian Antretter. Im Morgengrauen bauten sie auf der Wiese an der B11a ein Floß zusammen. Aus mächtigen Fichtenstämmen, die 2016 rund 30 Mal für feucht-fröhliche Fahrten über Loisach und Isar nach München genutzt worden waren. Für einen Freundschaftspreis, so Seitner, habe er das rund 20 Tonnen schwere Gefährt der Kommune überlassen. Der schweißtreibende Aufbau auf dem Areal am Stadtrand war inbegriffen.

Unbefriedigende Situation

„Mir ist ja auch wichtig, dass unsere schöne Stadt eine g’scheite Werbung macht“, betonte der Flößer seinerzeit. Das geschichtsträchtige, hölzerne Transportmittel soll gleich zwei Aufgaben erfüllen: Die Marke „Internationale Flößerstadt“ stärken und Vorfreude auf den Deutschen Flößertag machen, der im Mai 2017 in Wolfratshausen gefeiert wird. Aber: Der unwissende Betrachter erkennt die Botschaft nicht. Schlimmer noch: Viele Menschen, die ohne Flößertradition nördlich des Weißwurst-Äquators aufgewachsen sind und die Loisachstadt besuchen, bemerken das Floß gar nicht oder betrachten es als Altholz, das auf seine Entsorgung wartet.

„Die Situation ist unbefriedigend“, räumt Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller auf Nachfrage unserer Zeitung ein, der derzeit Rathauschef Klaus Heilinglechner vertritt. Schon im September hatte sich Schnaller dafür ausgesprochen, das Floß mit drei Fahnenmasten einzurahmen, an denen jeweils die Flagge Europas, Bayerns und Wolfratshausens wehen. Auch Seitner machte einen Vorschlag: Auf das Floß gehöre ein geschmücktes Holzfass mit dem Schriftzug „Flößerstadt Wolfratshausen“.

Darf Verkehrsteilnehmer nicht ablenken

Doch bis heute besticht der prominent platzierte Werbeträger durch seine vornehme Zurückhaltung. Schnaller hat dafür zwei Begründungen. Zum einen habe es im Herbst „schnell gehen müssen“. Es sei das letzte verfügbare Floß gewesen, das die Stadt günstig habe erwerben können. „Ein neues kostet ein Vielfaches“, sagt der Vize-Bürgermeister. Zudem sei es trotz hartnäckigster Verhandlungen mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim nur zu einem Kompromiss gekommen. Die Verkehrsteilnehmer, die täglich den Autobahnzubringer hinauf- oder herunterfahren, dürften von dem als neues Wolfratshauser Wahrzeichen gedachten Floß nicht abgelenkt werden. „Es geht leider nichts ohne eine Genehmigung“, berichtet Schnaller. Neben dem Straßenbauamt hätten auch das Landratsamt in Bad Tölz und die Polizei ein gewichtiges Wort mitzusprechen. „Der Standort am Autobahnzubringer ist natürlich auch nicht ganz unproblematisch“, gibt Schnaller zu bedenken.

Das schmucklose Floß „ist nicht das Gelbe vom Ei“, urteilt der Vize-Rathauschef. „Da muss auf alle Fälle noch etwas gemacht werden“, kündigt er an. Allerdings mutmaßlich nicht vor Ende Februar, falls der Schnee, mit dem Schnaller in diesem Winter noch rechnet, bis dahin abgetaut ist. Er plädiert dafür, spätestens dann noch einmal in Gesprächen mit den beteiligten Behörden auszuloten, inwieweit das Floß optisch augenfälliger gestaltet werden kann. „So ist es ungenügend“, urteilt Schnaller – tritt aber vorsorglich auf die Euphoriebremse: „Die Sicherheit für die Autofahrer geht auf jeden Fall vor.“

cce

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