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Heizten den Zuhörern mit brasilianischen Rhythmen ein: Alexandra Fischer & Banda.

Schuld war nur der Bossa Nova

Wolfratshausen – Alexandra Fischer & Banda lassen im Wolfratshauser D’Amato Sommergefühle aufkommen.

„Es ist so voll hier. Da sieht man, wie groß die Sehnsucht der Menschen nach brasilianischen Rhythmen ist“, freute sich Sängerin Alexandra Fischer. In der Tat war das D’Amato am Freitagabend nahezu ausverkauft. Während draußen Temperaturen im zweistelligen Minusbereich gemessen wurden, wurde den Konzertbesuchern vor der Bühne schnell warm ums Herz. Denn Alexandra Fischer und ihre vierköpfige „Banda“ interpretierten mit viel Spielfreude Klassiker des Bossa Nova und der „Música Popular Brasileira“. Stücke von Tânia Maria, João Donato und dem Trio Esparanca sang die Sängerin mit einem kaum bemerkbaren deutschen Akzent. „Hoffentlich ist kein Brasilianer hier. Dem würde das sofort auffallen“, kokettierte Fischer.

Im Alter von 15 Jahren begann sich die Blues- und Jazzsängerin, für brasilianische Musik zu interessieren und beschloss, später Portugiesisch zu lernen. Dabei wirkt ihre variantenreiche Stimme nur selten dominant. Einmal durfte Markus Kopanski sogar ein mehrminütiges Schlagzeugsolo spielen. Und auch Matthias Kaiser (Saxophon/Querflöte), Harald Klein (Gitarre) und Matthias Englhardt (Bass) bekamen reichlich Entfaltungsspielraum und wurden dafür mit reichlich Applaus belohnt.

Im zweiten Teil des über zweistündigen Konzerts überraschte Alexandra Fischer unter anderem mit einer lasziv gesungenen Version des zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Hildegard-Knef-Liedes „Na und?“. Danach unterhielt sie das Publikum mit amüsanten Anekdoten von abergläubischen brasilianischen Frauen. „Die bringen sogar die Unterhosen von ihren Ehemännern zu einem Zauberer“, wusste die Musikhochschulabsolventin zu berichten. Mit einer Ode an den Amazonas endete das Gastspiel der „Banda“.

Nachdem das Quintett bereits vor einem Jahr auch im Winter im D’Amato aufgetreten war, wäre ihnen bei ihrem nächsten Besuch in der Loisachstadt auch mal ein Auftritt beim sommerlichen Flussfestival-Open-Air zu wünschen. Vor allem der Caipirinha-Umsatz würde dann bestimmt in die Höhe schnellen.

Peter Herrmann

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