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Schnee in und um Wolfratshausen: Schulen geschlossen - Straßen gesperrt

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Von: Peter Borchers

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Toujours unterwegs sind derzeit die Räum- und Streufahrzeuge im nördlichen Landkreis. © dpa

Verlängerte Weihnachtsferien für Kinder und Jugendliche, Straßensperrungen und Hilfskräfte im Dauereinsatz: Der Winter leistet derzeit ganze Arbeit.

Wolfratshausen – Aus dem tagelangen Flockenwirbel ist in den tiefen Lagen des Nordlandkreises mittlerweile leichter Regen geworden. Das schafft neue Probleme: Tonnenschwer lastet nasser Schnee auf Dächern, Bäumen und – zusammengeschoben zu riesigen Haufen – in den Seitenstraßen der Städte und Landgemeinden.

Schulen bleiben bis Freitag geschlossen

Von Frau Holles massiven Überstunden profitieren die Schüler: Für sie verlängern sich die Weihnachtsferien. Das Landratsamt bestätigte in einer Pressemitteilung, dass „wegen des starken Schneefalls und der nicht gegebenen sicheren Erreichbarkeit der Schulen“ bis einschließlich Freitag, 11. Januar, alle staatlichen Schulen im Kreis geschlossen bleiben. Für die Entscheidung verantwortlich seien „der Ausfall der Bayerischen Oberlandbahn, der S-Bahn sowie ein nicht mehr aufrecht zu haltendes Busnetz in Teilbereichen des Landkreises“. Kinder, die trotzdem zur Schule kommen, werden vor Ort betreut. Diesem Vorgehen schließt sich die Freie Waldorfschule Isartal an. Die Montessorischule in Biberkor hingegen hat geöffnet. „Wir warten jetzt ab, wie das Wetter die nächsten Tage wird. Bisher konnten alle Schulkinder hertransportiert werden“, sagt Schulleiterin Brigitte Wächtler. Auch im Schulzentrum St. Matthias in Waldram und im Ickinger Günter-Stöhr-Gymnasium läuft der Unterricht planmäßig.

Feuerwehren beseitigen Bruchholz

Den Feuerwehrkräften geht in diesen Tagen die Arbeit nicht aus. „Die Hauptschwerpunkte unserer Arbeit bildeten zuletzt Dietramszell und Egling“, sagt Kreisbrandinspektor Erich Zengerle. „Aber es hat sich durchgezogen, wir waren im kompletten nördlichen Landkreis unterwegs.“ In erster Linie mussten sich die Einsatzkräfte um umgestürzte Bäume kümmern „und die Straßen frei bekommen“. War dabei die Sicherheit der Helfer nicht gewährleistet, wurden die betroffenen Bereiche gesperrt. Die Schneelasten drücken auch auf Häuser und Gebäude. Dietramszell hat reagiert und die Turnhalle in Ascholding vorsichtshalber geschlossen. Im Fall der Ickinger Grundschule gab es laut Zengerle „Bedenken, ob das Dach frei geräumt werden muss“. Die Untersuchung eines Statikers ergab jedoch, „dass wir uns dort aktuell noch nicht im Gefahrenbereich befinden“.

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Die Dauereinsätze sind anstrengend, derzeit aber zu stemmen. „Momentan ist bei uns alles im grünen Bereich“, beruhigt Zengerle. „Das meiste fällt in der Nacht und den frühen Morgenstunden an.“ Untertags sei es in der Regel ruhiger, „dann haben die Einsatzkräfte ein bis zwei Stunden Zeit, um sich zu erholen“. Der Kreisbrandmeister mahnt: Sollte noch mehr Schnee kommen, „sieht das natürlich anders aus“.

Einige Staats- und Kreisstraßen gesperrt

Das Weilheimer Straßenbauamt hat im nördlichen Landkreis derweil mehrere Straßen wegen akuter Schneebruchgefahr komplett gesperrt. Betroffen sind die St 2073 zwischen Dietramszell und Holzkirchen (frei bis Reith), die TÖL 14 zwischen Bairawies und Untermühltal und die TÖL 17 zwischen Degerndorf und Wolfratshausen (Einmündung St 2370).

Zwangsläufig kam es am Sonn- und frühen Montag auch zu Verkehrsunfällen. Dabei blieb es laut Wolfratshausens Polizei-Vize Steffen Frühauf „glücklicherweise bei Sachschäden“. Auf der Pfaffenkamer Straße in Münsing übersah ein 49-jähriger Pkw-Fahrer einen quer auf der Fahrbahn liegenden Baum und stieß gegen das Hindernis. Am Wagen des Mannes entstand Schaden in Höhe von etwa 10 000 Euro.

Am Sonntag gegen 12 Uhr war ein 37-jähriger Münsinger auf der Staatsstraße 2064 von St. Heinrich in Richtung der A 95 unterwegs, als er in einer leichten Rechtskurve mit seinem Seat Leon nach rechts in eine Schneewehe geriet und daraufhin in den Straßengraben rutschte.

Sachschaden in Höhe von 13 500 Euro entstand am Montag bei einem Unfall auf der St 2064 zwischen Königsdorf und Beuerberg. Dort wollte ein Königsdorfer gegen 8.30 Uhr von der Beuerberger Straße auf die Staatsstraße abbiegen. Wegen eines großen Schneehaufens hatte der Mann, so Polizeioberkommissar Christopher Seebauer, „ein eingeschränktes Sichtfeld auf den vorfahrtsberechtigten Verkehr. Irrtümlich in der Annahme, dass ein Einfahren auf die Staatsstraße möglich sei, bog der Königsdorfer ab“ – und krachte gegen das Auto eines Eurasburgers. Beide Fahrer blieben unverletzt.

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Winterfreuden: Edith und Costa Bozaris aus Geretsried bauen einen riesigen Schneemann. © privat

Seit Sonntagmorgen war die Strecke der S7 zwischen Schäftlarn-Ebenhausen und Wolfratshausen gesperrt. Busse überbrückten den Abschnitt. Der Hintergrund: In den Morgenstunden des Dreikönigstags war der Triebwagen mit einem über den Gleisen liegenden Baum kollidiert. „Verletzt wurde niemand, der Zug war um diese Zeit zum Glück fast leer“, sagt ein Sprecher der S-Bahn auf Anfrage. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten gestalteten sich allerdings diffizil. „Das Fahrzeug stand auf dem Gleis, die Oberleitung war zerstört“, zählt der Bahn-Sprecher auf. Erschwerend hinzu kam, „dass das obere Isartal schneereicher ist, wir dort eine längere Steigungsstrecke haben und der Unfallort in einem unwegsamen Waldgebiet liegt“. In der Nacht auf Montag konnten die Einsatztrupps nicht arbeiten. Der Bahnsprecher: „Dort bei diesem Wetter und Dunkelheit mit Motorsägen zu hantieren, ist einfach zu gefährlich für unsere Mitarbeiter.“ Seit Montagmorgen war jedoch „alles, was Beine hat, im Isartal und im Oberland im Einsatz“. Gegen 13 Uhr verkehrten die Züge wieder bis Icking. Um 17.14 Uhr kam die Meldung, dass die S-Bahn wieder bis Wolfratshausen durchfährt.

Geretsried behält Dächer im Auge

Der Schnee und seine Folgen beschäftigen auch das Geretsrieder Rathaus. „Aktuell werden sämtliche Fahrzeuge für den Winterdienst eingesetzt“, sagt Pressereferent Thomas Loibl auf Anfrage. Am Wochenende seien die Bauhofmitarbeiter – bis zu 15 pro Bereitschaft – täglich von 3 Uhr früh bis 21 Uhr im Stadtgebiet im Einsatz gewesen. Nach der Schneekatastrophe von 2006 mit dem Einsturz der Reichenhaller Eishalle und dem daraus folgenden Rückbau des Dachs über dem Heinz-Schneider-Eisstadion reagiert die Stadtverwaltung sehr sensibel auf heftige Wintereinbrüche. „Unser Bauamt überwacht alle städtischen Gebäude – sowohl ältere wie die Sporthallen, die Bücherei oder das Hallenbad als auch Neubauten wie die frisch aufgestockte Karl-Lederer-Grundschule – bei übermäßig starkem Schneefall sehr genau“, bekräftigt Loibl. Aktuell müsse man zwar noch nicht von einer Überlastung ausgehen, allerdings behalte man die Witterung im Auge. „Wird die Last für ein städtisches Gebäude zu groß, reagieren wir – zuerst mit dem Abräumen der Dächer im Zweifel aber auch mit einer Sperrung durch das städtische Ordnungsamt.“

Die Stadt Wolfratshausen hat ebenfalls reagiert: Laut Helga Hacibekiroglu von der Verwaltung sind alle öffentlichen Wege im Bergwald wegen der Gefahr herabbrechender Äste „bis auf Weiteres gesperrt“.

kof/peb

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